64r Starrenberg.
Zeit arbeitete er an dem königl. Hofe in Spanien ,und kam als ein leuthseliger und erfahrner Künstlernach Hause zurück, weswegen er hinwieder geliebt,und seine Gemälde wegen ihrer richtigen Zeichnung,zierlichen Ausarbeitung, guten Proportionen, selt-samen Erfindungen, schöner und dauerhaften Fär-bung stark gesucht wurden. Er übertraf auch alleseine Zeitgenossen in der mannigfaltigen Abwechs-lung der Bewegungen und des Ausdrucks der Lei-denschaften. Granuna starb, dem vasari zufolge,49.I. alt, und ward in der Kirche St. Jacob,jenseits dem Arno begraben; doch ist es wahrschein-licher , er habe i4«6. noch gelebt. II. 219.
Starrenberg (Johann), geb. zu Groenin-gen um i 65 o., malte gewöhnlich historische Bilder,in einer schönen Manier, die aber nur in dieWeite, wie z.B an Decken hoher Zimmer ihre Wir-kung thaten. Starrenberg besaß auch alle zu die-ser Kunst gehörige Eigenschaften: Lebhaftigkeit,großen Geschmack in der Composition, und einenleichten fließenden Pinsel, wodurch er sich in kurzerZeit bereicherte. Man glaubt, er sey in seinemVaterland gestorben. III. 271.
Stasicrares; Name, den Plurarch demDinochares giebt.
Sraß (Theodor und Johann). S. den Art.A- Horr.
Stark (Christoph), geb. zu Bracciano i 556 ,lernte die Bildhauerkunst zu Florenz , und arbeitetezu Rom für öffentliche und Privatgebaude. Her-nach trieb er eine Handlung mit Gemälden, Zeich-nungen, Medaillen, geschnittnen Steinen u. s. f.Erstarb um 1618. — Sein Sohn Franz, genanntBraccianese, der die Bildhauerkunst sehr wohlverstand, st. 1627. ungefähr 35 . I. alt.x. i 5 Z.
Srarius (I.) S. St. Flamen.
Stander. S. Studer.
Staveren (Jacob van), genannt Iver, gabsich um 1770. zu Rom für einen Edelmann vonAmersfort aus. Er war ein mittelmäßiger Blu-men- und Früchtemaler. Da nun sein mitgebrach-tes Geld verzehrt war, und seine Kunststücke in die-ser Stadt schlechten Abgang hatten, trat er nothge-zwungen unter die päbstliche Leibwache in Dienste,worin er auch sein Leben beschloß, ua» 600/ II. 466.
— — ( ), Maler, von welchem man einen
alten Mannskopf in dem winklerrschen KabinetNo. 635 . beschrieben findet, wird für einen Schü-ler des Gerard Douw gehalten. Er ist vielleichtJacobs Vater.
Stayner ( ), englischer Schwarzkunstsie-
cher um 1760., arbeitete nach I. Collet u. s. w.
Srazio (Abbondio), geb. zu Massagno , inder italienisch schweitzerischen Landvogtey Lauis,lernte, wie man vermuthet, zu Rom die Stucca-turkunst, die er nachher zu Venedig sowohl in Bil-dern als in Verzierungen mit vielem Ruhm in Ge-sellschaft des Carpoforo Mazzelti Lenchala in vielenKirchen und Pallasten übte. Daselbst starb er ineinem Alter von etwa 80. Jahren. Füßli IV. 91.
Stech (Andreas), geschickter Geschichts- undBildnißmaler zu Danzig , machte seine Entwürfezu historischen Tafeln Grau in Grau, die seineSchüler mit erforderlichen Farben untermalen muß-ten; diese übermalte er hernach selbst. Man siehetVieles von seiner Arbeit in den Klosterkirchen zuOliva und Pepplin. auch in den ansehnlichstenHäusern der Stadt Danzig , worin die Zimmer mitGeschichten von lebensgroßen Figuren geziert sind.Er st. 1697. Die Hainzelmanne, Edelink, vanGunst, Blooteling u. s. f. haben von seinen Bild-nissen gestochen
Sreemarr. S. Sn'emarr.
Sreen (Franz van den), von Antwerpen ge-bürtig, ward durch eine Verletzung an dem einenFuße lahm, weswegen er die Malerey und das Ku-pferetzcn zu seiner Handarbeit wählte, und es darin
Steenwyk.
so weit brachte, daß der Erzherzog Leopold undFerdinand III. ihn in ihre Dienste nahmen; dieserletztere verordnete ihm auch ein Jahrgeld. Franzradirke viele Bläter für des gedachten ErzherzogsGallerie; auch arbeitete er nach A. Dürer , Cor,reggio , Parmesan, Valentin, Vandyk u. s. f.Drey Blatter, die er nach Correggio etzte, wurdenaus des Mariette Kabinette um 260. Livr. verkauft.Man hat auch einige wenige Blätter, die Anderenach ihm verfertigten. Er blühete um 1660. San-dra» I. 36 1.
-- — (Johann van), Maler von keyden;Knuffer, Maler zu Utrecht , hernach Brouwer,und endlich van Goyen waren seine Lehrmeister,van Sreen war der Besteher eines Wirthshauses;er führte bey diesem Gewerbe ein liederliches undversoffenes Leben, dessen ungeachtet hat man treftliche Gemälde von ihm. Sein Genie ersetzte Alles,und er sprach von seiner Kunst als einer, der alleGeheimnisse derselben kannte. Er st. 1689. 53 . I.alt. Die meisten Werke dieses Malers find seinerherrschenden Neigung gemäß: Nämlich Lobaks-fiuben, Besoffene u. s. f. Wenige wußten ihre Fi-guren so wohl zu beleben als er: Man siehet leicht,daß er die Natur dabey zu Rathe zog; er malteauch Geschichte, die er edel und anständig vorzu-stellen wußte. Seine Zeichnung ist correct und dieFärbung schön, besonders wenn er nicht betrunkenwar. Ueberhaupt bemerkt man in seinen Arbeiteneinen leichten Pinsel und wohl ausgedrückte Charak-tere. Seine Werke trift man meist in franzöfischenKunstkabinelten an. I. Gole, I. de Blois, Balan,Heudelot u. s. f. haben nach ihm gestochen. — SeinSohn Theodor war in der Bildhauerkunst berühmt,und arbeitete an einem deutschen Hofe. DenamvLIII. 26.
Sreene (Egidius van), Abt zu Notre Damedes Dunes in Flandern ; baute von 1221. bis 1225.die Kirche seines Klosters, hernach verließ er seineAbtey und starb als Einsiedler. /etrH» V. 234.
Steenree (Wilhelm oder Georg), ward um1600. in Niederlanden geboren, und lernte bey sei-nem Vetter Cornelius poelemburg. Ob er gleichin einigem Rufe stand, so sind doch seine Gemäldein so kleiner Zahl vorhanden, daß man sie kaumkennt. 1l. 47-
Sreenrvinkel (Heinrich), Maler zu Delft ,lernte bey Johann Verkolie, und blühete um -700.Er wußte Alles, was ihm von Malereyen vorkam,mit bewundernswürdiger Geschicklichkeit nachzuah-men. /soubrncLe» III. 286.
— — S. Steinwinkel.
Sreenwyk (Heinrich van), geb zu Steenwykum i 55 o., lernte bey Johann de Vlies. Derselbemalte vornehmlich Architektur, und erlangte einengroßen Ruhm durch die Kunst, womit er die innernAnsichten der Kirchen schilderte. Sreenwyk be-saß eine vollkommne Kenntniß des Helldunkels.Seine Bilder sind gewöhnlich Nachtstücke, worindie Dunkelheit durch Fakeln und Ferur unterbrochenwird, und man kann nichts Verstandigers von denWirkungen des Lichts sehen. Seine Werke sindsehr wohl ausgearbeitet, und man bemerkt in den-selben ungemein leichte Pinselzüge. Er malte seltenFiguren; die, so man in seinen Werken findet, sindmeist von Breughel und van Tulden. Bey entstan-denen Kriegsunruhen gieng er nach Frankfurt amMay», und starb daselbst 1604. — Sein SohnHeinrich übte gleiche Kunst. Dieser arbeitete mitvielem Ruhm in königl. Diensten zu London , undstarb daselbst. — Seine hinterlassene Wittwe zognach Amsterdam , wo sie ihr reichliches Auskom-men mit der Perspectivmalerey fand. In allenniederländischen Lebensbeschreibungen werden dieGeschichten dieser zween Maler mit einander ver-mischt. welches ebne Zweifel auch mit ihrer Arbeit^geschieht. I. CoelemanS, F. Basan u. s. f habennach ihren Werken gestochen. I. 204.