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2 (1828) Die Molkenkur / Ulrich Hegner
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Beyfall; wer wollte nicht lieber den Jüngling in derNahe haben, als jene Frau? Sie selbst schien beynaheso etwas zu vermuthen, denn sie war jetzt zu allemsehr bereitwillig.

Da» Fräulein begab sich demnach mit Suschenin des Predigers Wohnhaus, um den ihr angclcgcnt«lichcn Austausch zu beschleunigen; sie wollte sogarselbst Hand ans Werk legen, damit es desto geschwin-der gehe. Allein die rührenden Erinnerungen, die inihr erwachten, als sie sich so mitten unter den Sachendes Abwesenden befand, waren zu mächtig; sie warfsich auf einen Stuhl, und ließ Suschen machen.

Kaum hatte aber diese angefangen, so trat Gustavselbst herein, der von seiner Entdeckungsreise zurück-kam, und sich nur geschwind umkleiden wollte, umBericht von seinen Verrichtungen im Schloß ab-zulegen.

Welch eine beglückende Erscheinung, Clotildc aufseinem Zimmer zu finden I — Sie aber, die seine Rück-kehr noch gar nicht vermuthet hatte, setzte der Zufall ineine ungewöhnliche Verlegenheit; denn was sollte ervon ihr denken? Mußte es nicht eine unwürdige Neu-gier scheinen, oder sonst ein Mangel an Betragen, daer ihren Beweggrund nicht kennen konnte? — Gus-chen erklärte ihm zwar alles; er hörte aber gar nichtdarauf, sondern freute sich nur der Erscheinung. DasFräulein selbst wollte sich entschuldigen. Was gehenmich die Beweggründe Clotildes an, unterbrach er sie,