Band 
Erster Theil.
Seite
345
JPEG-Download
 

K eitle.

durchreiste, und überall historische Bilder und Bild-nisse hinterliess Zuweilen bediente er sich anstattder Pinseln seiner Finger, welchen Einfall er vonHugo da Carpi mag entlehnt haben. Man rühmtdie Composikion seiner Gemälde, auch die Verschie-denheit und verständige Nachahmung der Naturin den Gewändern. Nach Papillon hat dieserMalerauch in Holz geschnitten, und ziemlich schöneBlätter verfertigt. Er übte seine Künste zu Leip-zig , und lebte noch 1600. 02. I. alt. I. Saen-redam, H. Bary, u. s. w. haben nach ihm gesto-chen. I. 199.

* Rerrle (F), ein Bildniß - und Halbefigu-renmaler zu London , lebte um 1760. V. Greenhat eine Citharnspielerin und einen jungen Zeich-ner nach ihm in Schwarzkunst gearbeitet.

* Reulen (Cornelius Janson van), ward zuLondon von holländischen Eltern geboren, und ar-beitete daselbst unter der Regierung Carl I. Her-nach setzte er sich in Haag, wo er auf dem Rath-haus ein Gcmäld von 14. Bildnissen verfertigte,welches die Bürgermeister und Häupter dieses Ortsin völliger Statur und Lebensgröße vorstellte. Die-ser Maler st. i 656 . C- van Dalen, Matthain,u.s. f. haben nach ihm gestochen. SexcampL I. 2/,4.

Rey oder van Repen. S. Ray.

Repen (Adrian van), niederländischer Maler,arbeitete zu Venedig , wo er die Manier des jün-gern Palma nachahmte. Man findet ein Bildnißvon seiner Arbeit in der Galerie des Palais royal zu Paris . Du Zo» ste Xt. (se/air.

*Reyl (Michel), geb.zu Nürnberg 1722. lerntebey I. Daniel und I. Martin Preißler, bey I.Jacob Schübler und Martin Tyrof. In 1746. warder mit andern Stechern nach Dänemark berufen,wo er an den Platten von Halnia mostsrria undVitruviug Osnicus arbeitete. Nach seiner Zu-rückkunft ward er nach Dresden beschieden, anden Stichen der Galerie zu arbeiten. Der Chur -prinz ernannte ihn 1753. zum Zeichcnmeister beydem adelichen Cadettencorps. Bey! arbeitete auchnach Ferg, Bega, Wateau u. s. w. rFachr. vonRünstl. I. 120.

Reyser oder Repzer (Clara), berühmteMiniaturmalers zu Gent , starb im XVI. Jahr-hundert, 8c>. I- alt, ledigen Standes. Sie wirdvon Guicciardini und Dafür, angeführt. —* Heinrich de Leyser , Bildhauer und Baumei-ster von Utrecht , lernte bey Abraham Bloemacrt.Er baute zu Amsterdam verschiedene schöne, so-wohl öffentliche als Privatgebäude. Man schreibtauch seiner Arbeit das Grabmal des Prinzen vonOranien in Delft zu, und die metallene Statüedes Erasmus, welche der Magistrat zu Rotterdam auf dem großen Platze dieser Stadt aufrichten ließ.Heinrich starb zu Amsterdam 1621. 56 . I. alt. —Sein Sohn * Perer Reyser, folgte des VatersFußstapfen, und in der Stelle eines Stadtbaumei-sters zu Amsterdam . Er verfertigte neben Andern,das Grabmal GrafWilhelms von Nassau, der 16 ,2.zu Qrsoy starb, und zu Heusden begraben wurde.- Nach * Theodor de Reyser, der um 1620. zuAmsterdam lebte, hat Jonas Suyderhoef schöneBildnisse gestochen. - P. de Raxser, Kupfer-stecher , arbeitete nach Heinrich de Kayser. Die-ser ist vielleicht obbemeldtcr perer.

* Rhol (Andreas I, Kupferstecher von Nürn-berg , verfertigte ein Zeichenbuch und kleine Bild-nisse von verschiedenen berühmten Männern seinesVaterlandes. Er st. , 656 . 02 I. alt. Christ führtp. 96. sein Zeichen an. Doppelmayr S. 226.

* Rierings (Alexander), trcflicher holländi-scher Landschaftsmaler, lernte bey Johann Miel,und, nach einiger Meinung, bey Cornelius Poe-lcmburg. Er ist fast nirgends als in seinem Vater-lande bekannt. Man siehet in seinen Werken we-nig Abänderung; er begnügte sich die Natur genaunachzuahmen, und seine Gemälde sehr fleißig aus-

Kilian. Z45

zuarbeiten; in denselben unterscheidet er nicht alleindie Baumarten an den Blättern, sondern die Fa-sern des Holzes und der Rinden. Seine Vor-gründe sind rechend, und die starke Ausarbeitungmacht sie nicht trocken. Cornelius Poelemburgund Jacob Ernest Thomann zierten seine Gemäldemit Figuren. Erblühete um 16Z6. Sereamp5 i 400.

* Ries (Simon Johann), Maler von Amster-dam , wird unter Franz Floris Schüler gezählt.Er zeichnete nach den Gemälden seines Lehrmei-sters die sieben freyen Künste, welche durch Co-nelius Cort gestochen worden. DennmM I. 115.

Liesse! (Matthäus). S. Rüssel.

Rik (Cornelius van), geb. zu Amsterdam i 6 Z 5 .malte anfangs Bildnisse, die er sehr schön ausar-beitete. Die Vortrcflichkeit der Blumenstücke desCornelius van Heem reizte ihn, ein Gleiches zuversuchen, und er that es mit gutem Erfolge.Seine Blumenstücke werden theuer verkauft, wes-wegen er das Portraitmalen aufgab. Er hatte einensehr schönen Garten, in den er alles anschafte waszu seiner Kunst dienlich war. Unter seinen Blu-men rühmt man vornehmlich die Tulipen und Hia-cynthen. Rik malte seine Werke mit leichter Ma-nier, frischer Färbung und zartem Pinsel. Wegenseiner schlechten Liebe zur Arbeit sind seine Gemäldeselten und theuer. Er st. 1675. OeLcampL III. 6.

* Rilian. Diese Familie ist sehr zahlreich undin der deutschenKünstlergeschichtc berühmt. i)Bar-rholomö , ein geschickter Goldschmied aus Schle-sien , setzte sich zu Augspurg haushablich nieder undstarb , 588 . alt 4 ". Jahre. 2) * Barrholonrs,geb. zu Augspurg 1620. lernte bey seinem VaterWolfgang. Er arbeitete drey Jahre unter Mat-theus Merian und mehr als drey Jahre in Paris .Nach seiner Zurückkunft zeigte er seine Stärke so-wohl in guter Zeichnung als in geschickter Füh-rung des Grabstichels, war auch in seiner Arbeitsehr fleißig und geschwind. Man hat von ihm über5 o. Theses, von denen manche 4— 5 ^ hoch sind.Das Bildniß des römischen Königs Joseph zu Pferdist hoch. Er stach auch eine große Menge schö-ner und selten gewordener Bildnisse nach den beß-ten deutschen Malern. Dieser Künstler starb inseinem Vaterlande 1696. Seine Stiche werdenweit über 5 oo, Blatter geschätzt. Z) * Georg,Wolfgang Philipps Sohn, geb zu Augspurg 168Z.Seine zeitlich bezeigte Talente bewogen den geschick-ten Geschichtsmaler Jsaac Fisches, diesen Jüng-ling ohne Entgelt) zu unterwl-isen. Er gieng nachSachsen und nach Berlin , wo er sich etliche Jahreaufhielt, und sowohl Geschichte als Bildnisse malte.Hierauf ward er nach Wien, dann nach Nürnberg zu Christoph Weigel und an verschiedene deutscheHöfe berufen. Dieser Künstler legte sich hiernachstauf die Schwarzkunstarbcit; verfertigte für die rö-misch - katholischen Universitäten in Deutschland große Theses, arbeitete nach verschiedenen italie-nischen und deutschen Künstlern, malte auch Bild,nisse in Paste!, worin er eine so starke Uebung hatte-daß er seine akademische Zeichnungen nach der Na-tur auf diese Art verfertigte. Endlich beschloß ersein arbeitvolles Leben 1766. Seine Blatter wer-den über Zoo. gerechnet. 4 ) * Georg Christoph,geb. zu Augspurg 1709. ward von seinem VaterGeorg zu dessen Künsten angeführt Er hielt sichanf seinen Reisen einige Zeit zu Nürnberg , inOesterreich, Ungarn, besonders zu Wien auf. Seinebeßten Blätter bestehen in Bildnissen einiger deut-schen Fürsten und Prälaten. Er führte einen star-ken Kunstverlag, und übte sich, seiner Neigungzufolge, in den schönen Wissenschaften. DiesemKünstler hat das Publikum viele wichtige Bey-träge zu Verbesserung und Vermehrung verschiedenerArtikel dieses Künstlerlexicons überhaupt, und seinesberühmten Geschlechts insbesondere zu danken. 5 )*Jeremias, Philipps Sohn u. Schüler, ein ziemlichguter Kupferstecher, starb zu Augspurg 1720. 64.I. alt. 6) Johann, Wolfgangs Sohn, Gold-schmied , hielt sich lange Zeit in Italien auf, und

X x