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[Band 3.]
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576 Geschichte

dius. §6 ist aber die Lehre, welche dem Cerinthuszugeschrieben wird, von denen Juden hergekommen,welche ein tausendjähriges Reich des Messias vordem jüngsten Gerichte vorgegeben haben. Und mitdiesem stimmen die alten Kirchenlehrer sehr überein.Mithin ist ihre Lehre, und die, so dem Cerinthuszugeschrieben wird, im Grunde eben dieselbe. Daindessen Cerinthus es mit den Ebioniten gehalten,diese aber den jüdischen Ltiilialmus ferne von sichseyn ließen, so ist es gar nicht wahrscheinlich, daßer ihn angenommen habe. Und in der That, Alles,was von seinem Chiliafmo vorgegeben wird, beruheteinzig und allein auf dem Zeugniß des Cajuö. Die-ser oder ist, wie verschiedene Alte und Neuere bereitserkannt haben, ein.verdächtiger Zeuge. Cerinthuswar ein Gnostiker und hielt es mit den Lehrsätzen desCürpocrates. Es ist demnach nicht wahrscheinlich,daß er den Chilialmus gelehret habe, als welchenkein Gnostiker bekennen konnte, weil er schnurstracksmit ihren Lehrsätzen streitig ist. I. Das tausendjäh-rige Reich soll auf Erden fern: diese Erde aber hiel-ten die Gnostiker vor ein Gefängniß der Seele, undvor so etwas böses, daß sie glaubten, sie sey keinWerk Gottes, sondern des bösen Geistes. 2. Dieseligen Seelen sollen zu dem Reiche aus dem Him-mel hernieder kommen! nach dem Lehrbegrisse derGnostiker war dieses ohnmöglich. z. Das tausend-jährige Reich setzet die Auferstehung der Leiber vor-aus ! diese laugneten die Gnostiker gänzlich. 4. Jnitausendjährigen Reiche sollte man noch heiraihen:nichts war den Gnostikern ein größter Greuel.

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