2-jr Geladas.
worauf er vollends zum Bürger angenommen wurde.FÜßll IV. 201.
Geladas. S. Eladas.
* Gelder (Arnold), Maler von Dortrecht,lernte bey Samuel Hoogstraaten und Paul Rein-brand, bey welchem er es so weit brachte, daß ermir ihm um den Rang streiten durste. Seine Arbeitwurde sehr gesucht und in außerordentlichem Preisebezahlt. Er arbeitete in seiner Geburtsstadt, undstarb daselbst 1727. 82. I. alt. Gelder folgte Rein-brand in allen Theilen, besonders in der Manierseine Figuren zu kleiden; er kaufte zu solchem Endealte Kleider, Fahnen, Scherpen, Stiefel u s f.so daß seine Werkstatt einer Trödelbude glich. SeineHistorien componirte er mit vielem Verstand; aberdas Costum beobachtete er nur schlecht; hingegenwußte er die Charaktere und Ausdrücke seiner Figu-ren vielfältig abzuändern. Die Farben trug er sehrdichte auf, und bediente sich dabey öfters der Fin-ger und des Farbenmessers; den Pinselstiel brauchteer, einige Züge in die aufgetragenen Farben zu ma-chen, welche in einer gewissen Entfernung eine wun-derbare Wirkung thun; Franzen und Stickwerke sindoft völlig erhoben. Sein Colorit ist vortreflich undgoldfarbig. Wenige Gemälde können die Nachbar-schaft der scinigen aushalten. Dncamxr II. 176.
Gelder« m an (Vincenz), von Mecheln ge-bürtig, malte das Nackte, besonders der Weibs-personen, sehr wohl. Seine Zeichnung war richtig;aber eine bessere Auswahl würde seine Gemälde ver-schönern. Man hat von ihm die Geschichte der Su-sann«, eine Cleopatra, eine Leda, und die Abneh-mung Christi vom Kreuze. Dieses letztere Gemaldist in der Kirche St. Romboutzu sehen. Erlebte um1070. DLLcam/,5 I. 164.
Geidorp oder Gelsdorf; Beyname vonGualdorp Gorzius.
— — (Wilhelm), Kupferstecher, arbeitete zuLondon .
* Gelee (Claudius), genannt der Lothringer,gieng als Pastetenbeckerjunge nach Rom , wo er ausMangel der Arbeit bey Augustin Tasso, dem beßtenLandschaftsmaler seiner Zeit, in Dienste kam. Beyselbigem ward er, nach vielem angewandten Fleißund überstiegen«:» Schwierigkeiten, ein vortreflicherMaler. Er ward um iliuo. zu Champagne in Lokhrin,gen geboren, und st. zu Rom 1682. Claudius wirdfür den ersten Landschafter aller Zeiten gehalten. Nie-mand hat die Färbung so frisch herausgebracht, »ochdie verschiedenen Tagszeiten mit solcher Natürlich-keit abgebildet. Er führt das Aug durch seine Luft-perspectiv, die über seine Gemälde wie ein sanfterThau, der sie erfrischet, gegossen ist, hin. SeinHimmel ist in beständiger Bewegung; aber seinedünnen Wolken schwimmen, von einem sanften Ze-phyr angehaucht, fort; er stellt meist einen mildenHimmel vor. Die Architektur in seinen GemäldenIst sehr schön. Auch in Seestücken war er vortreflich;aber seine Figuren sind steif, schlecht gezeichnet undgleichsam in Procession neben und nach einander ge-stellt; daher er zu sagen pflegte: Er verkaufe dieLandschaften, die Figuren aber gebe er zum Ge-schenke. Einige von seinen Gemälden sind von Phi-lipp kaun und Jacob Courtois mit solchen staffirt.Alle Arbeiten dieses Künstlers werden in sehr hohemPreise für die vornehmsten Kunstsammlungen erstan-den; eine davon, welche ehemals einen Theil vonGaignat's Cabinet ausmachte, ward nach des Be-sitzers Absterben um 5 oio. Livres verkauft. Clau-dius hat 28. Landschaften in Kupfer gcetzt, in wel-chen man zuweilen eine gute Zusammensetzung, abersonst keine großen Vorzüge findet; die Ausführungist schlecht, trocken und folglich unangenehm DerBaumschlag hat etwas Schweres; das Licht ver-theilt er selten auf die rechte Art, doch giebt er denGegenständen meist eine gute Lage. Der Grund vondiesen Fehlern ist, daß die Talente dieses Künstlersgutentheils auf der Palette beruhen, und daß er ohnediese nichts vermag. Sein übriges Werk besteht in
G e n g a.
etwa 22. Blattern, die meistens in England erschie-nen waren. ^a§co/r l. 20.
* Gelee (Johann), Claudius älterer Bru-der. Formschneider. Man hat von ihm 2 s. Bild-nisse u. s. w. die Visscher seiner Zeit im Verlag führte.
II. 82.
Gelenius (Sigmund), einer der alten deut-schen Formschneider, wird von Papillon I. i 55 .angeführt.
Gellig (Jacob), von Utrecht gebürtig, waranfangs ein Kaufmann, folgte aber seiner Neigungzur Malere», und stellte in seinen Werken alle Gat-tungen Fische vor; nachher begab er sich auf dasBildnißmalen. Er lebte um 1670. Man nennt ihnauch Gillis, wenigstens bezeichnete er seine Ge-mälde so. II. 282.
Gemb erlern. S. Gamperlin.
Gemelich (Joh. Leonhard), Bildhauer zuAugspurg, lebte nach der Mitte des X VI I. Jahrh.Derselbe arbeitete künstlich in Holz und Stein; inseinem Vaterlande weiß man aber nichts davon aus-zuweisen. von Sterken Br. VIll.
G e nrinignano. S- Gimignano.
Gemini (Thomas) verfertigte die Blatter zu:Lpitome librorum üe üumnni corporis sabric!»
welches mit mehr als so. Figurenzu London losö. gedruckt ist.
Gemini ano da Modena S. den Art.Loren; Gandolfo.
Gemüneher (Lucas), Maler zu Nürnberg ,setzte sich durch seine Arbeit auf frischen Kalk, be-sonders in perspektivischen Vorstellungen, in gutesAiisehn. Er starb 1679. Doppelmayr S. 20s.
GenagIi 0 (Bernhardin oder Bernhard). S.Zenale.
Genca. S- Genga.
Gendre (Niclaus le), ^Bildhauer von Etam-pes, lernte bey einem mittelmäßigen Meister; gleich-wohl ward er einer der geschicktesten Künstler. Seinemeiste Arbeit verfertigte er in der Kirche St. Nico-las de Chardonnet zu Paris , in welcher man großenVerstand und bewundernswürdige Sittsamkeit be-merkt Er st. 1670. 62. I. alt, und fand ingemeld-ler Kirche seine Ruhestätte, ie LoMte III. nZ.
Generelli oder Generoli (Andreas), ge-nannt Sabinese, malte das Blatt des hohen Altarsund die Seitenstücke der Kirche St. Johann Colavitazu Rom . Das Altarblatt ist wohl zusammengesetztund das Helldunkel gut angebracht; abcr die Cha-raktere der Köpfe haben weder richtigen noch edclnAusdruck. Es stellt den H. Johann de D«o vor,der das Kind Jesus aus den Handen der H. Mariaempfängt. 7 Iti.
* Generino (Franz), Bildhauer von Flo-ren; , ward um 1620. in Spanien berufen.
/io»r p. 25 c».
* Genga (Hieronymus), Maler, Bildhauerund Baumeister von Urbino , lernte bey Lucas Sig-norelli und bey Peter Peruginv. Er war besondersin der Perspectiv vortreflich, und verfertigte sehrviele Arbeit sür Schaubühnen, Palläste, Säle undKirchen zu Florenz, Siena, Rom, Mantua , dieLandschaft Romagna u. s. f. Genga malte fürFranz Maria, Herzog von Urbino, sehr prächtigeund mit vielem Verstand ausgeführte Verzierungenin dem dasigen Theater. Er nahm zu Rom dasMaaß von allen antiken Gebäuden, und hinterließdavon seinen Erben gründliche Anmerkungen inHandschrift. Hieronymus starb in seinem Vater-lande i 55 i. 72. I. alt, und ward in der bischöfli-chen Kirche begraben. L. Eurugue hat nach einemseiner Gemälde die Heilung des Aussätzigen für desCrozat Sammlung gestochen. — Sein Sohn* Barrholomö lernte auch bey Georg Vasari undbey Bartholomö Ammanati. Er ward ein guterMaler, Bildhauer, Civil- und Kriegsbaumeister.Dieser Künstler diente zu Malta und ward bey seinem