M i e l i ch.
E>' besaß die Kunst nicht, das Erhabene in seinehistorischen Stücke zu bringen, welches dieselben be-leben sollte. In seinen kleinen Gemälden, als Jag-den , Schafereycn u. s. f. folgte er Bamboche undM- A. Cerquozzi. Seine Schatten sind öfters garzu stark, aber in dem Colorit glich er dem bemeldtenBamboche vollkommen. Er hat einige Blatter mitvielem Verstand und Geschmack radirt. C. Bloe-maert, I. I. Thourneiser, Lasniere, Beaumont,Poilly, W. Ballet u. s. f. dann haben nach ihm ge-arbeitet. Cochl'n nennt ihn Daniel Miel. De§-II. 02.
* Mieltch (Johann), treflicher Miniaturma-ler, st. i5/2. 5 ?. I. alt, wie man aus seinem nochvorhandenen Grabmale wahrnehmen kann. Manzeigt in der churfürstl. Bibliothek zween Bande Atlas-format, die von der Hand dieses Künstlers mit un-zähligen Gemälden geziert sind. Der größere die-ser Bände soll 35 oo. Thaler gekostet haben. Bian-coni Br. III.
Mieren elt. S. Mirevelr.
Mierhop; Beyname von F. van Euyk.
* Mieris (Franz van), treflicher Maler vonLeydcn, lernte bey Abraham Torenvliet, Abrahamvan dem Temvel und Gerard Douw . Diesem letz-ten: kam Mieris im Ausarbeiten gleich; aber indem Geschmacke, in der Richtigkeit der Zeichnungund in Zierlichkeit der Composition übertraf er ihn.Er bediente sich auch, wie dieser, eines erhabenenSpiegels, und findet man mehrere Lieblichkeit inseinem Colorit. Man unterscheidet die mancherleyStoffen seiner Gewänder sehr leicht. Die unordent-liche Lebensart dieses Malers bracht' ihn, ungeach-tet der großen Summen, die er verdiente, in Ar-muth und Schulden, und dadurch in Gefangen-schaft ; in diesen Umständen starb er:68i. 46. 1 . alt.Ein schöner Zug dankbarer und großmüthiger Hand-lung des van Mieris soll hier nicht oorbeygelassenwerden. Er gieng einst bey dunkler Nacht und wohlbezecht nach Hause, und fiel in eine Grube, in wel-cher er unfehlbar umgekommen wäre, wo ihn nichtein armer Schuhffcker gerettet hatte: Diesem schenkteder unerkannte Künstler zur Dankbarkeit eines seinerkleinen Gemälde, und gab ihm Anleitung solcheswohl anzubringen, da dann dieser 8o». Gulden da-für bekam- Ein anderes Gemald von ihm, 8" hochundO"tV " breit, welches ehemals in dem CabinetteGaignal zu Paris stand, war um äroo. Livr. verkauftworden. Das schönste Bild dieses Meisters aber be-findet sich in der Galerie des Churfürsten von derPfalz und wurde mit ruoo. Ducaten bezahlt VanMeurs, Gole, van der Brügge , BlooreUng Vail-lank, Wille u. s. f. haben nach ihm gestochen, /fon-brarLe» III. i.
» - — (Franz), Wilhelms Sohn, maltenach der Manier seines Vaters und Großvaters aller-hand kleine Cabinekstücke von Kramläden, Gesell-schaften u. s. f. die er mit eben den: Fleiß und Net-tigkeit ausarbeitete wie jene. Dieser Maler schriebauch einige Bücher, deren Verzeichniß d Argens-ville giebt; unter denselben ist eine niedeilandischeGeschichte, wozu er die dahin dienlichen Schaumün-selbstzeichnete. Er starb zu Leyden 17O3. 74. I- alt.
111. Zg2.
* — — (Johann van", des älternFranzenSohn und Schüler, malte meist lebensgroße Figu-ren, worin er von seines Vaters und Bruders Ma-nieren abwich, welches aber der alte Mierrs gut-hieß. Da Johann sehr stark von Stemschmerzengeplagt war, gieng er auf Einrathen seines Arztesauf Reisen, hielt sich einige Zeit in Deutschland aufund begab sich von da nach Flore»;, wo er von sei-nes Vaters Freunden wohl empfangen und deinGroßherzog vorgestellt wurde; er hielt sich aber we-gen einigen seine Religion betreffenden Zumuthungennicht lange an diesen: Hofe auf, sondern gieng nachRom , wo er noch kurze Zeit seiner Kunst obliegenkonnte; denn er ward von seiner schmerzhaften Krank-heit dergestalt überfallen, daß er ilcho. 5 o. I. alt
Mignard. 4 zr
sein Leben einbüßte. A. Blooteling bat ein Bildnißnach ihm gestochen. ^-,»600/II 442.
* Mieris (Wilhelm van), desälrern franzen
Sohn und Schüler, arbeitete seine Gemälde, wiesein Vater, mit größtem Fleiß, gleicher Harmo-nie und eben der Sorgfalt in Nachbildung der klein-sten Umstände aus; daher auch seine Werke fast ebenso theuer verkauft wurden. Indessen sind sie doch inder Zeichnung, in der Leichtigkeit des Pinsels undin dem Reize der Wirkungen geringer als jene. DesVaters Zusammensetzungen sind auch sinnreicher an-geordnet: Man findet darin die gleiche Menge vonGegenständen, die aber in besserer Ordnung gruv-pirt sind: Dessen allen ungeachtet kann doch Wil-helm unstreitig für einen der größten holländischenKünstler gehalten werden. Er malte in seiner Ju-gend Küchenstücke, Krambuden und andere Vor-würfe des bürgerlichen Lebens; bey reifern Jahrenaber wagte er sich an erhabnere Gegenstände, die inden berühmtesten Cabincttcn seines Vaterlandes;nsehen sind. Dann kennt man von ihm auch artigeLandschaften, Figuren und Thiere, mit gleichemFleiße und Wahrheit wie seine übrigen Werke. End-lich poffirte er mit vieler Kunst in gebackener Erdeund in Wachs. Er st 17g/. 8 ). I. alt. Ein :o"hohes und. 1' 7" breites Bild von ihm stand in demehemals berühmten Cabinelte van de Voort, undward nach des Besitzers Tode um 12^0. holländischeGulden verkauft. I. Mnnikhuyscn har nach ihm einBildniß gestochen. I V. 45 .
Migali (Carl), ein Neapolitaner, malte fürdie Pfarrkirche St. Piecro in Camminadella zu Mai-land eine Kreuzcragung. Emtnass.r.
* Miger (S. C-), ein junger französischerKupferstecher um 176). Man hat von ihm ei >igeBlätter nach Vien, C. Vanloo, F. Mieris, Voei-riot, Rigaud, Vernet u. a La§tr,r.
* Miglionico. S. Mrlmconico.
Miglioranzi (Joh. Baptist), Baumeistervon Verona . Man sieht in dieser Stadt ein Portal,welches er mit sinnreichen Einfallen von allerhandKriegsrnstungen anszierte, und in ewigen Kirchenschöne Altäre von Marmor. di°. i 55 .
Migliori (Augustin), Schüler von Bern-hard Buontaienti, war nach seines LehrmeistersTode der bcßte Künstler in Anordnung der Lhealer-maschinen Er stand in Diensten des Großherzogszu Florenz . La/uinneci VII. 50 .
— — ( Franz), ein Venerianer, malte in sei-ner Jugend Mit so starker Färbung und richtigerZeichnung, daß jedermann glaubte, er würde mitder Zeit einer der berühmtesten Künstler werden:Allein ein unerwarteter Zufall beraubte ihn seinesVerstandes; und obwohl er nach einiger Zeit solchenwieder erlangte, konnte er doch seine vorige schoneund geschickte Manier nimmer erreichen. Man stehtvon ihm viele Gemälde von der ersten und zweytenManier in öffentlichen und Pnvatgebauden. Erst. 1734. 5 o. I. alt. ümMr'euir.
* Mignard (Niclaus), Maler von Troyes in Champagne , lernte bey Johann Boucher undstudirte in dem königl. Schlosse zu Fontainebleau nach ant>keu Statue» und den Gemälden oes Pri-maliccio, M. Roup u.s f. Er nahn: eine Reise n: Ita-lien vor, ward aber zu Lyon , u vornehmlich zu Ävig-non durch eilige Arbeit aufgehallt!., wo er ich vcryey-rachere und von dieser Stadt den Beynamen bekam.Nach seiner Zurückkauft von Rom arbeitete M-g-nard in dem königl Pastaste der ThuRene-!. H.erverfertigte er viele Bildliche; aber seine Neigunggieng vornehmlich auf die Geschichte, in we,cher ereine reiche Erfindung, besonders in poetischen Stu-cken zeigte; und obgleich man in seinen Werken «eingroßes Feuer findet, ersetzte rr dioen Mangel durchgenaue und reinliche Ausarbeitung. St. als Rek-tor der königl Academie zu Püris :668. Oo. I alt.Er selbst etzte fünf Blätter nach den Deckeuitucken,welche Angrchm und Hannibal Carracci in dem far-