Band 
Erster Theil.
Seite
582
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§82 Roussel.

lere um ryZn. zu Paris und bekam die Aufsicht überdie Biidhauerarbeit der königl Kapelle zu Versailles .

Roussel (Heinrich und Niclaus), französicheErahlschneider. Heinrich verfertigte eine Schau-münze, die 1699. unter den Grundstein des Haupt-altars in der Catbedralkirche zu Paris gelegt wurde.Von rHiclaus hat man einen treflichen Medaillonmit dem Brustbild« von Elisabeth Charlotte , Prin-zessin von der Pfalz , vermählten Herzogin von Or-leans, des Herzog Regenten Mutter, 1717. verfer-tigt. Lochner giebt davon (lll. i.) den Stich.Beyde arbeiteten an der: Histolre mstsllioue «let^ouls XIV.

R 0 usseler (Carl), französischer Kupferstecher.Unter seinen Blättern findet man eine Allegorie nachC- L. le Brun u. s. W.

— — (Egidius), Kupferstecher zu Paris ,zeichnete ziemlich richtig und arbeitete in gutem Ge-schmacke mit dem Grabstichel, indem er das Hartein den Schraffierungen auszuweichen suchte. Manhat von ihm eine Menge Blatter , worunter dieThaten des Hercules nach Guido Reni und einigeH. Bilder nach italienischen und französischen Ma-lern für die vornehmsten gehalten werden. SeineArbeit wird auf 334 . Stücke geschätzt. Erstarb zuParis 1686. 72. I. alt. /e OoMte III. 385 .

— — (Johann), Bildhauer zu Paris , kam1686. in die königl. Akademie und st. i6gZ. 27. 1 .alt. Lrte-'iu p. 8i.

— — (Margarethe» Theresia), französischeKupferstecherin, gab historische Blatter nach I. deSeve u. s. w.

— — (Maria Anna), des pererFranz Tar-dieu Ehefrau, übte um 1760. die Kupferstccherkunst.Man hat von ihr, neben Anderm, St. Johannesin der Wüste nach Carl Vanloo. Sie arbeitete auchan Buffons Naturgeschichte u. s. f. Lna-r.

Rousser (Peter Natalis), Baumeister zu Pa-ris , geb. 1712. Derselbe war Mitglied der Akade-mie zu Florenz, Bologna und Paris ; ein sehr ar-beitsamer und von dem Genie seiner Kunst ganz ein-genommener Mattn. Luv»-»»; cke

Rousso ( ), Maler, von welchem man

Feuersbrünste, Processionen u. s. w..siehet.

Rourard. S. Rurhards.

Rouw. S- Rauft.

Roux (le), einer der neuern französischen Bau-meister, die am meisten beschäftigt wurden, wardes Dorbay Schüler. Derselbe besaß viel Genieund war besonders in Auszierung der Zimmer vor-treflich. Dieser Künstler baute etliche schöne Hotelszu Paris ; neben andern das ehemalige Hotel vonMazarin , jetzt Rohan-Chabot, und das Hotel vonRoquelaure, nun Mole. Dann zierte er die Gale-rie des Hotels von Villars und verschiedene schöneLusthäuser in den Gegenden von Paris . Er warkönigl. Baumeister und starb um 17/,«. 69. I. alt.^r-cüitectnr-e 1 . 212.

— — (Joh. Baptist und Niclaus), berühmteTapezierer in Flandern .

— — (Maitre). S. Rosse».

Rorvell (Johann), englischer Glasmaler.S. I. Langron.

Roxas (Joh. Montero de). S. Montero.

Roxin. S- den Art. picaulr.

Roy (le), französischer Baumeister, nach wel-chem Johann Marot die Ansicht eines Privathausesin der Straße des Mails zu Paris gestochen hat.

— — (C. le), hat um 1740. viel kleine sehrartige Bildnisse für Odieuvre mit dem Grabstichelverfertigt.

— — (Franz le), Kupferstecher, arbeitete nachRubens u. s. f.

— — (Heinrich le), Kupferstecher in Frank-reich . Man hat von ihm eine Sammlung von Vor

Rubens.

geln auf 14. Bl., und verschiedene Gattungen Fischeauf 6. Bl. Dann die sieben Planeten, Goldschmieds-und Musivarbeiten u. s. f.

Roy (Hypolithus und I.), zween französischeKupferstecher, blüheten im XVIII. Jahrhundert.

— — (P. le), war Kupferstecher und Kunst-händler. S. den Art. le Roi.

Roye (Wilhelm Friedrich van), Maler vonHartem, studirte nach der Natur, und ahmte denI. Weeninx nach. Seine Bilder sind aus Früch-ten, Blumen, Thieren, Vögeln u. s. w. zusammen-gesetzt. Er arbeitete zu Berlin , wo er königlicherMaler und Rector der Akademie wurde, van Royestarb daselbst 1723. 69.1. alt. Nachrichten von

Rünstl. 1. 7g.

Roze (Salvator). S- Rosa.

R 0 zee ( ), Künstlerin von Leyden, verdientwegen des Sonderbaren ihres Talents einen Rangunter den vornehmsten Künstlern; denn anstatt derDel- Wasser- oder Pastelfarben bediente sie sich zuihrer Arbeit sehr feiner Seidenfasern von allenSchattierungen, mit welchen sie Bildnisse, Land-schaften , Architekturen u. s. f., mit solcher Geschick-lichkeit verfertigte, daß man dieselben schwerlich vonwirklichen Gemälden unterscheiden konnte. Sie starbledigen Stands. DennMxr II. 461.

Rozza (Anton del), ein treflicher Kriegsbaurmeister zu Siena , wird hier als ein Schüler vonBalthasar Peruzzi angeführt.

Ru (S.), Name, welchen man auf einigenschönen Holzschnitten nach Stimmers Zeichnungenfindet, die B70. zu Straßburg gedruckt sind. Rr-xrllo» I. 558.

Ruast (Peter). S. Nuast.

Rubeis (de). S. Roßi.

Rubello. S. Grupello.

Rubens (A.>, Maler, von welchem man inder Karmeliterkirche zu Antwerpen ein schönes 1714.gemaltes Kruzifix sieht. Denr'ixt. «ier /Ä-ttn-n

— — (Peter Paul ), der Fürst der niederlän-dischen Schule, ward 1577. zu Cölln geb. TobiasVerhaegt, Adam van Dort, und Octav van Beenwaren seine Lehrmeister. Rubens , der nebst einemgroßen Genie mit »„ermüdetem Fleiß studirte, undseinen Geist mit den erhabenen Werken der altenSchriftsteller genährt hatte, übertrafbald Alle, dieihn in der Malerey unterrichtet hatten. Jetzt durch-reiste er viele Länder, und die Arbeit der berühm-testen alten und neuern Künstler vervollkommnetenihn. Nun nahm sein Ansehen von Tag zu Tagezu: Könige, Fürsten und Städte eiferten um dieWette, von seiner Arbeit zu erlangen. Er verdun-kelte die Verdienste der damaligen Künstler, dieman zu einer andern Zeit für vortreflich gehaltenhätte. Es wäre unmöglich, die Arbeiten dieses»»ermüdeten Künstlers herzuzählen. Man bewun-dert die Gallerie des Luxemburgischen Pallastes zuParis , worinn er auf 24. Tafeln die Geschichte derMaria von Medicis in allegorischen Figuren vor-stellte. Dieses erhabene Werk würde allein genugseyn, dessen Namen zu verewigen. Anstatt einesVerzeichnisses seiner Werke wird man hier seinen ma-lerischen Charakter entwerfen. Rubens war ein ebenso großer Colorist als Titian, Tintoret und Correggio-Er kannte die Wirkungen der Farben in verschiede-ner Entfernung, und ihren Contrast. Seine Farbensind meist nur wie ein Firniß aufgetragen, und den-noch haltbar. In der Zusammensetzung und demAusdrucke der Leidenschaften war er vortreflich.Seine Allegorien sind nie übertrieben. Kurz, erverband mit seiner Kunst den feinsten Geschmack,und eine genaue Kenntniß des Costume. Was seineZeichnung betritt, so war sie nie schlecht, seltenmittelmäßig, und meist unverbesserlich. Er arbei-tete in allen Arten der Malerey, und viele seinerberühmtesten Werke sind zwar von ihm vollendet /