Band 
Erster Theil.
Seite
235
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Ferrerro.

des geschundnen H. Bartbolomäus, welche er fürdie dasige Domkirche aus Marmor verfertigte, sehrberühmt. Man hält sie, wegen genauem Ausdruckeder Muskeln, für eine vollkommene Schule in derAnatomie. Indessen begieng Agraro bey Verfer-tigung dieses vortrefflichen Kunststücks den lächer-lichen Fehler, daß er den Kopf dieses Heiligen ander über die Achsel hängenden Hautvorstellte, so daßdieses Bild zwey Köpfe hat. Die Mailänder gebenvor, man habe dieses marmorne Bild mit gleichemGewichte von Silber feil machen wollen. Der AbtRichard I. »2b. schreibt dieses Werk Christoph Eibo,einem in der Künstlergeschichte ganz unbekanntenBildhauer zu- Ferrerio arbeitete auch in der Kau-thaust zu Pavia. S. den Art. M de Gra. Torr-c.

Ferrerio (Peter), Maler und Baumeister zuRom im XVII Jahrhundert. Er zeichnete die vor-nehmsten Palläste dieser Stadt, welche Rossi auf42. Platten stechen ließ. I. Barone gab nach ihmein Zeichenbuch von 12. Blättern^

Ferreris (Bartholom«), Maler und Kunst-liebhaber, lebte um i 65 o- zu Leyden . Er wird vonSandrart in den Lebensbeschreibungen des Lucäsvon Leyden und Hans Holbeins angeführt.

Ferrerri (Georg) von Valdintella, verfer-tigte mit seinem Sohn Anron drey moderne Sta-tuen und zween Engel an der Vorderseite der Haupt-kirche zu Cremona . Anron arbeitete auch zu Bres-cia, wo man in den Kirchen viele Statuen von ihmfindet. Lai-to/i II.

— — (Horaz Graf), geb. zu Perugia 1609.lernte bey Dernhardin Gagliardi die Zeichnung undMalerey so wohl, daß er solche andere lehren konnte.Man sieht in vielen Häusern seiner Geburtsstadt vonseinen Arbeiten in Oel und Pastel, auch mit der Fe-der gezeichnete Bildnisse. Dieser Herr studirte auchdie Mathematik und verfertigte bewundernswürdigeMaschinen. Er erhielt das Gouvernement der StadtNola und derselben Gebiet, und st. 1726. /Kr-co/i p. 255 .

— — (Johann), ein Florentiner, der um dieMitte des XVIll. Jahrh blühete. Er malte mitseinem Landsmann Peter Anderlini auffrischen Kalkden Saal und einige Zimmer des Pallastes Sanfe-doni zu Siena . Dann das Chor der Abteykirche zuFlore»;, und die Decke eines Zimmers in dem groß-herzogl. Pallaste. /Herr. b.a,üe»-r. Dieser Malergleicht sehr dem gleich folgenden I. Dom. Ferrerri.

* — — (Joh. Dominicus), Maler zu Flo-renz, lernte bey Franz Chmsuri zu JMola, zu Flo-renz bey Thomas Redi und Sebastian Galeötti, undzu Bologna bey Felix Torelli. Er malte in Oel undWasserfarben, auch auf frischen Kalk, und verfer-tigte eine unbeschreibliche Menge Arbeit für Kirchenund Pallaste der Städte Jmola, Florenz , Pifa,Livorno, Siena , Pistoja, Lucca- Volterra u. s. f.Er zeichnete einen großen Theil der im Muse» Fio-remino vorkommenden Blätter für die Kupferstecher.Dieser Künstler lebte noch 1766 .74 I alt. /körst ll.

st. I. p. 1.4.

Ferri (Anton); großherzogl. Baumeister zuFlorenz , ein hochgeschätzter Mann, lebte um 1674.Er gab die Zeichnungen zu dem Pallaste Lorenzi undzu der Treppe des Pallastes Corsini. 6nr/ie-r.

— — (Baptist), Maler und Baumeister vonPadua, arbeitete an den Höfen zu Warschau undzu Wien , an welch letzter», er einen seiner Neider,der ihn beschimpfen wollte, ermordete, worüber erzüm Tode verurtheilt, aber durch eineKammerjung-f«r der Kaiserin, die ihn wegen seiner Schönheit zubeyrachen begehrte, von dieser Strafe befreyt wurde:Weil aber Ferri geistlichen Standes war, that ereine Reise nach Rom , um die päbsiliche Dispensa-tion zu erhalten; allein, ehe er dahin gelangte, starber in seiner Geburtsstadt, und ward in der KircheEt. Lucia begraben. Ferri verfertigte sein eigenesDildniß in Holzschnitt, welches als etwas sehr kunst-reiches begierig aufgekauft wurde. Er lebte vermuth-lich gegen den Ansang des X VI-Iahrh. ä'carsteomnr.

Ferrucci. 2zg

Ferri (Cyrus), berühmter Maler zu Rom ,lernte bey Peter Beretini. Obgleich er wohl be-gütert war, verabsäumte er doch sein Talent inder Malerry nicht, und wollte sogar den nöthigenUnterhalt aus seiner Arbeit ziehen; er setzte deswe-gen seine Gemälde auf einen hohen Preis: Aber einegroße Manier, worin er seinen Meister nachahmte,eine schöne CompofitioN und ein vvrtrefliches Geniemachten, daß sie jederzeit stark gesucht wurden. DerPabst Alexander VII. und seine drey Nachfolger er-kannten seine Verdienste. Er empfieng auch von demGroßherzogen zu Florenz Gutthaten, der ihm dieVollendung der von Beretini angefangenen Werkeauftrug, welches Ferri mit so gutem Erfolge ver-richtete, daß alles von gleicher Hand verfertigt zuseyn scheint- Man setzt an ihm aus, daß er dieCharaktere seiner Figuren nicht mit genügsamer Leb-haftigkeit und Verschiedenheit ausgedrückt habe.Dieser Künstler zeichnete einige Cartons zu der Mu-sivarbeit der St. Pewrskirche; andere zu Aufrich-tung der Altare und Sacramenksgchäuse: Ermattezehn öffentliche Werke, und radirte einige Blätternach seinen eigenen Erfindungen und nach andernMeistern; diese, nebst einigen andern, die von ver-schiedenen Kupferstechern »ach ihm bekannt sind,werde» auf mehr als 8u. Stücke geschätzt. Er arbei-tete auch in der Baukunst, Und st. -689. 55 . 1 . alt.Gersainr und einige andere Schriftsteller nennenihn ssirofer. /krco/r 1. 171.

— — (Hieronymus), Maler zu Bologna ,lernte bey Franz Albani. Er verfertigte viele Ge-mälde für die Kirchen zu Bologna, zu Cremona u.s. f.Dieser Künstler st. 1670. />/§/«» xstttr/cc III. 255 .

* Ferroni (Hieronymns), MailändischerMa-ler und Kupferstecher, lebte um den Anfang desXVlll. Jahrh. Er malte für die dasige Kirche St.Eustorgio das Absterben des H- Pflegvaters Joseph.Man hat von ihm die Keuschheit Josephs, Jaelund Sissera, Judith und Holofernes; alle »achC. Maratii. Hingegen etzten F. Zucchi, I. M. Franrria u. s w. Bildnisse nach ihm.

Ferrucci (Andreas), genannt da Fieseste,Maler und Bildhauer, lernte bey Franz Ferrucciund bey Michel Maini. Seine Kunst bestand mehrin einer meisterhaften Uebung und in einem gutenGeschmack als in einer gründlichen Wissenschaft inder Zeichnung. Er war sehr geschickt in der Nach-ahmung , und wußte alle Arten von Bildhauerarbeitvollkommen zu copiren. Andreas arbeitete zuNeapel, zu Pistoja, zu Volterra und zu Florenz ;auch sandte er von seiner Arbeit »ach Ungarn Die-ser Künstler st. 1522. in hohem Alter, und ward inder Servitenkirche zu Fiesole begraben. — Ein an-derer Andreas Ferrucci, des Nicodemns Bru-der , ein Steinhauer, der sowohl in Figuren als insGevierte arbeitete, starb um , 525 . / 5 -Mri III. 107.

— — (Franz), Bildhauer von Fiesole , vonwelchem matt bloß Laubwerk und Blumengehängefindet; daher man glauben muß, er habe seinenMeißel niemals an Figuren geübt. Er war der ersteLehrmeister des Andreas Ferrucci, und wird öftersMit dem nachfolgenden vermengt, etc. IIl. 5 i.

— — c Franz), genannt Tadda, war unterden vielen Künstlern^, welche seine Familie in derBildhauerkunst hervorgebracht hatte, der einzige,welcher das Glückhatle, die Manier zu erfinden, denMeißel, vermittelst eines von gewissen Kräutern ab-gezogenen Wassers, so zu härten, daß man damitin Porphyr arbeiten konnte. So verfertigte Taddadie große Schaale, welche zu einem schönen Brun-nen in dem prächtigen Pallaste Pitti zu Florenz dient;ferners die Statüe des Herzogs Cosinus, und dasBild der Gerechtigkeit auf der Dreyfaltigkeitssäule;alle diese Stücke sind in Porphyr gearbeitet. Er starbi 585 . — Sein Sohn * Romulus, Schüler desAndreas Ferrucci, erbte von seinem Vater das obenerwähnte Geheimniß, und verfertigte aus Porphyr,ohne sonderliche Muhe, allerhand sehr wohl ausge-arbeitetcte Thiere. Er st. rbsb. Lnmi»«cci 8ec. 4.l>. 111. x. 190.

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