des Herrn Johann Ludewig. 141
rmd Zeit dazu übrig gehabt? Hat ihn etwan einguter Anführer auf den Weg gebracht, und darauffortzugehen angespornet? Nichts von diesem allen.Es ist die Begierde, eine gute Accisrechnung zumachen, welche dieses Wunder hervorgebracht hat.Die Sache ist diese: In einem jeglichen Dorfe isteinem Bauren eine kleine Einnahme aufgetragen,wovon er in gemeinen Jahren kaum einen Tha-ler, und in den besten niemals mehr als drey Tha-ler, Vortheil hat. Als diese kleine Bedienung demguten Ludcwig zu Theil ward, machte er seineRechnungen, wie die andern , so gut als schlecht,und ließ jederzeit einige Fehler darinn einschleichen.Da dieses zu feinem Schaden war, litte sein Beu.tel dadurch; er mußte es von dem Seinen beyle-gen, und das verdroß ihn. Endlich, da diese un-angenehme Begegniß alle Vierteljahre wiederkam,entschloß er sich, derselben abzuhelfen ; und daswar der' Ursprung seiner Studien, welche mithinum desto besonderer sind, da er, um einige Gro-schen zu ersparen, weit mehr auf Bücher und Werk-zeuge gewendet hat, obschon ihn seine Armuthhierum sehr beschranket har.
Herr Hofmann hatte den Hrn. Ludewig un-ter seinem Dache gehabt. Er wollte ihn hinwie-derum in seiner Wohnring besuchen, um seine Bib-liothek, sein Studierzimmer und seine Werkzeugezu sehen. Hier ist das Verzejchniß, so er davongiebel: Man kommt in eine gewöhnliche Bauer-stube, welche von altem Rauche schwarz, worinnaber sonst altes rein und sauber ist. An den Wän-den