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Mlle. Volnais, ein noch sehr junges zartes Mäd-chen, spielte die Andromache , und Mlle. Raucourt, eineältliche junonische Gestalt, die Hermioue. Diese mitaller Zuversicht auf gewohnten Beyfall und mit derSicherheit vollendeter Kunst, jene mit liebenswürdigemMißtrauen in ihre noch ungeübten Kräfte, aber mitfeinem Gefühl und richtigem Sinn. Sie durfte injugendlicher Bescheidenheit eö noch nicht wagen, sichzu dem Heldenschritte, den (allerdings zierlichen) an-tiken Stellungen und dem plötzlichen Contrast der Tönezu erheben, worin ihre Nebenbuhlerin auch da, wo esihre stürmische Rolle nicht erforderte, ihre Kunst zeigte,sondern blieb durchgehende in den natürlichen Schran-ken edler sanfter Weiblichkeit, und gewann dadurch dleHerzen der Zuhörer. Sie wird aber dabey nicht blei-ben, sondern hingerissen werden, gleich den andern, zuden hochtrabenden Theatermanieren, welche die Ge-wohnheit der Nation erfordert, von deren Uebertrie-benheit aber, mehr »och als der Tadel der Ausländer,gerade der vorzügliche Beyfall zeuget, den die Zu-schauer selbst dem ungeschminkten Spiele dieses feinenMädchens zu geben sich gedrungen fühlten.
Wenn ich nur die Kraft des Erkenntnißvermö-gens besäße, welche die Gesetzgeber der menschlichenVernunft fordern, nicht nur im Denken, sondern so-gar im Empfinden alle Vorstellungen abzuhalten, dienicht in den Kram dienen, so hätte ich mit dieser klei-nen Andromache ganz zufrieden seyn könne», aber so