976 Geschichte
Und da seine Gelehrsamkeit sich nicht bloß in dieGränzen der Weltweisheit eingeschlossen Hielt, sogerieth er auch mit verschiedenen anderen schönenund großen Geistern in Freundschaft, als mit demHrn. Präsidenten von rNoncefqmeu, d' Au'oe,Trüblec, tTjablt, LondrUac und de Burigny.Der Herr Kanzler Daguesscau, Herr du Tru-daine, und der königliche dänische Abgesandte,Herr von Dcrnsdorf, beehrten ihn gleichfalls miteiner ausnehmenden Achtung. Er wurde selbst vondem schönen Geschlechte sehr wohl empfangen, wel-ches sich nicht wenig wunderte, an einem fremde»Gelehrten alle parisische Höflichkeit wahrzunehmen,und ihn über Schauspiele, über Gemälde und zeit-vertreibende Schriften urtheilen zu hören, als obdergleichen Dinge seine Hauptbeschäfftigung wären.
Nicht gar lange nach seiner abermaligen Wieder-kunft wurde ihm erst in dem Rathe der Sechziger,da er seit 1794 in dem der Zweyhunbert gesessen, eineStelle gegeben, und denn auch die ordentliche Pro-fession der Weltweisheit zugeleget, welche HerrTalendrini, der zur Würde eines Staateraths er.hoben worden, verlassen hatte. Man hob vor diesesmal, aus besonderer Achtung vor ihn, die Gewöhn-heit verschiedene Mitdinger zur Probe zu lasten, auf.Er trat dieses neue Amt 1750 an mit einer offentli-chen und bald darauf gedruckten Rede de utilitatephilosophix in civitatibus regendis. Sie ist kurz,aber voller Beredtfamkeit. Er gab darin» eineschöne Schilderey des philosophischen Staatsmannes.Man urtheilete davon, daß er, ohne es zu denken, seineigenes Äild mit lebendigen Farben gemalet hatte.
Während