Band 
[Band 4.]
Seite
347
JPEG-Download
 

desHrn. George Friednch Deintein. 347

sen, das groß war ohne Zwang, und das sich zujedermann mit Freundiichkeit, Scherz und Liebe her-unter zu lassen wußte, ohne ins Gemeine und Kleineju kommen, zog das Herz aller Sludirenden an ihn.Jedermann wollte um ihn seyn; sein Tisch und seinHaus wurden zu enge; man konnte nicht entschei.den, ob er mehr ehrwürdig als liebenswürdig sey;und er mußte freylich beneidet werden, weil er ge.lehrt, geehrt und glücklich war; aber auch seineNeider mußten ihn bewundern,' und bekennen,, daßDeinlein wenige seines gleichen habe. In seinenVorlesungen herrschte nicht allein Gründlichkeit,Ordnung und Annehmlichkeit; sondern eö war nochetwas, welches sich kaum beschreiben lässet. Manmußte ihn nicht nur öfters hören, wenn man ihneinmal gehört hatte, sondern man glaubte auch, daßer so gelehrt redte, als ob er sich die größte Mühegegeben hätte, und man sahe doch, daß er so leichtund natürlich redte, als ob es ihm nicht die gering,sie Mühe kostete. Auch der unfähigste Kopf konntebey ihm etwas lernen. Bey solchen außerordentli.chen Qualitäten wurde ihm 1729 der Zutritt zurlöblichen Juristenfacultät und Actenarbeit gestattet,und gleich darauf 1730 erhielt er die krofelöonem -Juris extraordinariam cum Aflesloram in facul-tate, die er den 2 October mit einer feyerlichen undwegen des Andenkens der übergebenen augfpurqi.schen Confession gar wohl gewählten Rede, de D.Hieronymo Sch vkfio, ICro, D. LutheriComite & Aduocato, angetreten hat.

3 ■ Hak