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2 (1828) Die Molkenkur / Ulrich Hegner
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als ich endlich ungeduldig sagte: Wenn es dich gereut,liebes Kind, kannst du ja da bleiben, und sie sich stellte,als ob sie das nicht horte, das Kammermädchen aberschnell seine sympathetischen Thränen trocknete, und dasFräulein in den Wagen schob, und in ein paar Stun-den aller Jammer ein Ende hatte — schrieb ich dasAlles billig auf Rechnung des weiblichen Charakters;nicht wahr? So auch, wenn sie meinen alten Rathzwar gefällig aufnimmt, aber die Anwendung desselbenimmer vergißt; das mag ebenfalls die liebe Natur thun.Ja es kam mir nicht einmal seltsam vor, als Snschenheute von einer Gemse begierig aß, über welche sie ge-stern, als sie der Jäger brachte, bitterlich weinte.

Abends.

So eben ward ich von Clotilde in ihr Ziimmeügezogen, um die Berge zu sehen, die heute zum ccrstcnMahle sichtbar waren. — Nun ja, hoch sind sie, undvoll Schnee auch, und die Sonne scheint schön dar-auf, Las ist Alles! Aber die Lust ist so kalt, daß keinemüber den Anblick die Haut noch mehr schaudert. Unddoch meinte heut ein Schottcntrinkcr (so nennt mandie Kurgäste hier), die Pracht des Gebirges sey callcinschon einer Reise hierher werth. „Ja wenn einer nichtweit hat/ antwortete ein Appcnzcllcr, auf den er sich,um des Beyfalls gewiß zu seyn, berief. — Der hatteRecht; wer wird nach Island reisen, um den ^Hcklazu sehen, der wohl noch prächtiger ist, wenn er Dcucr