IV
Die Bildnissesammler insbesondere, suchen bisweilen die unberühmte-ften Namen gerade am Emsigsten auf; und der beßte Trost, den man Hiebeyden Uninteressirten geben kann, ist wohl der, womit einer der gescheute-sten Päbste einem deutschen protestantischen Fürsten dre Benediction ertheilt:^ , da zumal diese Artikel ganz kurz sind. Im Gegen-
theil, so viel mir bekannt ist, beschweren sich verschiedene Leser vielmehrüber den Mangel, als über ein Unmaaß der Vollständigkeit dieses Werkes.Ihnen zu lieb hab' ich mir die größte Mühe gegeben, die verschiedenen Or-thographien eines und desselben Künstlernamens zu sammeln, um das Auf-finden irgend einer erwünschten Nachricht durch alle ersinnliche Hülfsmittelzu erleichtern.
In dem XXI. St. der Neuen Bibliothek der schönen Wissenschaf-ten hat sich jemand gütig die Mühe gegeben, mein Verzeichniß von Kupfer-stechern nach seiner, wie es scheint sehr reichen, Sammlung zu ergänzen.Dieses hat mich hinwieder bewogen, auch meine in dieses Fach einschlagendegedruckte und ungedrukte Materialien von Neuem zu durchgehen, und denmöglichsten Vortheil daraus zu ziehen. Die zwey Catalogcs des Abts vonMarollcs z. B- enthalten eine Menge von unbekannten Künstlernamen,deren Rechtschreibung man aber, der vielen offenbaren Fehler wegen, seltenganz trauen darf: Sollte man indessen darum unterlassen, das auch nurein wenig zuverlässig Scheinende, in Erwartung künftiger eigner oder frem-der Berichtigungen, einsweilen zu benutzen? Hab' ich's doch schon so häufigerfahren, daß diese Art zu Werk zu gehen, früher oder spater, zu der vollenWahrheit in der Kunstgeschichte führt. Das Nachschreiben handgreiflicherWidersprüche sogar, wenn man nur den Leser aufmerksam macht daß essolche sind, kann oft großen Nutzen gewähren. Wem alle dieß paradox scheint,hat gewiß se ine Kräfte noch nie, in dieser oder jener Art Geschichte zu schrei-ben, versucht.
In der ganzen bisherigen Einrichtung des Hauptwerks sowohl, als derverschiedenen Anzeigen der Hülfsguellen, ist auch dießmal nicht das Geringsteverändert worden, ausgenommen, daß man die in der ersten Ausgabe abge-sonderten Artikel der antiken Künstler und der Kupferstecher hier in das allge-meine Alphabeth einzutragen bequemer gefunden. Ueberdieß werden die Lieb-haber der Kunstgeschichte, vielleicht nicht ganz ohne Nutzen und Vergnügen,am Ende ein alphabetisches Künstlerverzeichniß, nach Meister und Schülereingerichtet, ganz neu angehängt, finden.
Was die Künstlerbildnisse betrift, so habe ich zwar derselben Verzeichnniß fleißig fortgesetzt, aber in der so langen Zwischenzeit von der erstenbis zu dieser zweyten Ausgabe das Glück nicht erlangen mögen, vollständigeExemplare/von den vier verschiedenen Ausgaben der ältesten niederländischenKünstlerbildnisse zu Handen zu bringen; daher sie auch in diesem sonst so