392 Geschichte
ständiger Mann und von sehr guter Aufführunggewesen. Ich habe niemals vollkommen entdeckenkönnen, wie er die drey bis vier Jahre seinesLebens, von der Zeit an, da seine Zeugnisse datirt iwaren, bis da er mir solche vorzeigte, zugebracht 'habe. Ohne Zweifel ist er während dieser Zeitseines Verstandes beynahe vollkominen beraubetgewesen. Man glaubet, er sey eine Zeit lang zuBicerre, oder an einem dergleichen Orte, einge- -sperrt gewesen, wegen seiner Unvorsichtigkeit, mitwelcher er auf dem Caffeehause zu Paris einen Lehrer«euer Wahrheiten hatte abgeben wollen. Es hataber wohl nicht lange dauern können, oder man hatmerken müssen, daß es in seinem Gehirne nichtrichtig stehe. Uebrigens habe ich, seit seiner An.kunft zu Berlin nichts vernomirlen, so ihn hättezur Last geleget werden können. Waren seine Dis- :course nicht jederzeit vernünftig, so waren sie dochauch nie unanständig; und seine Sitten hatten eine ,vollkommene Einfalt an sich. Niemals hat mirjemand dem Begriffe gemäßer zu seyn geschienen,den ich mir von den alten PhilosopMn mache,deren eine gute Anzahl nicht klüger gewesen ist.
Ich weis nicht, was für ein Wesen und wasfür Gesichtözüge er, während seiner ersten Studienund vor seiner Verwirrung gehabt haben möge.In der Schweiz müssen viele Personen seyn, welchesich dessen erinnern. So wie ich ihn aber gesehenhabe, war er ein wahres Original abzumalen.Seine Gesichtszüge waren ordentlich, die Farbeweiß und etwas bleich, das Auge heiter, ohne
einige