des Hrn. George Friedrich Deinlein. 343
men noch nicht führen. Seine Bescheidenheit ver.wehrte eö ihm; und in der Thut, er war schonzu gelehrt, als daß er nicht hätte wissen sollen, erkönne und müsse noch gelehrter werden. Er eiltealso in eine neue Schule. Weil er zugleich dieso allgemeine, als vernünftige Begierde zu reifenhatte, wählte er zu seinem neuen Aufenthalte dieUniversität Halle. Er gieng im Frühjahr 1716dahin ab, und er wußte, wo er sich unter wegensaufhallen, und was er Merkwürdiges sehen sollte.Thomasiuc-, Böhmerund Gundlmg sind dieNamen der großen Männer, die ihn auch fürandern nach Halle lockten, und bey welchen er dieRechtswissenschaft unermüdet und mit einem neuenEifer fortsetzte.
Sein Aufenthalt in Halle, der bis ins zweyteJahr dauerte, machte einen der merkwürdigstenZeitpunkte feines Lebens aus. GundlinI warnicht allein fein Lehrer, sondern ein geheimer Zug,der sich theils auf die Aehnlichkeit der Gemütherund Denkunöart, theils auf die Landsmannschaft,gründete, machte ihn auch zu seinem besten Freunde.Esvergi'eng kein Tag, au dem er nicht in Gund-lings Gesellschaft war. Wer Gundlings Bild,
' weitlauftige Gelehrsamkeit und Verdienste kennt,wird leicht glauben können, daß der Umgang miteinem solchen Manne die vollkommenste Art derLehre gewesen sey.
Der so beständige als anständige Scherz desGeheimenraths Gundling, erweckte den ohnedem
mun.