Baratta.
* Bararra, (Franz oder Joh. Baptist) einesSteinhauers Sehn von Massa diCarrara, lerntedie Bildhauerkunst bey Alexander Algardi und beydem Ritter Bernini . Unter dieses letzrern Aufsichtverfertigte er die riesenförmige Statue eines Mohren,welcher den Fluß Platka in America vorstellt, undneben andern Bildern das prächtige Brunnenwerkdes Platzes Navona ziert. In der Kapelle Rai-inondi der Kirche St. Pietco in Montorio sind dasAltarblatt in Basrelief und die Engel an dem hohenAltar der Kirche St. Nicola di Tolentino zu Rom von seiner Arbeit. Man sieht auch Vieles von ihmin der churfürstl. Galerie zu Dresden , welches dePlat in Kupfer gab. Bararra war dem Wein unddem Tabakrauchen so sehr ergeben, daß er sich hier-durch ein hitziges Fieber zuzog, welches ihn ibbö.aus der Welt raste. /ÄMrst p. 36 o.
— — (Johann) Bildhauer von Massa di Car-rara, lernte zu Florenz bey I. Baptist Foggini undhernach bey Maximilian Soldani-Denzi. Er arbei-tete vieles für den Adel zu Florenz , verfertigte auchzwo schöne Staksten, den Erzengel Raphael undTobias vorstellend, welche die Kapelle dell Porkinarizieren. Auch findet man von seinen Werken in denkönigl. Pallasten zu Turin und in der Leucrie. ärrleXll. IU2.
— (Johann Maria) Franzens Bruder,lernte zu Rom die Baukunst bey dem Ritter Algardi .Er bauce daselbst die Kirche St. Nicola di Tolentino,und ein artiges Hausgen auf dem Berge Ianicoloalla Longara. /wcost' II. 437.
, — — (Peter), Johann Bonazza, AntonTersiaund Martin Gropelli, alle Baumeister zuRom , bauten das Grabmal Benuccio und Sylve-ster Dalieri, Vater und Sohn, beyde Herzoge zuVenedig , von welchen der letztere i?ou. starb. Mansieht dieses schöne Monument in der Kirche St. Jo-hannes und St. Paulus zu Venedig . Blainville11 . 22 .
* Baratt,, (Anton) Kupferstecher zu Florenz ,arbeitete mit Loren; Lorenzi , Carl Gregori, Vio-landavannl, P. Anton pazzl, Franz Barrolozzlund Joseph Zocchl an der Sammlung von Kupfer-stichen nachchcn besten Gemälde» aus dem Cabinetdes Marchese Gcrini zu Florenz . Marterte machtedie Beschreibung dazu. Der erste Theil dieses Werkserschien zu Florenz r/bg. in gr. Folio.
Baratt o»il, (Ludwig) baute um 17/,». dieVorderseite der Kirche St. Giovanni Colabita zuRom. autt'ca e moärr»a.
Barazoli ( ) Maler von Verona , arbei-
tete in den Häusern der Grafen Aspetti zu Bergamo in Oel- und Frescofarben. K.
Barazzo (Jacob). S. Barozio.
Barba, (Genesius del) zu Massa di Carrara tdgt von armen Eltern geboren, lernte die Kunstbey einem schlechten Meister; aber sein Genie undunermstdeter Fleiß ersetzten diesen Mangel. Er be-gab sich nach Rom , wo er Tapeten mit Eaftfarbenmalte. Man sieht von seiner Arbeit in den pallastenPamfili, Odeschalchi und Corsiui, dann in demLandpallastc Belveder zu Frcscati, in welchen erGeschichten und Fabeln mit sehr glücklichem Erfolgauf Art gewürkter Tapeten malte. /'aL-st 1 . 35.
— — (Jacob della) Kunstgießer zu Florenz ,arbeitete unter der Aufsicht des Baccio Dandinelii.Vottarl II. 588 .
— — (Johann Sanchez) Bildhauer aus denGegenden von Burgos gebürtig, arbeitete zu Ma-drid . Man steht von seiner Hand bey den Earme-litern, in der Pfarrkirche des H. Kreuzes, in demKloster della Merced und in der Kapelle der P. P.Agonizanles, einen sehr berühmten sterbenden Hei-land. Dieser Künstler st. ib/o. 55 . I. alt.larco blE 1^0.
— — (della) Bcyname von GalearlusRiveUo.
Barbella. 4g
Barbalonga; Beyname von Anton Ricci.
* Barbarelli, (Georg) genannt Giorgion,
Maler von Casielfranco in dem Gebiete von Treviso .Lernte bey Johann Bcllini, entfernte sich aber baldvon der allznverzäi reiten Manier seines Lehrmeisters,und fieng an mit einer kecken und sichern Zeichnung,und wenigen aber wohl angebrachten Farben mit sofreyer und ungezwungener Manier zu arbeiten, daßsein Lehrmeister und Titian über ihn neidisch wurden.Er bekam vielfältige Gelegenheit, kostbare Denkmaleseiner Geschicklichkeit in öffentlichen und Privatge-bäuden zu Venedig u a. w. zu hinterlassen, indemer daselbst die Gewohnheit einführte, das Auswen-dige der Häuser auf frischen Mörtel zu mahlen, wo-zu er mit seinem eigenen den Anfang machte. Er sträii. 33 . Jahre alt. Giorgion brachte die Kunstin der kurzen Zeit seines Lebens auf einen sehr hohenGrad der Vollkommenheit. Noch kein Maler hatdie Kraft und heizhafligkeit, welche seine Werkevor andern unterscheiden, erreicht. Schatten undLicht nebst einer vollkommnen Harmonie verstand ersehr gründlich. In der Zeichnung hatte er einen fei-nen Geschmack, sein Nacktes ist mit großer Natür-lichkeit gefärbt, und ergab seinen Figuren eine guteRundung. Seine Bildnisse sind lebhaft, und seineLandschaften mit einem ausgesuchten Geschmackeausgeführt. Er malte wenig Cabinetstücke, welchessie um so viel kostbarer macht. Das nach ihm Ge-stachelte findet man meistens in den Sammlungendes Erzherzogs Leopolds, des Großherzogs zu Flo-renz , des H. Crozat, und der kaiserl. Kunsigalleriezu Wie». 1 . 77.
* Barbara, (Daniel) ein Vcnetianer, undPatriarch zu Aqnileja. Ehe er zu geistlichen Wür-den erhoben wurde, legte er sich mit allem Eifer aufdie mathematischen Künste Er schrieb Auslegi-m-gen über dcn virruv, die i567- zu Venedig gedrucktsind, so wie feine praotics ciellri Perspektive i55g.und i5d8. Dieser berühmte Mann st. i 50 g. /,i. I.alt.
* Barbar ello, (Bernhardin ) genannt s)oc-
chrerrl, balle Grotte, balle Facclare und balleMuse; Beynamen, welche sich auf verschiedeneseiner Werke beziehen. Er war von Florenz gebür-tig , lernre bey Michel Ghirlandajo, und war inallen Theilen der Malerey fertig, fruchtbar und geist-reich. Er zierte das Gcwölb der Kapelle Strozziin der Kirche zur H Dreyfaltigkeit mit vortrcflicherFrcscoarbcit. Barbarello hielt sich gern zu gemei-nen Leuten, ohngcachtct sein Umgang von den Vor-nehmsten gesucht wurde. Er st. 1612. 70. I. alt,und ward in der Earmcliterkirche zu Florenz beyge-setzt. Ph. Lhomaffin, Matham, E. Gregori, I.Callot, I. B. Proust und andere haben nach seinenWerken gestochen. j. i 85 .
* Barbaulr, ( T-) französischer Maler, starbzu Rom um !7(,5. Man sieht von ihm in der dasigenKirche St. St. Johanns und Paulus das Bildnißdes H. Franciscus von Sales Er zeichnete undetzte eine Sammlung von Alterthümern, die er inFolio auf 128 Blatter» herausgab. Man hat auchvon ihm verschiedene andere Blätter; neben andernden Martyrtod des Apostels Petrus nach P. Subrlcyras- /InE.
* Barbe, (Joh. Baptist) Kupferstecher vonAntwerpen, studirce in Italien , und lebte um 161«.Er arbeitete nach Rubens , Tl). Lanloo, M- deVos,F. Frankens rc. Basan beschreibt die vornehmstenBlätter seines Werks.
Bärbel (Thomas). S. Bernabel.
Barbella, (Jacob) ein erfahrner Großhisto-rienmalcr in Oel- und Freecofarben, von Cremouagebürtig, lernte zu Neapel . Man sieht viele von sei-nen Gemälden zu Brescia , besonders eine große Ta-fel in der Kirche Sc Fausiinus und Jovita, die er1623. verfertigte; in dieser findet man sehr schoneTheile und eine große Manier. Barbella st. r 65 b.bii. I. alt, von einem unvorsichtigen Flintenschüsse.