Band 
Erster Theil.
Seite
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Velli >» o. »

dieses Heiligen. Dieser Maler lebte um 15-26. Ar-cio,^ I. 6i.

Dellino (Bcllini)', ein Nacheiferet feiner Vor-eltern/ in deren Schule er die Kunst erlernt hatte,malte Geschichten, in welchen er ihre Manier so wohlnachahmte, daß ohne eine besonder« Aufmerksamkeites unmöglich ist, ihre Merke zu unterscheiden. VieleGemälde der H. Jungfrau Maria von gutem Ge-schmack und schönem Colorit sollen noch von ihm inVenedig zu sehen seyn. VannzM.

* Belliuo (Geutilis), geb. zu Venedig 1/,2i.kernte bey seinem Vater Jacob, und ahmte die Ma-nier seines Bruders Johann nach. Er reisete aufBefehl der Regierung nach Constantinovcl, und ar-beitete für den SultanMahomet II., der seineArbeitsehr wohl aufnahm und ihn in den Rittcrstand erhob.Aber ein schreckenvoller Zufall machte, daß Dclliuonach einiger Zeit seinen Aschicd suchte: Er mattenämlich daS in einer Schüssel liegende Haupt St.Johann des Täufers, welches der Kaiser zwarrühmte, daran aber aussetzte, daß der Hals allzulangsey z z» dessen Beweis ließ er vor den Augen des Ma-lers einem Sclaven den Kopf abschagen, damit er-sehen könne, wie bey einem solchen Vorfalle der Halseinschrumpfe. Nach seiner Heimkunft erhielt er vonder Regierung ein Jahrgeld und den RitterordenSt. Marcus. Er st. i2>»i. und ward in der KircheSt. Johann und Paul begraben. Einige öffentlicheGemälde dieses Künstlers werden noch heut ru Tagein den Schulen St. Johann des Evangelisten undSt. Marc, und in dem großen Nathssaale des her-zoglichen Pallastes gezeigt. Er zeichnete richtig,malte mit guter Färbung, drückte die verschiede-nen Leidenschaften mit einer, zu seiner Zeit ungewöhn-lichen Lebhaftigkeit aus, und gab überhaupt in seinenhistorischen Bildern Proben vieler Geschick lieh keit.Hieronymus Vallet hat nach seinen Zeichnungen die-Basreliefs der Riesensäule zu Eonstantinopcl gesto-chen. Knia//r 1. 28.

Bellino (Hiacynth), Maler von Bologna ,lernte bey Franz Albani. Er arbeitete nach der lieb-lichen Manier seines Lehrmeisters, ben dem GrafenEduard Pepoli, und bey dem Cardinal Tonti, derihn zum Ritter von Loretto machte Bellino hatte«ine so schöne und edle Gestalt, daß er dem GuidoReni öfters zum Modelle dienen mußte. Er blühcteum 1660. II. 266.

* — — (Jacob), Maler zu Venedig , lerntebey Gentile da Fabriano . Von ihm kennt man dieGeheimnisse unsers Heilandes und der H. Jung-frau mit solchen Ausdrücken, daß sie in den dama-ligen Zeiten als Wunderwerke angesehen wurden.Bellino brachte zuweilen in seinen historischen Ge-mälden Bildnisse seiner Freunde an, welches einigevornehme Personen veranlaßte, die Ihrigen von ihmmalen zu lassen. Man sieht noch von seinen Werkenin der Kirche St. Johanns und Pauls, und in derSchule St. Johann des Evangelisten. Er starb inseinem Datcrlande 1-',70. A/sto//r I. Zg.

* — — (Johann), Jacobs Sohn und Schü-ler, übertraf alle Künstler seines Zeitalters mit derzierlichen und zarten Manier in Del zu malen, welcheKunst er dem Antonello von Mcfsina unter dem Vor-wande, sich von ihm schildern zulassen, ablernte.Es würde für den Ruhm dieses Künstlers genug seyn,daß er der einzige Lehrmeister Titians gewesen, wel-cher nach des Bellino Absterben ein Bacchanale,das er für den Herzog von Fcrrara angefangen, vol-lendet hat. Er starb um 121s. 9". I. alt WiewohlJohann der erste unter den venetianischen Malernist, der einigermaßen die trockene Manier seiner Vor-fahren verbesserte, so bemerkt man doch »och einenschlechten Geschmack in scinerZcichnung; seine Stel-lungen sind gezwungen, und er war ein knechtischerNachahmer der Natur Aber seine Gesichtszügesind reizend, und in seinen Gemälden findet maneine gute Färbung. Seine meisten Gegenstände sindBilder der H. Jungfrau Maria und Bildnisse nachdem Leben, die alles, was man damals in dieser Art

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kannte, weit übertraf. Dann malte er Diele vonben berühmtesten Leuten seines Zeitalters. In derGalerie des Erzherzogs Leopolds findet man sechsBlätter nach ihm. P. Monaco, I. Folkema und an-dere habe» ebenfalls nach ihm gearbeitet. Aiäo/ss I./,7- Sansovino S-129 Aum-führt in Beschreibungder Schule della Carita eine kleine mit Leimfarbengemalte Tafel an, die Christum in der Herrlichkeitvorstellt, und schreibt sie einem A»ron Bellmo zu.

Bellis (Anton de), Maler zu Neapel , lerntebey dem Ritter Skanzioni. Er malte in der KircheSt. Carlo alle Mortelle das Leben dieses Heiligen.In der Färbung ahmte er seinen Lehrmeister und denI. Franz Barbicri nach. Er starb in der Blüthe sei-ner Jahre an der Pest 1626. Oomen/cr III. 109.

Belllssario. S. Correnzro.

Leklo (Andreas del). Frescomalerzn Florenz ,arbeitete um 1620. mit Michel Angelus ssiiiganeUr,Michel Lussinl , TonGuerini, Philipp Tarchta-ni, Cosinus Lstlllanefi. Stephan da Cluinto, inGesellschaft des Dominicus ssresii und anderer be-rühmter Maler zu Florenz . II. 221.

— — (Jacob) malte in einem Zimmer desherzogl. Pallastes zu Venedig (klagst, sto <Io Ca-morlenAln lli Lommnn genannt) auf eine Tafeldie Bilder des Heilandes, Petrus , Paulus, Jo-hann des Täufers und Marcus, mit einer Musikvon Engeln, und in der Ferne eine schöne Landschaft;ein Bild, welches bemerkt zu werden verdient. Erblühete um das Ende des XV. Jahrhunderts.

LNZVra y. 69.

— — (Raphael), Maler zu Florenz , arbei-tete um 1622. unter J.F.Rusticchio. /-nE-rlll. 699.

Bellogambius. S- Bellagamba.

* Bello ni (Joseph), Bildhauer und Baumei-

ster zu Venedig , verfertigte das Grabmal des 162.Pverstorbenen Aloysius Mocenigo, welches in derSpikhalkirche St. Lazarus aufgerichtet, und miteinigen sehr schönen in Basreliefs vorgestellten See-treffen geziert ist. Er baute auch das Zollhaus amMeere, wovon man in des L. Carlevarys Samm-lung einen Stich findet. TiÄratto ckr —

Ein anderer Belloni, Maler zu Mayland, stellte ineiner Altartafel der St. Paulskirche Christus in demGarten Gethsemane vor. /iatrmria.

Bellori (Joh. Peter'', Malerund berühmterAntiquar zu Rom , war Bibliothekar und Aufseherüber das Kunstcabinct der Königin Christinn, undhinterließ selbst eine vortrcfliche Sammlung vv»Kunstsachcn, welche nach seinem Tod an den Königin Preußen verkauft worden. Bellori gab i» 1672.die Lebensbeschreibungen einiger berühmter Künstlermit ihren Bildnissen aus Licht, und hinterließ denzweyten Theil dieses Werks in Handschrift, welchenachher in des H. von Crozat Bibliothek gekommenseyn soll. Es sind auch verschiedene andere Schriftenvon Alterthümern und Kunstsachen, durch ihn zumDruck befördert, bekannt. Er st. 1700. S.mr icMip. 29b.

* Bellorri (Bernhard oder Bernhardt'»),Maler von Venedig , lernte bey seinem Vetter An-ton Canale; daher er den Beynamen ssanalecro be-kam. In Deutschland hieß man ihn den GrafenBellorn. Er ahmte seinen Lehrmeister genau nach.Zu Rom zeichnete und matte er antike Gebäude unddie schönsten Aussichten dieser berühmten Stadt. Ingleicher Absicht gieng er nach Verona, Brescia undMailand . Auch von seiner Geburtestadt malte er dieschönsten Aussichten so fleißig und natürlich, daß esviele Geschicklichkeit erfordert, leidige vor seines Lehr-meisters Arbeit zu unterscheiden. Seine Ausarbei-tung ist leickt, und «eine Gemälde machen eine großeWirkung. Eanalerrokamanden chursächsischenHof»ach Dresden , wo er gleichfalls sein Talent in Vor-stellung der vornehmsten Gegenden dieser Stadt übte.Er ward 1764. Mitglied der daselbst neu eingerich-teten Malerakademie. Man hat von ihm 1 j. radirte

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