644 Steinmüller.
Steinmüller (Christian), eines Gold-schmieds Sohn, war in großen Geschichtsbildernberühmt. Er studirte einige Zeit zu Rom , und wardvon da in sein Vaterland znrückberufen, gieng abervorher nach Wien , wo er unterschiedliche Gemäldeverfertigte, von denen etliche mit vieler Ueberlegungund Verstand, andre aber ziemlich nachläßig undmit ungleicher Manier ausgearbeitet sind; jedocherweisen alle, daß er ein verständiger Mann gewe-sen sey. Er lebte um 1660. Sandrarr I. 029.
Steinvingh, Srenvik oder Stein-rv ig. S. Sreenwik.
SeeinroegheL ), etzte zehn Kinderspielenach P. van Avant u. s. w.
Steinrvinkel (Martin), niederländischerMaler, war vornehmlich in Abbildung der Pferdevortreflich. Er stellte dieselben so lebhaft und na-türlich vor, daß sie von den lebendigen berochenund angewiehert wurden. Sreinwinkel arbeiteteum 1640. an dem königlich - dänischen Hofe. Bal-dinucci sagt in Bernhard Reil's Lebensbeschrei-bung : Sreinwinkel habe in dem Schlosse Cro-nenbnrg an der Decke in der Königinn Zimmer diesieben Planeten gemalt, welche die Schweden beyEinnahme dieser Festung weggenommen. S. denArt. wogter. Gandrart II. 77. — Sreinwin-kel, Baumeister, arbeitete an gleichem Hofe. Erwird von Marperger angeführt, der den Malerund den Baumeister für die gleiche Person hält.
Stell» (Anton Boussonet), Maler von Lyon ,lernte bey seinem Oheime Jacob Stell«, dessenManier er völlig nachahmte. Derselbe verfertigtein seiner Geburtsstadt viel gute Gemälde, die we-gen ihrer Lieblichkeit und zarten Pinsels hoch ge-schätzt werden. In «666. ward er Mitglied derkönigl. Academie zu Paris und derselben ProfessorAdjunctus. Er st. zu Lyon 1682. 48. 1 . alt. Die-ser Künstler etzte auch in Kupfer. So kennt manvon ihm z. B. die Geschichte der Töchter Jethro'snach N. Poußin . «i'^r§e«rurLe.
— — (Claudine, Antoinette und FrancisceBoussonet), Antons Schwestern ^lernten bey ih-rem Oheime Jacob Stell« die Anfänge der Male-rey. Aber sie alle hielten sich an das Kupferetzen,worin Claudine vortreflich war; sie ist auch bey-nahe die einzige ihres Geschlechts, die es in dieserKunst zur Vollkommenheit gebracht hat. Dieselbearbeitete nach ihrem Lehrmeister, nach N. Poußin u. s f. Anroinerre etzte nach Julio Romano , undihrem Bruder Anton. Francisce half ihrer Schwe-ster Claudine in ihrer Arbeit. Diese st. 1676. undClaudine 1697. 6«. I. alt. Baldinucci machtaus dieser letztern eine Mannsperson, und Papil-lon will behaupten, sie habe auch in Holz geschnit-ten. ie Oomte III- 120.
— — (Fermo ), Bildhauer und Maler vonCarravaggio, lernte bey Gaudentius Ferrari, undarbeitete für einige Kapellen zu Varallo . Larto/r II.
— — (Franz), Maler von Lyon , lernte beyseinem Bruder Jacob, dem er aber nicht gleich kam,obwohl er lange Zeit zu Rom studirt hatte. FI,. leComre gedenkt (II. 88.) zweyer Kirchengemaldevon seiner Arbeit, die aber in den heutigen Beschrei-bungen von den öffentlichen Gemälden zu Paris nicht mehr genannt werden. Er st. 1647. 44. I.alt. Guarienti, der ihn Srellaerr nennt, be-schreibt ihn als einen braven Landschaftsmaler, gu-ten Zeichner, sinnreichen Erfinder und natürlichenBildnißmaler. Laiüiruuccr 8ec. IV. p. 208.
— — (Jacob), Maler von Lyon , dessenGroßvater, Johann Srella, Maler von Me-cheln, um « 55 o. zu Paris arbeitete. — Franz,Johanns Sohn und Jacobs Vater, ward zu Paris geboren und setzte sich zu Lyon , wo er Landschaftenund Bildnisse malte. Er starb daselbst um « 6 o 5 .62. 1 . alt. Sein Sohn Jacob kam in seinem zwan-zigsten Jahre als ein wohigeübter Zeichner in Ita-lien , wo er sich als ein solcher an dem Hofe desGroßherzvgs Cosmus zu Florenz bekannt machte,
Stengel.
bey den prächtigen Zurüstungen auf die Vermäh-lung des Erbprinzen arbeitete, und für seine Be-mühung wohl belohnt wurde, da er in dem Gehalteund Verpflegung dem Jacob Callot gleich gehaltenward. Nach einem siebenjährigen Aufenthalt gienger nach Rom und studirte daselbst eilf Jahre nachden antiken Statuen und Raphaels Gemälden, wo-durch er sich einen guten Geschmack angewöhnte,viele Gemälde, die hernach in Kupfer gestochenwurden, verfertigte, und sich daselbst in Ansetznsetzte. Alsdann reiste er nach Paris , wo er ein kö-nigliches Jahrgeld samt einer Wohnung in den Gal-lerten des Louvre erhielt. Seine Arbeit wurde soschön befunden, daß ihn der König mit dem St.Michaelsorden beehrte: Viele von seinen Werkenkamen nach Spanien , und er arbeitete für vieleKirchen und Privatpersonen zu Paris und zu Lyon ,verfertigte auch eine große Menge Zeichnungen fürdie Kupferstecher. Er starb zu Paris 1667. 6«. I.alt. Seine Manier zu malen ist angenehm und wohlausgearbeitet; er suchte beständig den Poußin nach-zuahmen, daher sind feine Kinder- und Hirtenspiele,seine Perspektive und Architekturen, sehr schön.Srella war in kleinen Gemälden vortteflich. Manzeigt von ihm ein Urtheil Paris in der; Größe einesRingsieins, worin er fünf Figuren mit einer bewun-dernswürdigen Schönheit und Zartheit des Pin-sels vorgestellt. Seine Zeichnung ist richtig, ob ergleich die Natur wenig zu Rathe zog. Seine Fär-bung ist praktisch, und etwas zu röthlicht. Manwürde seine Werke höher schätzen, wenn sie mehrbelebt wären; sie sind aber gewöhnlich seinem Cha-rakter gemäß, nämlich kalt und matt. Er hat ei-nige Blatter nach seinen eignen Erfindungen theils inKupfer geetzt, theils Grau in Grau in Holz geschnit-ten. I. Couvay, P. Daret, F. Greuther, H. David,F. Poilly, G. Edelink und viel andere Stecher ha-ben nach ihm gearbeitet. — Claudine und Fran-cisce Stell», seine Nichten, haben nach seinen Zeich-nungen eine Sammlung von Vasen auf 5 o. Blät-ter , und Kinderspiele auf 49. Blätter geetzt. Marrierte besaß das Kupferwerk dieser Künstler in 460.Blättern, nebst 104. Stücken, die I. Srella inHelldunkel verfertigt.
Stell« (Jacob), Maler von Brescia , kamunter der Regierung Gregor XIII. nach Rom undarbeitete neben andern Künstlern in der vatikanischenBibliothek und Gallerie, an der H. Treppe und inder Gregorianischen Kapelle sowohl in Mustv alsin Gemälden. Er ward öfters von andern Malernzu ihren Werken berufen, indem er alle Theile derKunst verstand, auch eine große Uebung und Fer-tigkeit besaß. Endlich kehrte er in sein Vaterlandzurück, und starb daselbst 85 . 1 . alt. — Sein SohnLudwig erlangte in großen und kleinen Bildnissenvielen Ruhm. Sa§/io»r p. 222.
— — (Jgnatius). S. Stern.
— — (Paul), Kupferstecher, arbeitete nachCamillus Procaccino u. s. f.
— — (Vincenz), ein niederländischer, aberzu Brescia wohnender Maler, war Mitglied derAcademie St. Lucas zu Rom , wo er 1694. eineAbhandlung verlas. Marierre glaubt, er seyvielleicht der vorgedachie Jacob Srella. Letter-rn /'ittura I V. 586 .
Stell« ngwerf (D.), niederländischer Land-schaftsmaler, dessen Werke in den Kabinetten derLiebhaber angetroffen werden.
Srellwag (Joh. Niclaus), Bildnißmaler ,arbeitete an dem herzoglich -würtembergischen Hofe.I I. Hayd, I. F. Schmidt u. s. w. haben nach ihmgestochen.
Stelz er (Joh. Jacob), Kupferstecher zu Aug-sburg , arbeitete um «770. für die Engelbrechtischeund Klauberische Verlage. Schwab. Schrift-steller.
Srendardo. S-Standart.
Stengel (Joachim Friedrich), war um « 74 o.