Band 
Erster Theil.
Seite
579
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Rossl.

Wtarsiücke in Oel , in welchen man Lieblichkeit,Kunst und Fleiß bemerket. Er st. um i 54 «. in derBlüthe seiner Jahre. DoE»rcr II. 146.

Ross» (Pascal) genannt pasqualmo; geb. zuMccnza 1641. lernte die Malerey durch fleißigesCopiren der beßten öffentlichen Werke zu Venedig .Seine Arbeit ist von einem angenehmen und lebhaf-ten Colorit, besonders wo er Bälle, Musikanten,Schulen, Spiele, Mahlzeiten, u. s. f. vorstellte, dieso artig und wohl ausgearbeitet sind, daß sie jeder-mann gefallen müssen. Einige von seinen histori-schen Bildern, die in den Kirchen Araceli und St.Carlo al Corso zu Rom gesehen werden, sind vonstarkem Colorit, nach Titians Manier. — Er un-terwies seine Töchter in der Kunst und eine vonihnen malte um 1700. mit vielem Verstände. Pascalwar um 1670. Mitglied der Academie St. Lucas zuRom . 6«a»re»rtr.

— — (Paul) S. den Art. s. Vaters Domk-nicus.

— — (Philipp) S. den Art. Fr-n; Roßi s.Sohns.

— — (Propertia de), Bildhauerin von Mo-dena, wohnte aber viel Jahre zu Bologna . Mansteht daselbst von ihrer Arbeit die Verzierungen einerPforte der Stadt Bologna ; dann verschiedene Bild-nisse, Statuen und Basreliefs. Es werden in demPallaste Graßi unter andern Kunstsachen eilf Pfir-sichsteine gezeigt, wo auf der einen Seite ein Apo-stel, auf der andern eine H. Jungfrau mit vielerKunst geschnitzt ist. Der Ruhm dieser trefiichenKünstlerin ward Clemens VII . bekannt, der, als ersich i 553 . wegen der Krönung Carl V. zu Bologna aufhielt, ihr nachfragen ließ, aber mit Bedauern ver-nahm , daß sie wenige Lage vor seiner Ankunft gestor-ben wäre. Ihrem Verlangen zufolge ward sie in demTodtenspithale begraben. Die Bildhauerkunst warnicht ihr einziger Talent; sie besaß alle diejenigen,welche mit der Zeichenkunst Verwandtschaft haben,als die Malerey, Kupferstechen u. s. w. Mau er-zählt: Propertia habe sich in einen jungen Men-schen verliebt, der aber ihrer Neigung nicht entspro-chen habe; dieses setzte sie in Verlegenheit und ver-kürzte ihre Tage. In diesem Zustande stellte sie ineinem Basrelief die Geschichte Josephs mit Poli-phars Weibe, welche mit ihren Umständen eineGleichheit hatte, vor, und gab daher des JosephsFigur eine vollkommene Aehnlichkeit mit ihrem Ge-liebten. Dieses war ihr letztes und zugleich ihr Mei-sterstück. /^rtarr III. 171.

— — (Rosso de). S. Rosso.

— — (Thomas Felix), Musivkünstler, arbei-tete um 1700. zu Rom . 7 Är.

— — (D. Veremond), Ordensmann von Val-

dombrosa, legte sich mit gutem Erfolg aufs Kupfer-stechen. Man sieht von seiner Arbeit in Flaniimodel Borgs Geschichte von Pisa das Titelblatt, samtdem Bildnisse Kaiser Franz I. , einige andere in:dsL^ettiere iVmerlcsno u. s. w. Er blühete UM1770. II. 407.

— — (Vincenz), Bildhauer und Baumeistervon Fiesole, lernte bey Baccio Bandinelli und ar-beitete mit ihm an den Grabmälern der Pabste Leo X. und Clemens VII . Die Statüen, Grabmäler,Springbrunnen, Brustbilder, Basreliefs und Gro-tesken , die er für sich selbst verfertigte, sind in gros-ser Anzahl und werden von Borghini S. 59^- an-geführt. Die in Basreliefs vorgestellten Prophetenin einer Kapelle der Kirche Madonna della Pacesind von diesem Künstler und gleichen der Manierseines Lehrmeisters sowohl in den Gesichtsmienen alsin den Stellungen; sie kommen auch dessen Arbeitbeynahe gleich. Roßi^hat diese Figuren aus denungeheuer großen Capitalen und andern antiken Mar-morstücken, die man damals auf dem Tarpejus ge-funden hatte, verfertigt. Er blühete um ibHv.cüar-Ao» II. 161.

— — (Zenobius), Maler zu Florenz , lerntebey Christoph Alton und vollendete ein von diesem

Rosso. §79

unausgearbeitet hinterlassenes Gemäld, wrlches inder Kapelle Usimbardi der dasigen Dreyfaltigkeits-kirche zu sehen ist. Zenobius lebte um 1620. La/-cir»r«cci §ec. IV. ?. III. p. 3oß.

R 0 ss, (Zenobius Philipp). S. den Art. seinesVaters Joseph Jgnarrus. Der Sohn arbeiteteum 1760. zu Rom in der Baukunst.

Rossi er. S. den Art. G. R Donner.

Rossignol ( ), geschickter Geschichtsma-

ler. Einige von seinen Tafeln befinden sich in denKirchen der Stadt Lilie. Man bemerkt in denselbeneine ziemlich richtige Zeichnung und ein gutes Colorrit. Sein Pinsel ist leicht und zugleich fest; seine Ge-wänder sind in Poußins Geschmacke. ste

Rossilianus (Niclaus), Formschneider vonViccnza, arbeitete im XVI. Jahrh, nach Raphaelu. s. f. Rrpi//o» I. 4 « 5 .

Rossis (Angelus). S. Rosis.

Roßmaeßler( ), Baumeister, arbeitetenm 1770. zu Dresden .

Rosso, wird in Frankreich Mairre Roux ge-nannt. Man hat immer geglaubt, dieses sey einbloßer Beyname, den er wegen seiner rothen Haaretrug; aber Marterte beweist aus alten Rechnungsrbüchern, sein eigentlicher Name sey Rosso de Roßt./.ettere L» /ÄtM'N etc. I V. 864 - Rosso Ward1496. zu Floren; geb. und studirte nach Michelan-gelo , dessen heroische, ungemeine und gründlicheManier er sehr wohl nachahmte. Italien erkannteseine Verdienste nicht; hingegen kam er in Frankreich bey Franz I. in großes Ansehn, der ihn zum Auf-seher und Maler seiner Galerien erklärte. Er genoßein Gehalt von 400. Thalern, Tafel, Wohnung undBedienung frey bey Hofe. Ucberdieß empfieng er,nebst einer Chorherrnstelle, die ihm ivno. Thaler er-trug, von dem König sehr viele Gnadenbezeugun-gen, so daß er aus seinen jährlichen Einkünftenmehr wie ein Edelmann als wie ein Künstler lebte.Allein dieses Glück nahm ein betrübtes Ende: Erklagte nämlich Franz Pellegrini, einen seiner ver-trautesten Freunde eines Diebstahls an, der aberseine Unschuld an der Marter erhielt und von RossoGenugthuung forderte; welches ihn dergestalt ver-droß, daß er sich selbst vergiftete, und zu großemLeidwesen des Königs in diesem Zustande i 54 i starb.Malvasia schreibt diesen unglücklichen Tod demNeide zu, den er auf Primaiiccio faßte, als dieserihm von dem König vorgezogen wurde. Rosso zeigtein seinen Compositionen großen Verstand und warsehr geschickt im Ausdrucke der Leidenschaften. Seinealten Mannskövfe sind von schönem Charakter unddie weiblichen Figuren sehr angenehm. Die Kunst inAustheilung Schatten und Lichts besaß er vollkom-men. Seine Manier zu zeichnen ist zwar künstlich,zugleich aber roh und wild. Er arbeitete nach eigenenIdeen und zog die Natur selten zu Rathe; es hatteauch das Ansehn, als wenn er seltsame und außeror-dentliche Gegenstände vorzüglich liebte. Rosso warauch geschickter Baumeister, Dichter undLonkünstsler. Er etzte nach L. da Vince einige groteske Va-sen. Verschiedene Stecher haben -..oa 289. Blätternach ihm verfertigt; unter diesen befindet sich dieFabel von dem goldenen Vließe, welche R. Boivini 563 . in etlichen Platten gab. III. 204.

— — (Niclaus), Maler von Neapel , lerntebey Matthias Preti und bey Lucas Giordano . Erwar ein solch geschickter Nachahmer von dieses letz-tem Manier, daß dieser sich seiner Hülfe in wichti-gen Arbeiten bediente; wie z. B. an dem Gewölbe derkönigl. Kapelle, wo der größte Theil von seinerHand ist. In der Kirche St. Magdalena verfer-tigte er zwey Altarblätter aus eigener Erfindung inOel , und ein Deckenstück auffrischen Kalk; manfindet auch dergleichen in verschiedenen andern Kir-chen. Rosso malte mit gutem Geschmacke viele Pri-vatwerke; insonderheit wußte er die Thiere sehr wohlvorzustellen und brachte viele dergleichen in des L.. Eeee