404 Geschichte
Beyspiele von Männern, welche bereits in derIu-gend eine gewisse Ahndung ihres ihnen in der Fol-ge des Lebens bevorstehenden Schicksals gehabt,und daher starke Triebe empfunden haben, solcheWege einzuschlagen, auf welchen sie hernachmalsdas ihnen bestimmte Ziel erreichet haben. So er-gieng es auch unserm Gelehrten. Es jag ihm indem Sinne, das große Rom würde seine andereVaterstadt werden, und er verwechselte daher Cor-tona, wo er in die berühmte Gesellschaft der Wis-senschaften getreten*), mit demselben. Daselbsterwarb er sich verschiedene vornehme und angese-hene Freunde, sehte seine antiquarischen Bemühun-gen eifrig fort, und hatte Gelegenheit, seine Ge-schicklichkeit darin,, öffentlich an den Tag zu legen.
. Es ward namllch 175;, bey Aufrichtung desFordergiebels an dem latcranischen Pallaste, unter
andern
*)Dicseanitzo berühmte Akademie nahm 1726 ihren An-fang. Die Mitglieder, welche damals zusammentraten,richteten ibrAugcnmerkausdiehctruscischcn, griechischenund römischen Alterthümer, vornehmlich aber aufdieersten, als ihre vaterländischen, von denen ein reicherVorratb übrig geblieben, und noch immer nach undnach entdecket worden. Sie hatte zu dem Ende bereitseine Menge alter Denkmäler von allerley Arten ge-sammlet, als der Herr Abt Baldelli, ein cortonischerEdelmann, welcher sich, während eines langen Auf-enthalts zu Rom, daselbst viele Bücher, Handschrif-ten, Alterthümer und andere sehendswürdige Sachenangeschafft hatte, im Jahre 1734 diese überaus großeSaminlung der Stadt Cortona in seinem Testamentehinterließ.' Dieses Geschenk, welches der Akademie