Band 
[Band 4.]
Seite
384
JPEG-Download
 

384 Geschichte

,,hiebet; und zweifelt, ob er einen Leib habe. Seine„Moral ist nicht viel gesünder. Die Begriffe, die„er sich vom.höchsten Gute machet, kommön dahin-„aus, daß wenn eine Empfindung de6 Vergnügens,„von welcher Art sie sey, dauerhaft gemacht würde,„fothane Empfindung einem vernünftigen Geschöpfe^zureichend sey, sich eine vollkominene Glückseligkeit„zuwege zu bringen. Uebrigens ist er, wie ich».glaube, von guten Sitten; ich muß ihnen aber»»nicht verbergen, daß er sich allhier, durch die Art,,,auf welche er da6 Haus des Herrn Baron von,,Socken, allwo er Hofmeister war, verlassen hat,„einen gar üblen Namen gemacht habe. Er ist mit„einem male verschwunden, und man hat nicht er-„fahren, wo er geblieben wäre, als durch einige„Briefe, so er aus Paris geschrieben; und daselbst,„wenn man dem gemeinen Gerüchte glauben soll,„hat er sich durch sein unvorsichtiges Predigen un-gewöhnlicher Lehrsätze, ich weis nicht worüber, auf„einem öffentlichen Caffeehause in die Nothwendig,„keir qesetzet, sich, um seine Freyheit zu erhalten, auf„die Flucht zu begeben. Meinem Bedünken nach,„ist sein Gemüth merklich verwirrt; und da er mir„in allem übrigen als ein ehrlicher Mann vorgekom«„men ist, halle ich ihn für einen des Mitleidens de«„rer, welche die menschliche Schwachheiten einiger«„maßen kennen, werthen Vorwurf. Man kann ein„Narr seyn, ohne Lasterhaft zu seyn, und der erste„Name giebt ein großes Recht zur Wohlthätigkeit„wenn ihm übrigens ein beständiger Fleiß in den„Wissenschaften, und eine Entfernung von den Um

„ordnunaen