des Herrn Johann Ludewig. 149
Daß Wort Philosophie, oder Weltweikheit, wel-ches ihm zuweilen im Lesen vorgekommen, war sei-ner'Aufmerksamkeit nicht entgangen. Er begriffsehr wohl, daß solches eine besondre, eine weit-lauflige, eine sehr wichtige Wissenschaft sey. Nachund nach ließ ihm eben dieselbe Begierde, welcheihn schon so weit gebracht hakte, keine Ruhe, biser neue Versuche that, um auf dieselbe Weiseein Weltweiser zu werde», wie er ein Sternkün.diger und Meßverständigcr geworden war. EmBuch, so er im August 1741 in einem Dorfe fand,half ihm vollends auf den Weg. Es war einekurze Einleitung zur Erkanntniß Gottes, des Men-schen und der Welk. Im Durchlesen desselbenrührten ihn diese neuen Vorwürfe sehr, und die Er-klärung der Weltweisheit, als einer Wissenschaft,worauf sich alle andere gründeten, und welche dieGründe der Gewißheit enthielt, zog insbesondreseine Aufmerksamkeit auf sich. Da nun aber ingemeldetem. Buche nur sehr allgemeine Begriffevorgetragen waren, erkundigte sich Ludewig bey denVuchsührern nach dem besten philosophischen Schrift,steller. Alan nannte ihm sogleich die deutschen Werkedes Freyherr» von N>0lf, und, da die geometri-schen Bücher, au6 welchen er sich belehret hatte,diesen Weltweisen zum öftern als einen der aller,gelehrtesten Leute dieser Zeit angepriesen hatten,trug er kein Bedenken, denselben zu seinem An,führer in der Wcltweisheit zu erwählen. Er wardden i6cen Oetober 1741 Besitzer der Vernunftlehredesselben, und beschafftigte sich damit ein ganzesK 3 Jahr;