Band 
Erster Theil.
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432
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4 Z2 Mignard.

nestschen Pallaste zu Rom malte. Hinwieder hatman ungefähr 5 o. Bl. nach seinen Gemälden, dieA- Masson, I. Boulanger u. s. f. in Kupfer brach-ten.

* Mignard (Paul), Mclausen Sohn, geb.zu Avignon i6so. ward 1671. Mitglied der königl.Academie zu Paris . Er malte meist Bildnisse, ar-beitete zu Lyon und starb daselbst 1691. I. L. Roullet hat nach ihm gestochen. — Sein Bruder, * PeterMignard, war anfänglich Maler in Diensten derKönigin Maria Theresia , Gemahlin Ludwig XI V.Hernach begab er sich auf die Baukunst, ward königl.Baumeister, Mitglied dieser Academie und Ritterdes Christusordens . Er arbeitete mit Ruhm in bey-den Künsten und starb in gleichem Jahre mit seinemBruder 35 . I. alt. Dieser ward 1678. von demgroßen Colbert , in Gesellschaft mit Bruant, lePautre und Felibien , befehligt, Anmerkungen überdie verschiedenen Bauarten und die Beschaffenheitder Baumaterialien der ältesten Gebäude dieserHauptstadt zu machen. Man findet die schriftlichenBerichte dieser vier Baumeister in den Registern derAcademie. Eben dieser Minister setzte sich vor, dierömischen Alterthümer, die sich in dem mittäglichenTheile des Königreichs befinden, stechen zu lassen.Mignard machte auf seinen Befehl die Zeichnun-gen ; aber dieses Vorhaben blieb damals liegen.Der Graf von Caylus hatte daS Glück, diese Hand-risse wieder zu entdecken, und entschloß sich, diesesWerk auszuführen. Er empfahl solches einen Tagvor seinem Tode dem Marterte, der die nöthigenKünstler zu dessen Beendigung aussuchte. Llondelmacht diesen Mignard zu perers Bruder,

* Mignard (Peter) genoß mit seinem Bru-der Mclaus gleicher Unterweisung, und malle schonin seinem Fünfzehnten die Schloßkapelle zu Coubertcn Brie, worauf er die Schule des Simon Vouet besuchte. Er begab sich nach Rom , wo er mildemberühmten Carl Alphons du Frcsnoy eine immer-wahrendeFreundschafl stiftete, undnachRaphaelundTitian studirte; dann machte er sich auch mitBild-nißmalen berühmt. Nach einem langen Aufenthaltezu Rom , wo er die Tochter eines Baumeisters,Namens Avolara, heyrathete, berief ihn der Car-dinal Mazarin in des Königs Namen nach Paris .Hier ward er zum Haupt der Academie St. Luc ,und nach le Bruns Tode zum ersten königl. Malerernannt. Er st. 1695. 85 . I. alt, und ward in derJacobinerkirche der Straße St. Honorö begraben,wo ihm seine Tochter, die Marquise von Feuquie-res, vor ihrem Absterben ein Grabmal verordnete,welches von I. B. le Moine verfertigt wurde; dasBrustbild dieses Monuments ist von Girardon.Mignard wäre ein vollkommner Maler gewesen,wenn er mehrere Richtigkeit in der Zeichnung undmehr Feuer in der Composition besessen hätte; sonsthatte er ein erhabenes Genie und gab seinen Figurenanständige und edle Stellungen. Sein Colorit istnngcmein lebhaft, die Ausarbeitung leicht und hur-tig; seine Zusammensetzungen sind reich und ange-nehm. Unter seine vornehmsten Werke zählt mandie Kuppel der Kirche Val de Grace, und die Ga-lerie nebst dem großen Saale des Schlosses St.Cloud. In Copierung der Gemälde berühmter Mei-ster besaß er außerordentliche Talente. Eine H.Scholastik« hat er selbst geetzt. Die nach ihm ver-fertigten Stiche werden auf i 5 o. Blätter geschätzt.Der Abt von Monville und der Grafvon Caylushaben sein Leben beschrieben. — Ein anderer * pe-rer Mignard ist in dem vorhergehnden Art. PaulsMignard zu suche».

* Mignon (Abraham), Maler von Frank-furt (einige sagen von Genf ), lernte bey JacobMoreelü und bey Johann Davids de Heem. Erward in seiner Kunst sehr geschickt indem er dieBlumen in allem ihrem Glänze, und die Früchtein aller ihrer Lebhaftigkeit abbildete; er malte In-sekten, Schmetterlinge, Mücken, Vögel und Fi-sche mit vieler Wahrheit. Die Thau - und Wasser-tropfen wußte er sehr wohl nachzuahmen, und gab

M i l a n i.

seinen Gemälden einen noch höhern Werth durcheine schöne Auswahl, die er in Blumen und Früch -ten zu treffen wußte, dann durch eine sinnreicheZusam-mentzung und durch seine trefliche Kenntniß in demColorit, welches durchsichtig und wohl in einandergeschmelzt ohne Trockenheit angebracht ist. Mansuchte seine Bilder mit großem Fleiß und bezahlte sietheuer. Eines derselben ward in Versteigerung desCabinets de la Court van der Voort um i 5 oo. hol-ländische Gulden verkauft. Dieser Künstler setztesich zu Wezlar und st. 1679. 09. 1 . alt; er hinterließzwey Töchter, die in feiner Manier arbeiteten.DeLcaMLL III. 52 .

* Mignor (Daniel), Kupferstecher, arbei-tete um 1610. zu Augspurg. Christ zeigt S. 167.sein Monogramm an.

— — ( ), Bildhauer und Mitglied der

königl. Staiüe an dem Brunnen des Audrieltes auxMarais. Lrrce.

* — — (Stephan) von Estampes, ward um

i 65 o. Professor der Perspektiv in der königl. Maler-akademie. Er folgte in dieser Stelle dem abgedank-ten Abraham Bosse , IV. 56 o.

Miguel (Peter de St.). S- F. de Aranda.

Mihiel (Hugo de Samt', rreflicher Bild-hauer aus Lothringen . Man fleht von ihm einschönes Grabmal in einer Kirche der Stadt St.Michel in Lothringen . StterttiemV/e lll. i 54 -

Miker. S Micker u. s. w.

Milanese Andreas), Baumeister , arbeiteteum i(j 85 zu Rom , wo er auf Befehl des CardinaisPiccolomini, damals Erzbischofs zu Siena , undhernach Pabstes unter dem Namen Pius III . einesehr schöne Kapelle von carrarischem Marmor ver-fertigte, die stückweise nach Siena gebracht und inder dasigen Karhedralkirche aufgerichtet wurde.( 4 ?ccr.

— — (Ambrosius). S. Lonvincino-

— — (Anton) , mailändischer Architektur -und Perspektivmaler, arbeitete um 1710. zu Düs-seldorf in churpfälzischen Diensten.

— — (Augustin). S. Busto.

— — (Mr. Baptist), Mr./abian Tsdesco,Mr Gualrieri, und Franz, genannt Rosso, arbei-teten unter der Aufsicht von Constanrin bei Serviin der großherzogl. Galerie zu Floren an einem sehrkostbaren aus Edelsteinen verfertigten Ciborio. Fai-ättmccr.

— — (Carl). S. Cittadmi.

— — (Cosinus). S. Anron Bello.

— — (Hieronymus), geschickter Miniatur-maler um 1520. wird von vasars in der Lebensbe-schreibung des Bildhauers Lorenzetti angeführt.

— — (Leonhard), Bildhauer und Schülerdes Daniel Ricciarelli, arbeitete um 1567. Vieleszu Rom . Neben Andern« verfertigte er mit seinemLehrmeister zwo schöne marmorne Statüen der Apo-stel Petrus und Paulus für die Kapelle des Cardi-nals Johann Riccio von Monke Pulciano in derKirche St Pietro in Montorio. S. vasars in derLebensbeschreibung des Leo Leons.

— — (Paul). S. den Art Anr. Lombards .

* — — (Wilhelm), lernte bey Peter Duona-corsi, genannt del Vaga, malte mit großem Ver-stand zu Genua in dem Pallaste des Prinzen Dorianach den Zeichnungen seines Lehrmeisters, und ineiner Kapelle der H. Dreyfaltigkeitsklrche zu Rom .Er arbeitete auch in Slukalur und ergänzte die an-tiken Statuen des Pallastes Farnese, weswegener die einträgliche Stelle eines Frate del Piomboerhielt. Allem Ansehen nach ist dieses der Wilhelmdella porra. 6ttar:e«ti.

* Milans (Aurelian). Maler zu Bologna ,lernte bey Loren; Pannelli und bey Cesar Gennari.Er zeichnete alle Gemälde der Carracci nach, wo-durch er eine große Meisterhafligkeit und Fertig-