Band 
Erster Theil.
Seite
274
JPEG-Download
 

«74 Geniileschi.

und seltsamen Erfindungen geziert sind. Der reicheSchatz der Carthäuserkirche zu Neapel verwahrt einsilbernes Kreuzifix von seiner Hand, an welchem eriH.Jahre gearbeitet, und wegen seiner Vortreflichkeitdafür mit 12,»vv. Ducaten ist bezahlt worden. Gen«ri!e st. 90. I. alt 1609. zn Rom , und ward in derKirche St. BlasiuS begraben. Man fand sehrschöne Zeichnungen von Springbrunnen und ander»kostbaren Werken unter seiner Verlasseuschaft. La§-üom x>. 103.

* GenriIe sch i (tzoraz), Maler vonPisa,lerntebey Aurclius Lomi, seinem Stiefbruder. Er giengnach Rom . wo seine zarte Manier bey Fürsten undPäbsten beliebt war Horaz kam 1621. nach Ger«na, arbeitete daselbst für die französischen und sa-voyschen Höfe, ward hernach selbst in Frankreich berufen, und blieb daselbst zwey Jahi-e. Von dakam er in England, und erhielt, nebst guter Bezah-lung , ein Jahrgehalt von 5»v. Pf. Sterling. Abersein Glück war von kurzer Dauer; denn er starb zuLondon 48.1. alt, und ward in der Königin Kapellebegraben. Inder: Keris , Vlll. 116. giebt man ihmausdrücklich, aber unwahrscheinlich, ein Alter von84. Jahren. — Sein Sohn Franz kam nach desVaters Tode nach Genua zurück, wo er bey Domi-nicus Fiasella lernte und als Maler arbeitete. —* Arremlsia Gennleschi, Horazens Tochter,malte nicht allein sehr schone Bildnisse, sondern auchgroße und kleine historische Tafeln, in welchen siedes Guido Reni Manier nachahmte Sie arbeiteteum i65o. zu Neapel . David und P. Jode habennach ihr, und L. Vorstermann nach Horazen's Er-findung die Geschichte Loths gestochen. SaZ-krom.ä'ox-ca-rr. Domcmcr.

— — (Sophonisba). S- Zlngusciola.

Gentsch (Andreas), Kupferstecher zu Augs-burg , gab um 1616. 35. kleine Blatter von Gro-tesken und Laubwerk. Christ bemerkt sein ZeichenS. 92.

Georges». S. Giorgio» und G-Barba-rella.

Ge 0 rges. S. den Art. Stephan de Rwiere-

Ge 0 rgetri. S. Giorgerri.

Georgi (David). S. Joris;.

*— — (Johann), KupferstecheroonPadua,lebte um 164» Er hak einige Bildnisse in: l.e Glo-rie lls^Ii Incoßnitl, u. a. in eine Beschreibung derStadt Verona , von Framborri, gestochen. Mansieht auch von ihm mehr als 6«. Blatter in: Hiero-pl^pbioa 8ive antigua dcbemsrs Osmwarum an-

»ulsrium, fortuuii verschiedene Titelblät-ter u. s. W. t?a«4e/ü'»ri.

— (Niclaus), schwedischer Stahlschneiderund Schüler des I. Carl Hedlingcr, arbeitete um1768. zu Berlin . Man hat von ihm einige schöneSchaumünzen. S. den Art. D- Foehrmann, Be-schreibung von Berlin S. 383.

Georgion. S. Giorgion.

Gerard (Joh. Georg), von Espinal in Lo-thringen gebürtig, that sich im Vildnißmalen sehrhervor, starb aber in der Blüthe seiner Jahre.

4evi//e lll. i54«

* — — (Marc), Maler von Brügge , war inallen Gattungen dieser Kunst geübt. Er malte näm-lich Geschichte, Landschaft, Architektur u. s. f. Auchwar er ein guter Zeichner, Kupferetzcr und Jllumi-nirer. Man sieht in seiner Geburtsstadt und denenumliegenden Orten schöne Gemälde von ihm Erzeichnete viel für die Glasmaler. In seine Land-schaften malte er gewöhnlich eine pissende Weibs,person; sie schicken sich also wohl neben des JoachimPatenier's Arbeit. Man hat die Fabeln des Aeso-pus von seiner Hand gezeichnet und geetzt, worindie Thiere sehr geistreich abgebildet sind. Auch gaber einen schönen Plan von der Stadt Brügge. W.Hollar hak nach ihm gearbeitet. Dieser geschickteKünstler gieng in England, wo er um 1590. starb.Ohne Zweifel ist er der nämliche, dessen vasari in

Geringius.

des Bottari Ausgabe III. 464. unter dem NamenGherardo gedenkt. Borrari giebt ihm in der vier-ten Anmerkung den Beynamen delle kAorri, weiler sich mit Nachtstücken berühmt gemacht habe, undsetzt hinzu: Man finde in der ersten Capelle, rech-ter Hand, in der Kirche St. Maria della Skalazu Nom, eine Enthauptung St. Johannes des Täu-fers von seiner Hand. Allein dieser Schriftstellerirrt sich hierin, indem der Beyname decke lJorrinicht dem Gerard von Brügge sonder dem Ge-rard Honrhorst gegeben, und odbemeldtes Ge-mach zugeschrieben wird. Dieser aber ist allzu-jung, als daß er dem vasari konnte bekannt ge-wesen seyn. x. 142. I. i 45 .

Gerard ( ), geschickter Schlösser zu Pa-

ris , verfertigte 1771. einen prächtigen Baldachin,welcher zum Aufsätze eines Altars dienen könnte,und von den verständigsten Künstler» wegen seinervortreflichen Struktur bewundert ward. Das Ei-sen ist so zierlich gearbeitet, daß es dem Silbergleichet, und, ungeachtet seiner Höhe von 16.Fußen, so leicht, daß es von vier starken Män-nern getragen werden kann. kitte»1771.

12. p. 94.

Gerardini. S. Gberardini u. Gherardo.

Gerardo. S. Gherardini oder Gilaribini.

* Gerbt er (Balthasar), geb. zu Antwerpen 1692. war ein geschickter Miniaturmaler. Er ar-beitete in Italien und ward in seiner Kunst so be-rühmt, daß er an den königl. Hof in England be-rufen, und an demselben zu verschiedenen wichti-gen Geschäften gebraucht wurde. Der Konig machteihn zum Ritter, und er war viele Jahre, in diesesFürsten Diensten, Resident an dem Hofe zu Brüs-sel; nach seiner Zurückkunft aber königl. Eeremo-nienmelstcr und starb auch in dieser Wurde ibdi.Sandrart 1 . 5 r 5 .

Ger er ( . . le), treflicher französischer Bild-hauer, dessen Kunst sich aber einzig auf Kruzifixeeinschränkte, in welchen er (besonders in denjeni-gen die unter zwey, waren) so berühmt wurde,baß man sie in unglaublich hohen Preisen bezahlte.Er arbeitete gegen das Ende des XVII. Jahrhun-derts zu PariS , und starb daselbst. Man findetin den königl. Gärten zu Versailles zwey mit Son,nenblumen gezierte marmorne Vasen von seinerArbeit, ie 6o»»tte III. » 85 .

Gerhard oder Gerard (Hubert), ein Nie-derländer , verfertigte um 1594. die metallenenBilder des schönen Brunns, welcher den Perlach-platz zu Augsburg ziert. Man findet nach dem-selben ein Blatt von Lucas Kilian . Gerhardstand von i 586 >-ihgh. als Dildformer und Stu-kator in Diensten des Herzogs von Bayern . Erverfertigte 1692. die Stalüe des Erzengels Mi-chael über dem Portale der Jcsuiterkirche zu Mün-chen . von Srerren Brief VII. IX.

Geri von Arezzo, verfertigte das Chor unddie Kanzel der dasigen Kirche St. Augustinus voneingelegter Holzarbeit mit Figuren und Perspekti-ven. Er lebte im X V. Jahrhundert. / 5 n«»-r II.480.

— — (Bettv di), Goldschmied zu Florenz ,lebte um i 386 . S- G. Ärraviani. Sa/ch'uaccr,I. 264.

* Gerike (Samuel Theodor), Maler vonSpandau , lernte bey Rüdger va» Langenvelt, undsiudirte zu Rom in der Schule des Ritters Ma-ratti. Er malte Geschichte. Man siehet von sei,ner Arbeit in den königl. Pallasten, besonders zuOranienburg , welche meist in Deckenstücken beste-hen. Geriete ward Professor und letztlich Di-rektor der königl. Akademie zu Berlin . Er starbdaselbst 173» 65 . I. alt. Man hac von ihm deutscheUebersetzungcn von du Fresnoy: Hrcv xrapdica,von G Lairesse großem Malerbuch, und von derMaleranatomie des F. Torrebar. Nachrichtenvoi» Runstler» I. 45.

* G.e r,» gius (' ), Kupferstecher zu Stock-