Lancilotto.
Giacopino, geb- ;u Modena 1S07. ward durchdie sorgfältige Unterweisung seines Vaters Tho-mas ein in schönen Wissenschaften und guten Kün-sten wohl erfahrner Mann. Er war Redner, Dichter,Gottesgclehrter, Sternseher, Tonkünstler, Miniatur-und Oelmaler und stand deswegen bey Pabst ClemensVlI. und Kaiser Carl V. in großen Gnaden. Er starbin seiner Geburtsstadt i 554 - und ward in der KircheSt. Laurentius begraben, wo man eine von seinemVater verfertigte lesenswürdige Grabschrift sieht,p. 65.
Lancilorro od.Lancelor. S. Blondeel.
Lancisl (Thomas), Maler von Borgs S.Sepolcro, lernte bey Raphael Sciaminose. Er st.1682. 79. 1 . alt — vmcenz und Matthäus Lan-eisi, seine Bruder, übten gleiche Kunst. — DieseFamilie war schon lange Jahre zuvor in der Male-rei) berühmt. Snar/entr.
Lancia er (Johann), Kunststicker von Nürn-berg , wirb von Lomazzo in seiner Abhandlung vonder Malerey S. 689. angeführt.
* Lauerer (Niclaus), Maler zu Paris , lerntebey Peter Dulin und Claudius Giltst. Er gieng ausihren Schulen, um nach der Natur zu studiren, undfolgte der Manier seines Mitschülers Anton Wa-teau. Die Arbeiten dieses Künstlers bestehen ausangenehmen Gegenständen und lustigen Compositio-ne»; er bildete in denselben die Kleidertrachten sei-»esZeitalters und galante Gesellschaften. Sein Corloric ist ziemlich lebhaft, aber er wußte weder denzarten Pinsel noch die feine Zeichnung des Wateauzu erreichen. Lancret hatte auch einen guten Ge-schmack für historische Verzierungen; aber seine letz-tem Werke entsprechen den frühern nicht. Man fin-det zwey von feinen Gemälden in den kleinen königl.Zimmern des Schlosses zu Versailles . Seine beßteArbeit aber ist in dem Schlosse Jvry zu sehen. Erstarb als Professor der königl. Acadcmie 17^2. 55 .I. alt. Man hat ungefähr 160. Blätter nach seinenangenehme» und ergötzenden Bildern gestochen, dienun bereits anfangen selten zu werden; die beßtensind von le Bas und l'Armeßin.
*Landberg. S. Luudberg.
*Landdeck( ), deutscher Künstler, malteKüchenstücke.
* Landerer (Ferdinand), deutscher Kupfer-stecher, lebte zu Wien um 176«. Er hat nach Schmidteinige Blätter radirt, die im Geschmacke der Zeich-nung des Rembrands Manier nachahmen. Dannnach Pillement acht Landschaften, wovon er jedesBlatt einer Person von der kaiserl. Familie zueig-nete. Lara».
Landgraf (von). Beynatne von H. Graf.
Landi (Domim'cus), von Stiappa im Kirch-sprengel von Lucca gebürtig, war einer der beßte»Edelsteinschneider zu Rom . Er schnitt vor undnach 1720, Figuren, antike Köpfe und Bildnisse nachder Natur in verschiedene Gattungen Edelsteine,p. 64. u r/, 5 .
Landk (Jos. Anton), Perspectivmaler, lerntebey Ferdinand Galli-Bibiena. Er ward 1729. alsMitglied der Academia Ciementina angenommen,ungeachtet er das hierzu erforderliche Alter nochnicht erreicht hatte. Dieser Künstler etzte einigeArchitekturen. ^caä. L 7 e/u. II. 21^-
Landini (Taddeus), Bildhauer und Baumei-ster von Florenz , verfertigte die Statüe des Win-ters auf der dasigen Dreyfaltigkeitsbrücke, und kamunter der Regierung Pabst Gregor Xlll. nach Rom .Da er eine gute Zeichnung, vollkommene Wissen-schaft in Führung des Meißels und in Schmelzungder Metalle besaß, verfertigte er viele Arbeit anSpringbrunnen t Grabmälern und für die dasigenGarten. Er arbeitete in Diensten der Pabste GregorXlll., Sixt V. und Clemens VIII. , und ward zumOberbaumeister aller öffentlichen Gebäude ernannt.E t. i 5 gj. LaZ/iom p. 60.
Lanfranco. Z§7
Lands, Baumeister von Siena , arbeitete zuNeapel . Er ward in sein Vaterland zurückberufen,die.Domkirche zu vergrößern, wozu 1228. dasFun-dament gelegt wurde. La/cÜMiccr 8ec. II. p. 42.
* Landr-tant (Franz), genannt Ducchino,bekam vielleicht diesen Bcynamen, weil er Directoraller Malerarbeit war, die zu seiner Zeit in dem her-zoglichen Pallaste in Mailand verfertigt wurde. Ermalte mit großem Verstand und Fertigkeit auf fri-schen Kalk, welche Arbeit sich so wohl erhielt, daßman sie lange hernach für neulich gemalt ansähe.Er lebte noch um r6c>0. 6na»re»rti.
* —- — (Paul Camillus), genannt Ducchino,
Maler zu Mailand , folgte seines Lehrmeisters, OctavSemini, Manier, erlangte hierdurch einen großenNamen, und arbeitete mit vielem Ruhm. Lomazzozählt ihn unter die geschicktesten jungen Maler seinerZeit, und Torre führt verschiedene von seinen Wer-ken in Beschreibung der öffentlichen Gebäude zu Mai-land an. Er blühte um 1290. p. 66.
Landri (Franz), arbeitete mit dem Grabstichel.Man hat von ihm eine Geißlung an der Säule nachL. Licherie und einige Bildnisse, die ihren Werthhaben.
— — (Peter), französischer Kupferstecher undKunsthändler, lebte um -68c» Man hat von ihmverschiedene Blatter nach L. Testelin u a. Meistern.So z. B. eine Geburt Christi nach M. Procaccino.
*Landsberg ( ). Kupferstecher zu Stok-holm, ist durch einige Bildnisse bekannt.
Landsknecht. S. den Art. Remb.
Landulfo (Pompejus ), vornehmer neapolita-nischer Edelmann, lernte bey I. Bernhard Lama,dessen Tochter er nachher mir großem Unwillen fei-nes Vaters heyrathete, der ihm deswegen den nö,thigen Unterhalt versagte; daher er dann gezwun-gen wurde, die Malerey, die er blos zu seiner Er-götzung gelernt hakte, nun zu seinem Nutzen zuüben. Man sieht in verschiedenen Kirchen zu Nea-pel von seiner Arbeit Er ahmte in seinen letztenGemälden des Marc Pino Manier nach, und st. um1690. DoMmcr II. 11H.
Lane (Michel). S. Asne.
Laneri (Dominicus), Maler, der um i 5 oo.mit großem Ruhm zu Ferrara blühte, obgleich seineManier »och ziemlich nach dem alten Geschmackeingerichtet war. Er st. um i 53 c>. lll. 2.
Lanferrr (Anton). S. Lafreri.
* Lanfranco (Johann), Maler von Parma,lernte bey Augustin Carraccio. Nachdem er diemeisten Gemälde des Anton Allegri kopirt hatte,gieng er nach Rom , und arbeitete unter HannibalCarraccio. Mit Sixt Badalocchio etzte er die WerkeRaphaels in den Logen des Vaticans, die sie ihremLehrmeister zueigneten. Lanfranco machte sich sehrberühmt, mit seiner leichten und fertigen nach Car-raccio und Correggio cingerichten Manier. SeineGewänder sind von gutem Geschmacke, und die An-ordnung seiner Gruppen von großem Effect; mankann aber doch nicht sagen, daß er das Helldun-kel vollkommen verstanden habe. Sein Colorit istschwarz, in der Carnation schlecht. Auch fehle er öf-ters in der Correktion und im Ausdruck. Er ist einerder größten Meister in Verkürzungen, die er nachCorreggio stuvirt hatte, und war in großen Maschi-nen vvrtrestich. Die Kuppel der Kirche St. Andreasdella Valle zu Rom macht den ganzen Umfang fei»ner Talente bekannt: Er stellte in derselben mehrals 20' hohe Figuren vor. Sie thun eine guteWirkung, und erscheinen von unten auf in natürli-cher und erforderlicher Größe Man bemerkt in die-sem Werk eine sehr edle Manier in der Behandlung.Die Farben sind mit Schwämmen aufgetragen;dieses that Lanfranc nicht blos aus Eigensinn, son-dern er fand diese Manier seinen Absichten am mei,sten angemessen: Ein Aug z E., wenn man esin der Nähe steht, erscheint als ein grober Fleck;