Band 
Erster Theil.
Seite
265
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Gallendorfer.

Gallendorfer (Sebald ), Formschneiderzu Nürnberg , lebte um »490 Er schnitt die Stöckezu einem Buch: -zrcket^piistriumpkant'is liom-e,von P. Danhauer geschrieben. Er arbeitete auchmit wlldelm plevdenrvurfan den Holzschnitteuvon Harrn,an,» Schedels Chronick, die » 495 . zuNürnberg gedruckt ist. zJachr.vonRünstl. 11 . ,»».

* Gallestruzz» (Joh. Baptist), Maler undKupferstecher von Florenz , lernte bey Franz Furini.Er ward »662. Mitglied der Academie St. Lucaszu Rom . Dieser Künstler verdient wegen seiner ge-schickten Führung des Grabstichels und der Radir-navel angemerkt zu werden, In dieser Art verfer-tigte er viele Werke, die in des Joh. Jacob RosseVerlagscatalog beschrieben sind. Man findet unterdenselben vornehmlich einige Sammlungen von Bas-reliefs und Friesen nach Polydor von Carravaggio,und eine beträchtliche Anzahl Blätter nach antikengeschnittenen Steinen, worzu Leonhard Agoftin»die Auslegung geschrieben; diese letztere erschien1627. u. 1659. ( 4 °. liom.).^ Man sieht auch von sei-ner Hand zwey große Gemälde in dem Pallaste Sal-viati zu Rom . Mar-iette A-ar-sss I. 274.

Gallert» (Peter), Schuhfiicker zu Bologna ,bemcngte sich mit der Malerey, ungefähr mit glei-chem Erfolge wie Johann Campugnano. Er dientelange Zeit seinen Mitbürgern, besonders den Ma-ler», zum Gespötte; diese letzter» spielten ihm tau-send lächerliche Streiche. Gallert» st. »68o. 5 o. I.alt. T-eftüm111. »4».

* — — (Philipp Maria), Maler von Flo-

renz , lernte bey Vincenz Dandini. Er trat als Layrbruder in den Theatincrorden. Gallert» arbeitetein der Bibliothek und der Kirche St. Sylvester zuRom und in der Kirche St. Nicolaus Tolentinus zuVenedig , beyde seines Ordens. Nebst einer großenMenge historischer Gemälde, die man über obigenoch in den Kirchen in Italien von der Hand diesesKünstlers siehet, malte er auch verschiedene Bildnisse.Erst. 1714. 78. I. alt. Mureo 111 . 275.

* G all, »Alexander). S. den Art Ferdinand,seines Vaters.

— — (Angelue), Maler zu Mailand , genanntDucchino, lernte bey Franz Landriani. Er maltein der Collegialskirche St. Georgius eine Tafel,welche den H. Carolus Borromaus vorstellt, wie erdie mit der Pest behafteten Mailan der mit den H.Sakramenten versieht. Angelus lebte um den An-fang des XVII. Jahrh. Torrs p. » 4 ö.

' " — — (Anton), genanntBibiena, geb.zuParma »700. lernte bey seinem Vater Ferdinand,ferner bey Joh. Joseph dal Sole, Felix Torelli undM. A Franceschini. Er malte Perspektive für dieSchaubühnen, und baute viele Kirchen, Kapellenu. s f zu Wien; vornehinlich aber in Ungarn . Diegroße Schaubühne zu Bologna und viele andre der-gleichen Gebäude wurden nach seinen Zeichnungen inItalien aufgeführt. Dieser Künstler lebte noch 1769.zu Mantua T-s/siua zorttrice 111. 9».

* — — (Carl), genanntBibiena, lernte beyseinem Vater Joseph. Er ward 1746. noch sehr jungin Dienste des Markgrafen von Bayreuth als Direk-ter der Theaterverzierungen angenommen, und be-diente zu gleicher Zeit, in gleicher Beschäftigung,den Braunschweigischen Hof. Alsdann ward ernach London berufen, wo er bis 176Z. blieb. Hier-auf verlangte ihn der König von Preußen an seinenHof, wo er seines verstorbnen Vaters Stelle nebsteinem Jahrgeld von 2400. Thalern erhielt.

pitt- ics 111. 94.

* — — (Ferdinand), genanntBibiena, desJoh. Maria Sohn, lernte bey Carl Cignani, Ju-lius Trogli, Maurus Aldrovandini und Joh. AntonMannini. Er war ein treflicher Künstler in frucht-baren Erfindungen, und in der Anmuth und Fertig-keit mit welcher er perspektivische Gemälde für dieSchaubühne verfertigte, weswegen er an vielefürstl.Höfe in Italien berufen wurde, und den herzogt.Hof zu Parma als bestellter Maler bediente. Kaiser

Galliani. 265

Carl VI. ernannte ihn zu seinem ersten Baumeister undPerspectivmaler. Wegen abnehmendem Gesichte ver-ließ er 1720. den Wienerischen Hof, und gieng in seinVaterland zurück, wo er 17.45.86. I. alt starb. Die-ser Künstler malte auch Figuren und Verzierungen;er schrieb zwey Bücher über die Baukunst. Nach sei-nen Zeichnungen hat mau einige Blätter von Verzie-rungen der Schaubühne geetzt. — Nebst Joseph,von welchem ein besonderer Artikel handelt, hatte ernoch einen Soll», Alexander, welcher a» demChurfürstlich'Pfälzischen Hofe die Stelle eines Bau-meisters und Malers bekleidete, O/emerr-

ti»a 11 . 200.

* Galli (Franz), genanntBibiena, des Joh.Maria Sohn, lernte bey Loren; Pastnelli und beyCarl Cignani, bey welchem er sich im Figurcnmalenübte. Bald hernach legte er sich vorzüglich auf dieBaukunst, in welcher er einer der lreflichsten Mei-ster seiner Zeit wurde, indem er nicht allein für dieSchaubühne, sondern auch an vielen andern wich-tigen Gebäuden arbeitete. Er bediente die Herzogenvon Mantua und Parma , desgleichen den kaiserl.Hof unter Joseph I. Dieser Künstler starb zn Bo-logna 1789. 80. I. alt. — Sein Sohn, * Joh.Carl, Mitglied der Academia Clementina, arbei-tete als Bühncmaler Verzierungen an dem Hofe desKönigs von Portugal, und starb zu Lissabon 1760./sftüra pitt-ice III. 96.

— — (Joh. Anton), genannt Spadarino,

Maler zu Rom , dessen, außer Guarient», keinSchriftsteller gedenkt. Gleichwohl findet man vonihm in der St. Pererskirche ein sehr schönes Gemäld,welches die H. H. Valeria und Martialis vorstellt.Auch verfertigte er mit Niclaus Tornioli die Cartonsfür die Mustvarbeit der H. Sacramentskapelle in ge-dachter Hauptkirche, die dann von I. Baptist» Ca-kandra (Bonann» sagt G. v. Abbanrin») ausge-führt wurde. p. »68.

* — — (Joh. Baptist) verfertigte einige Blat-ter nach den Zeichnungen von A. D Gabbiani , die1762. zu Florenz ans Licht traten.

— — (Joh. Carl). S. Franz Galli, s. Vater.

* — — (Joh. Maria), geb. zu Bibiena »626.lernte bey Franz Albani. Er hinterließ durch einigedichterische und historische Gemälde rühmliche An-denke» seinesgeschickten Pinsels, st. » 665 - und wardin der Kirche St. Maria Maggiore zu Bologna be-graben. — Joh. Maria hinterließ, nebst vorbe-meldten zwey Söhnen, eine Tochter, * MariaGriana, welche durch des Carl Cignani und M.A- Franceschini Unterweisung es dahin brachte, daßsie Bildnisse und Geschichten malen konnte. S ie hey-rathete den Landschasts- und Architecturmaler Ja-cob Anroi» pizzoli. /s/ftna xrttries 111. 83 . —Ein anderer Joh. Maria Galli, von Bologna gebürtig, lernte mit Obigem um gleiche Zeit bey F.Albani , welcher, zum Unterschied dieser beyden,dem erster» den Beynamen Bibiena gab, den auchalle seine Nachkommen behielten. — Ein dritter Joh.Maria Galli, genannt Bibiena , FerdinandsSohn, übte die Malerey und Baukunst. Er trafin Böhmen eine vortheilhafte Heyrath, und ließ sichdaselbst hausbablich nieder. Dieser war ein Ehren-mitglied der Academia Clementina zu Bologna .

— (Joseph), genanntBibiena, Fer-dinands Sohn, geb. zu Parma »696. Derselbelernte seines Vaters Künste so gründlich, daß er ihmin seiner Stelle an dem kaiserl. Hofe folgen konnte.In 1742. malte er zu Venedig die Scenen der großenSchaubühne bey St. Joh. Christophorus. Er wardalsdann 1760. nach Dresden berufen, wo er dieVerzierungendes dasigen Theaters besorgte. In glei-cher Absicht kam er 1764. nach Berlin , und starb da-selbst »767. zJachrichren von Rünstlern I.

— — ( ), Baumeister in Piemont, baute

die Kirche, genannt Santuario della Madonna,zu Mondovi, die hernach von Juvara beendigtwurde. Farto/r 1.

Galliani (Berardo). S. Galiani.

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