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Geschichte
gleich die andern mit allem möglichen Fleiße las,blieb er doch, wie Horatius, nullius addictus jurarein verba magistri. Sein Lehrer benennete ihn auchbey nahe nicht anders, als mit diesem Verse. KeinWunder, daß er bey einer solchen Gemüthöbeschaf-fenheit auch auf die Untersuchung der Religion ge-riekh. Einst in einer schönen hellen Nacht geriecher in eine ausnehmende Unruhe darüber, und aufdie Gedanken, es könne gar wohl seyn, daß vielesvon dem, so er bisher geglaubet, in der That nichtsals Irrthümer, Ungereimtheiten, Lästerungen undAbgötterey sey. Seine Zweifel nahmen dergestaltüberhand, daß er gar nichts mehr glaubete, und ineinen völligen Pyrrhonismus verstel. Doch, er bliebnur gar kurze Zeit in diesem Zustande. Es schienihm bald wieder billig, alles, was derjenigen Reli-gion, worinn er geboren war, vortheilhafc seynkönnte, zu betrachten, und er münschete selbst, daßsie die wahre seyn möchte. Er las deswegen diebesten Schriften fleißig, und vertrauere sich verschie-denen Gottesgelehrten. Der erste war sein Beicht-vater, ein Doctor von der Sorbonne, mit Namenle Seigneur, welcher ihn aber bald an den berühm-ten Pater Tourn emine verwieß. Dieser hakte bis-her dem jungen premonrval viele Liebe bewiesen,und ihm unter andern den Gebrauch dreyer Biblia-theken zugestanden, seiner eigenen, der Jesuiten indem Collegio des heiligen Ludewigs, und des be-rühmten Bischofs Hüet. Mit diesem hielt er denneinige Monathe lang verschiedene Unterredungenüber wichtige Lehrstücke, und schrieb auch 1735 einigeBriefe über das heilige Abendmahl an ihn. Allein,