Band 
Erster Theil.
Seite
531
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P o r b u s.

er ist in gleichem Jahre zu Bologna gedruckt. Esscheint ziemlich klar zu seyn: Dieser purbis seyniemand anders als obiger porbus, obgleich Descamps nichts Gewisses von seinem Aufenthalte zuMantua , der doch eine geraume Zeit gedauert zuhaben scheint, anführt. S- die Vorrede zum Vl.Theile der Malerbriefe S. 41.

* porbus (Peter), Maler und Geographe vonKouda; lernte bey seinem Vater perer. Er ließsich zu Brügge haushablich nieder, und malte eini-ge Altarblätker, unter welchen das beßte in der Haupt-kirche den H. Hubert vorstellt. Porbus nahm denGrundriß von den Gegenden dieser Stadt auf, dener mit Wasserfarben auf eine große Tafel malte.Seine letzte Arbeit ist das Bildniß des Herzogs vonAlencon, Gubernators zu Antwerpen , welches zuseinerzeit für das beste in dieser Art gehalten wurde.Er heuratheke die Tochter des Malers LansloorBloudeel, und st. um i 58 Z De5ca»r/>L 1. 9H.

porcaccino. S. procaccino.

* porcelius (Ellas), geb. zu Jsny inSchwaben 1682. lernte bey Jacob Endterlin, undward einer der geschicktesten Formschneider inDeutschland. Er begab steh nach Nürnberg , undverfertigte sehr schöne Holzschnitte für den Endteri-schen Bücherverlag , worunter vornehmlich eine Bi-bel in ablang Folio nach den Zeichnungen I. Jacobsvon Sandrart aufbebenswürdig ist. porcelius st.1722. Doppelmayr S 27Z.

porcellinl (Simon), von Padua ; malte inder dasigen Nonnenkirche St. Maria Magdalena die zwölf Apostel, vier Kirchenlehrer und vierEvangelisten, Grau in Grau. /tosLettr.

porcia; Deyname von Apollodoro.

pordenon; Beyname von I. Licmr'o undI. A. Regillo.

poremese (Christoph). S. parmese.

porerrano (Peter Maria), lernte bey denCarracci zu Bologna . Derselbe malte in der Pfarr-kirche St. Maria Magdalena della Poretta die Tafeldes H.Antonius. Er lebte um 1600. Is/s/Em 1.57g.

porfido (del), Beyname von Tb- Fedele.

pori (Joseph), Maler von Mailand , vonwelchem man an beyden Seiten des Hauptportalsin der Nonnenkirche St. Mostiola zu Pavia perspec-tivische Gemälde findet. La»toü II.

* porinos oder pormos. S. den Art.Anristares.

* porlicia (Jacob de), Bildhauer zu Padua ;lebte um 1480. Er wird vonScardeontus angeführt.

» Porpora (Paul), Maler von Neapel ; lern-te bey Angelus Falcone. Er malte Feldschlachtcn,Fische, Geflügel, u. s. f. Porpora ward i 656 .Mitglied der Academie St. Lucas zu Rom und st.rflso. 111. 8o' u. 290.

*porporati( ), piemontesischer Kupferste-cher; arbeitete um 176h. zu Paris nach I. B. San-terre, Grenze, u. s. w.

porrara (Joseph) Maler von Genua : lerntebey seinem Großoheime Dominicus Fiasell» dieAnfänge der Kunst; da aber dieser starb, mußte erdie Malerey bey einem andern Meister studiren.p. 23Z.

porri c ). Von diesem unbekannten Bild-hauer siehet man in der Kirche St. Fermo zu Padua einen sehr wohl in Holz geschnitzten sterbenden Hei-land, worinne man den Ausdruck und die richtigeAnatomie bewundert. Kokett'.

porro (Franz), von Mailand ; malte in derKirche St. Protasio alle Tenaglie auf dem hohenAltare die H. Maria der sieben Schmerze», samtden H. H. Märtyrern Gervasius und Protasius. Erzierte das Gewölb einer Kapelle in der Pfarrkirche

Porta. zZr

St. Simplicianus mit Architecturgemaldett. La-tnaika.

* porro (Hieronymus ), Kupferstecher von Pa-dua; arbeitete zu Venedig . Er verfertigte die Plat-ten zu Ariosts Orlando, welcher r 548 . zu Venedig gedruckt und jetzt sehr selten ist. Auch hat er dieBegräbnißgebrauche verschiedener Völker gestochen,die von Thomas porcacchi beschrieben und rhgr.zu Venedig in Folio erschienen sind. /.eckere

V. 106.

* -(Thomas), Glasmaler von Cortonna;

folgte der Manier des Wilhelm von Marseille, sei,nes Zeitgenossen , und war im Brennen und Zusam-mensetzen der gemalten Fenster geschickt.

porron» (Cyrus Maria Paris und Joh. An-dreas Claudius), Gebrüder, beyde stumm. Der erstezu Bologna geb. »704. der zweyte 170h. Sie zeig-ten Neigung zur Zcichenkunst, welche sie bey JuliusCesac Valeriani lernten. Der erste entschloß sich Fi-guren zu malen, und studirte in den Schulen desFelix Torelli und Franz Monti; der jüngere lerntedie Architecturmalerey bey Stephan Orlandi. Mansiehet von ihrer Arbeit in den Kirchen zu Bologna .Sie lebten noch 176g. Fekma jvr'tt,-rce III. Zig.

porslno. So heißet Baldlnucci den rZipoußm.

* porra (Andreas), geb. zu Mailand i 656 .lernte bey Cesar Fiori. Er studirte nach I S. Leg-nani und erlangte dadurch eine so starke und zierlicheFärbung, daß seine Gemälde jedermann gefielen,und er viele Arbeit zu verfertigen bekam.

* -(Baccio della), trat in den Dominica-

nerorden, in welchem er Bartholomeo dl St.Marco genannt wurde. Geb. 146g. zuSavignano,lernte er bey Benedict da Majano, studirte vieleJahre unter Cosinus Rosselli, und zeichnete nachden Werken des Leonhard da Vince. In der Per,spectiv ward er von Raphael unterwiesen, wogegendieser von Baccio die gute Manier in der Farben-mischung erlernte. Er studirte hierauf zu Rom undkehrte viel geschickter in sein Vaterland zurück. Inallen seinen Werken zog er die Natur zu Rath: Erwar gewohnt seine Oelbilder aufeinen Kreidengrundmit leichten Wasserfarben zu untermalen. Als ihmöfters vorgeworfen wurde, er könne keine nackteFiguren malen, so zeigte er in einem H. Sebastiandas Gegentheil, indem er das Fleisch mit einem sehrlebhaften Colorit nachzuahmen wußte, uno erwarbsich hierdurch bey den Künstlern einen großen Ruhm.Weil aber dieses Bild bey vielen jungen Weibsper-sonen lüsterne Gedanken erweckte, so mußte es ausder Kirche weggeschafft werden, und kam hernachin Frankreich . In der Großherzoglichen Sammlungzeigt man von ihm ein Gemald, wofür Ferdinand I I.Zc<oo». Pf. soll bezahlt haben: Es wird auch wirk-lich für eines der schönsten in ganz Florenz gehalten.Seine Zeichnung ist richtig, seine Figuren zierlich,das Colorit zart und angenehm: Niemand ist desNaphaels Manier so nahe gekommen als er. Bar,rholonie hatte ein zartes Gewissen; durch eine Pre-digt von Savanarola ward er dergestalt gerührt,daß er alle seine Gemälde, Zeichnungen und Bild-hanei stücke, in welchen anstößige nackende Figurenvorgestellt waren, öffentlich verbrannte. Die vor-nehmsten Werke dieses fleißigen und arbeitsamenKünstlers sind zu Rom und zu Florenz , wo er 2)17.starb. Man halt ihn für den Erfinder des Glieder-manns. Einige von seinen Erfindungen sind in demMuseo Fiorentino und in der Sammlung der Ge-mälde des Pittischen Pallastes zu Florenz in Kupfergestochen. S. den Art. Lenvenuro Garofalo.

III. Z 4 -

— — (Dominicus), Maler zu Rom um 1765.I. B. Tilliard hat das Bildniß Pabst ClemensXlV.nach ihm gestochen.

* — — (Ferdinand), geb. zu Mailand 168g.lernte bey seinem Vater Andreas. Man bemerkteschon in seiner Jugend, in dessen Werken eine zier-liche Zeichnung, starke Manier und lebhaftes Genie.

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