216
vermindert die seltsame Höflichkeit, womit er sich denLeuten nähert, nicht« aber geht über da« innige Wohl-gefallen, womit er wicderhvhlt den Son betrachtet,welche» er etwa über da« Gewohnte erhält. Wahr-lich ein treffende« Bild der Genügsamkeit, da« lautauf der Straße spricht, wie noch so manche andre Tu-gend, wenn wir ihrer nur achten wollten, und da«Gute nicht immer bloß im Glänze suchten.
Gegen diesem Zungen über sitzt auf der Erde einelange hagere Frau, die ein halbe« Dutzend kleine Brote,und eben so viel gefärbte Eyer im Schooße hat. Denganzen Tag hockt sie schwermüthig da, ohne Dach vordem Rege»; sie regt sich kaum, und nie sehe ich sieetwa« verkaufen.
Einer andern Ecke hat sich ein alte«, von Jahrengebückte« Weib bemächtigt, welche mitleidig auf dievorige hinunter sieht, denn sie vermag doch eine eigneBude. — Aber welch eine Bude! Ein niedrige«, en-ge«, au« morschen Bretern übel zusammengeflickte«Hüttchcn, da« mit schwarzen Lumpen vor dem Wettergeschützt ist. Da hinein krümmt sich da« häßliche Müt-terchen, und hat drey weiße Teller mit verkäuflichenEßwaaren vor sich; an den Tellern sind Stücke au«-gebrochen, und die Speisen — o Gott ! ich habe siein der Nähe gesehen! Schwarze Brocken gekochtenFleische«, keine ganzen Stücke mehr, sondern wa« manangekaut auf den Tellern liegen läßt, vernagle Kno,chen, alle« wie den Hunden abgejagt und schon für