Band 
Erster Theil.
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64
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64 Berardi.

von Ridolfi in Pordenons Lebensbeschreibung an-geführt.

* Berardi (Fabius), Kupferstecher von Siena ,lernte zu Venedig bey Joseph Wagner , und arbei-tete um 1760. in seines Lehrmeisters Verlag nach Va-rana, Pittoni, Liepolo, Zocchi u. s w. ( 7 a»ste//i»r.

Bercari (Salvator), Bildhauer, arbeitetemit einigen andern Künstlern an den ausStucco ver-fertigten Basreliefs, welche die Apostel je zwey undzwey vorstellen, und in der St. Marcuskirche zuRom gesehen werden, ^itr.

Berchem. S. Berghem.

* Berchet (Peter), französischer Gelchichts-maler, lernte bey Carl de la Fosse, und ward schonin seinem Achtzehnten tüchtig befunden, in einigenkönigl. Pallästen zu arbeiten. Er begab sich 1681. inEngland, wo er unter Rambour, einem französischen Architectnrmaler, arbeitete. Berchet malte einigeDeckenstücke; unter Andern, eines in der Kapelle desLrinityrollcgiums zu Oxford Seine Zeichnungenerhielten von der Akademie vielen Beyfall. In denletzten Jahren seines Lebens malte er nur kleine Bil-der , zu denen er den Stoff aus der Fabcllehre ent-lehnte. Seine letzte Arbeit war ein Bacchusfest, wel-chem er noch an dem letzten Tage seines Lebens sei-nen Namen beysetzte. Er st. 1720. 6r. I. alt. JohnSmith hat ein Dianenbad nach ihm in Schwarz-kunst gearbeitet. /Mr«§ton.

Berckmans (Heinrich), Maler, geb. zuClünder 162g, lernte nacheinander bey Philipp Wonswermans, Thomas Willebort und Jacob Jordaens .Obwohl er bereits gute historische Gemälde verfer-tigt hatte, wählte er doch das Bildnißmalen, undsuchte sich Middelburg zu seinem Wohnplatze aus;hier und zu Vlifstngen schilderte er die Schützcngcsell-schaftcn. Seine Bildnisse sind durchaus wohl ge-zeichnet, von schönem Colorit, und sehr natürlich.Hagen , I. du Bois, Waumans, Dasan u. a. ha-ben nach ihm gearbeitet. II. 42H.

* Bercy oder Berry ( ), französischer

Kupferstecher, von welchem man ein Blatt sieht,welches das erste 1716. gehaltene Lil de Jusiice Lud-wig XV. in dem Saale des großen Parlements zuParis vorstellt, /äee Zettera/e p. /,o.

Berends (Christian). S. Berney.

* Bererino (Peter) ist unter demDeynamenseiner Geburtsstadt ssorrona bekannt. Er lernte beyseinem Vater Johann, einem Maler und Baumei-ster, und bey dessen Bruder Philipp, der in dem flo-rentinischen Gebiete viele Arbeit verfertigte; fernerbey Andreas Comodi und Baccio Ciarpi. Bererinozeigte Anfangs wenig Fähigkeit zu seiner Kunst, undward deswegen öfters von seinen Mitschülern ver-lacht; aber »»ermüdete Arbeit entwickelte aufeinmalseine glücklichen Talente, und setzte seine Lädierdurch sein vortrefliches Genie in Erstaunen. Ermochte kaum anfangen, seine weitläufige Erfindun-gen und Composilionen an den Tag zu geben, so be-mühe» man sich von allen Orten her, etwas vonseiner Arbeit für die vornehmsten Kirchen und Pal-läste zubekommen, um damit Altäre, Säle und Ge-wvlber zu zieren. So vornehmlich in der neuen Kir-che und in dem großen Saale des Barberinischen Pal-lastes zu Rom , wo er den nie genug gelobten Tri-umph der Ehre vorstellte. Er arbeitete auch in demgroßherzogl. Pallaste zu Florenz . Als die Schuleder Carracci zu Bologna aufhörte, bekam er durchseinen überall bekannten Ruhm eine große AnzahlLehrlinge, unter welchen sich auch sein Bruderssohn,Lucas, befand, pecer st. 1669 70. 1 . alt. DieGeschicklichkeit dieses Künstlers leuchtet vornehmlichaus seinen großen und weitläufigen historischen Ge-mälden hervor. Sein lebhaftes und feuriges Genieschickte sich nicht so gut zu kleinen Bildern, welcheeine genau ausgeführte Arbeit erfodern. Er maltesehr viel auffrische» Mörtel ; seine Färbung ist frischund glänzend, aber in der Carnatlon ist sie schwach.Er dachte edel, seine Gesichtsminen sind seyr ange-

Bergamasco.

nehm; er hatte eine vollkommene Kenntniß von demHelldunkel, von Anordnung der Gruppen, und warauch in Landschaften und in der Architectur vortref-lich Allein seine Gemälde fehlen öfters wider dieRichtigkeit in der Zeichnung und des Ausdrucks.Seine Figuren sind plump, und seine Gewänder vonschlechtem Geschmacke. Der JesuitJ. DominicusOrronelli hat unter seinem und des Bererim Na-men eine Schrift von dem Nutzen und Schaden derMalcrey und Bildhauerkunst 1662. zu Floren; in Htoans Licht gestellt. Die nach des P. von EorronaWerken gestochenen Blätter werden über ,00. ge-schätzt. M-na Fr'orentmo II. 286.

Bereera (Carl), Bildhauer zu Mailand . Vonseiner Arbeit fleht man auf dem Hauptaltare derKirche St. Johann Baptist« al Confalone den TaufChristi in gefärbten Bildern, und aufdemjenigen derKirche St. Maria della Fontana das Bild der H.Maria in Lebensgröße und als weißer Marmor ge-malt; alle diese Figuren sind von gebrannter Erde.Bererra lebte um 1729. Latr-aa«.

* Berg (Magnus), geb. in Norwegen 1666,lernte bey dem Hofmaler zu Kopenhagen . Er machtedie gewöhnlichen Reisen in Italien und Frankreich ,verließ aber nach seiner Heimkunft die Malerey, undfieng an in Elfenbein zu schnitzen. Von dieser Arbeitverfertigte er neben Andern, ein Gefäß von ungefähr2. Fußen, an welchem er allerhand Geschichten nachantikerManier in halb erhobener Arbeit ausschnitzte;selbiges wird wegen seiner Vortreflichkeit in derkönigl. Kunstkammer zu Kopenhagen aufbewahrt.Dieser Künstler st. 17Z9. Daurv S. 3,2.

— — (Matthias van den), Maler zu Ppern,lernte bey seinem Vater Johann, von Alcmaer ge-bürtig, einem Schüler des Heinrich Golzius; Jo-hann ward mit P. P. Rubens bekannt, der ihm dieVerwaltung seiner um Upern her liegenden Güternanvertraute, weswegen er sich daselbst niederließ.Der Sohn kam bey angebendem Alter in Rubens Schule, in welcher er einer der beßten Zeichner wurde;weil es ihm aber an genügsamem Genie fehlte,konnte er nichts aus eigener Erfindung hervorbrin-gen; er blieb also ein guter Kopist. Seine Zeichnun-gen werden wegen ihrer Richtigkeit stark gesucht.Matthias starb zu Alcmaer 1687. 02. 1 . alt. De§-

II. 24s-

*— — (Peter), Medailleur, arbeitete um1707. an dem königl. Hose zu Koppenhagen.

Berga masco (Bartholome), Bildhauer,von welchem man in den Kirchen St Geminianusund St. Maria in Orko, in dem Oratorio St. Ro-chus und in der Schule St. Marcus zu Venedig ver-schiedene Statuen sieht. Man bemerkt in denselbenschöne Gewänder und Stellungen, vortrefliche Ge-sichtsmienen und zierliche Hände.

— — (Joh. Baptist), ssastellogenannt, Ma-ler von Bergamo , lernte bey Aurelius Busso undM. A. Buonaroti, studine auch nach den Werkender berühmtesten Künstler zu Rom . Er ward inSpanien berufen, und malte in dem königl. SchlossePardo ovidische Fabeln in vielen Abtheilungen,welche so vorkreflich gezeichnet und ausgesührt sind,baß dieses Werk allein genugsam wäre, ihm einenunsterblichen Namen zu erwerben. Er arbeitete auchin der Baukunst, und legte auf Befehl des Königsdie Haupttreppe an, welche aus den königl Zimmerndes Escurials in die Kirche dieses Klosters führt.Nach einiger Meinung soll er der Vater des berühm-ten Bernhard ssastelli gewesen seyn. Aus seinemGrabmal ist zu ersehen, daß er 1670. 80. I. alt zuMadrid gestorben ist. Man findet auch Bilder vonseiner Hand in der Kirche del Giesu und in der Ka-pelle des Bartholome Coleoni, beyde zu Bergamo ,die von Ridolfi I. 1Z2. angeführt werden. Diesernennt ihn Baptifta Eaftello. — Seine SöhneFabritius und Eranellus malten in den Zimmerndes Klosters Escurial verschiedene Kleinigkeiten anKasten, Bettstellen, Wanden u. s. f., in welchen siealleryand seltsame Einfälle von Figuren, Genien,