162
auf den Weg zum helvetischen Minister, der unweitder elysäische» Felder wohnt Er hat ein schönes Haus,aber zu meinem Befremden fand ich es im Innernviel stiller und ruhiger, als ich bey einem Ambassadorerwartet hatte. Nirgends keine Schildwache, keineStaatekarosse, keine rauchende Küche, keine Bedienten,nicht einmahl ei» Hund in dem leeren Hofe. MitMühe entdeckten wir endlich einen Mann, der unsden Weg ine Düreau wies. Auf den einsamen Trep-pen und Gängen Hirten wir, wie in einem Kloster,unsre eigne» Fußtritte wiederhallen. Auch auf demBürea», wo zwey Secretäre saßen, schien mehr guteOrdnung als Geschäftsdrang zu herrschen, welches allesmir keine große Idee von der Bedeutsamkeit unsrerRepublik gab. Da der Minister »och »icht'aufgesta»,den war, weil er spät in die Nacht hinein arbeite, sohieß man »nS (es war S. Uhr) in zwey Stunden wie-derkommen. Aber wohin sollten wir nun gehe», umdie kostbare Zeit nicht zu verlieren? Es fing an zuregnen, wir waren weit von unsrer Wohnung, undda wir doch bald wieder kommen mußten, so wäre esnicht der Mühe werth gewesen, heim zu fahren. Wirwaren unzufrieden mit unserm Gesandten, der wie eingroßer Herr bis Mittag schläft, und wenigstens rei-sende» Landeleuten hülfreich seyn sollte, da er so we-nig für die Republik thun kann. Das war aber imUnmuth gesprochen; wir thaten ihm Unrecht, weil wirihn noch nicht persönlich kannten.