Band 
Erster Theil.
Seite
647
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Stopp.

Stopp (Cornelius), ein Engländer, maltemeist Holen, Grotten, und schreckliche Wüsteneyen,die er so lebhaft und perspektivisch vorzustellenwußte, daß sie eher die Natur selbst als Gemäldezu seyn scheinen. Sandrarr II. 77.

Sroppa (Caradosso) S- Foppa.

Stopper; Bentname von Tombe.

Storali (Johann), Architektur- und Ornar mentmaler zu Bologna , lernte bey Cesar Baglioni.Er war zwar hurtig und geschwind in seiner Arbeit,aber in der Kunst mittelmäßig. !. Z 5 r.

Srorer (Christoph), Maler von Costanz,lernte bey seinem Vater und zu Mailand bey demjnngern Hercules Procaccini. Er war in der Zeich-nung wohl geübt und malte mit großer Fertigkeitin Oel und Fresko. Srorer hielt sich meist zuMailand auf, wo er in den Kirchen St. Bernhard,St. Eustorchius, St. Laurenz, St. Bernhardin,St. Peter Coelestin und della Pace, auch in derCarthause zu Pavia , und an vielen a. O arbeitete.Von ihm ist ein Altarblatt, die Himmelfarth Mariä,in der Abtcy St. Peter auf dem Schwarzwald , undbey Freyburg in Breisgau ein Altarblatt von derVermählung der H. Jungfrau. Man findet auchvon ihm drey historische Bilder in der Gallcrie zuSchleisheim. Er st. zu Mailand 1671. 60. I. alt.B. Kilian und G. A. Wolfgang haben Theses nachseinen Zeichnungen, und D. Joseph Cotta nachseinen Gemälden zu Mailand gestochen. SandrarrI. 024.

Srork (Abraham), geb. zu Amsterdam umi 65 o. war ein geschickter Maler in Seestücken. Erhatte eine gute Färbung, nebst einem feinen undgeistreichen Pinsel, und brachte in seine Bilder un-zählige kleine Figuren mit »»gemeinem Verstand.Eines von seinen schönsten Gemälden stellt den Ein-zug des Herzogs von Marlhorough zu Amsterdam auf dem Amstelfluffe vor. Seine Seesiürme er-wecken wegen ihrer natürlichen Vorstellung Furchtund Schrecken. I. Ph. le Bas hat nach ihm einenSeesturm unter dem Titul: Oinquieme Vus ä'lta-lis gestochen. DeLkaMxn lll. 282.

Stoß (Veit), Maler, Bildhauer und Kupfer-stecher von Cracau in Polen , arbeitete in seinemVaterlands, wo seine Bildhauerarbeit mehrere Lieb-haber fand als die Gemälde. Er kam um läoo. genNürnberg , wo er seinen beständigen Wohnplaznahm, und Vieles für die dortigen Kirchen arbei-tete. Er schnitzte auch für den König in Portu,aldie Bilder Adam und Eva auS Holz in Lebensgröße.Stoß starb zu Nürnberg i 54 u. g 5 . 1 . alt. Doppel-mayr S. 19 t-

Stoßkopf (Sebastian), von Straßburg ,lernte bey Daniel Soriau . Er malte Früchte,Gefäße, Gläser, Tische u. a. hausralhliche Sachenmit großer Geschicklichkeit nach der Natur SeineArbeit kam in die Kunstkammern großer Herren;auch hatte er i 65 i. die Ehre, zwey Gemälde fürFerdinand lll. zu verfertigen, welche sehr wohlaufgenommen wurden. Sandrarr l. Zr».

Straaren oder Srraeren (Heinrich vander), geschickter holländischer Landschaftsmaler,zeichnete sehr wohl mit rother und schwarzer Kreide.Er blühete um 1690. und gieng in England, woseine Arbeit wegen der hurtigen und geistreichenManier den Liebhabern wohl gefiel; seine Figurenfind in den Manieren von Ruysdael und Berghemgemalt. Dieser Künstler gerieth wegen seiner lü-derlichen Aufführung auf alle Weise in sehr elendeUmstände. Mer,e,'wamr lll. 365 .

Strabo , Bentname von L-Molenar.

Gtraba (Jacob), ein Mantuaner, machtesich im XVl. Jahrhundert durch seine Geschicklich-keit in Nachzeichnung antiker Medaillen berühmt.Man verwahrt in der kayserl. Bibliothek zu Wien zehn Bücher von seinen Zeichnungen alter griechischerund römischer Münzen, die sehr schön find, wieman solches aus einigen Mustern schließen kann,

Strange. 647

diLLambeccius in seiner Beschreibung dieser Bib-liothek in Stichen vorstellen ließ. Der Herzog vonSachsen - Gotha besitzet auch in seiner Büchersamm-lung 3 i. Bände Handschriften von diesem Antiquar.Ohne Zweifel sind die Medaillen, die sein SohnDcrav mit den Lebensbeschreibungen der römischenKayser r 6 i 5 . und 1629. in Druck gab, nach desVaters Zeichnung verfertigt. Mar-Lz/.

Strada (Johann). S. Srradanus.

— — (Vespastan), eines spanischen MalersSohn, wurde zu Rom geb und zeichnete von Ju,gend an die schönsten Gemälde und Bildhauerstückedieser Stadt nach, besuchte auch die Akademie,und ward ein guter und erfahrner Maler. Mansiehet in den dasigen Kirchen und Pallasten schöneWerke von seiner Hand. Er malte auf Leder, wo-mit er großes Geld verdiente, und st. unter der Re-gierung Paul V. 06. 1 . alt. Auch etzte er einigeBlätter von eigner Erfindung. Man findet seinZeichen bey Christ S. 36 i. 373. und 376.

/ro-rr p. i 55 .

Srradanus, gewöhn!. van derSrraer(Johann), geb. zu Brügge - 536 ., lernte bey sei-nem Vater, bey Maximilian Frank und bey PeterAertsens. Er reiste frühe in Italien , wählte Flo-ren; zu seinem Aufenthalt und malte viel große Werkein Oel und FreSco; mit Vasari arbeitete er in denSälen und Zimmern des Großherzogl. Pallastes,und mit Franz Salviati an vielen a. O. Sehrviele Tapezereyen der großherzogl. Paliäste zu Flo,renz und Poggio a Cajano wurden nach seinen Car-tons verfertigt, und diese letzteren bestehen in allenGattungen Jagden, womit bey zwanzig Zimmerndieses Pallastes angefüllt find. In der Kirche derVerkündigung malte Srradanus Christus amKreuze, welches Bild samt den übrigen Leidensge-schichten unsers Heilandes von Philipp Galle aufzweyerle» Arten gestochen wurde. Er componirteund zeichnete sehr wohl, besonders Pferde, undbesaß ein gutes Colorit, ward auch jederzeit füreinen großen Künstler und eines der vornehmstenMitglieder der Akademie gehalten. Er st. seinerGrabschrift zufolge, die in: 8erie VII. 181. an-geführt ist, 69. I. alt. Die nach seinen Werkenverfertigten Stiche werden auf 388 . Blatter ge-schätzt. — Sein Sohn Scipio arbeitete in gleicherKunst. HeLkNMxs 1 . i 5 g.

Srraes (Adam), Bildschnitzler in der Grastschaft Nassau; verfertigte von 1617. bis 1622. dieviele Schnitzarbeit an der Kanzel der St. Michaels-kirche zu Zwoll. Uffenbach ll. 363 .

Grraer oder Straß (Johan van der). S.Stradanus.

Seraeeen (van der). S. Straaren.

Srraforo, Beyname von A. r^obili.

Grrahorvsky (Bartholomö), Kupferstecherzu Breßlau um 1740. radirke verschiedene Bildnisse,u. s. w.

Strange (Robert), aus einer der OrcadischenInseln bey Schottland gebürtig, lernte das Ku,pferstechen zu Paris bey I. P. le Bas, und zeigtedamals schon so viele Geschicklichkeit, daß ihn seinLehrmeister mit einem starken Gehalt bestellen wollte,welches er aber ausschlng. Er arbeitete daraufnach den Gemälden der größten Meister, mit demRuhm eines der beßten Stecher seiner Zeit. Um1758. that er eine fünfjährige Reise in Italien , undzeichnete daselbst so viel nach den schönsten Gemäl,den, daß er für sein Lebtag genug hat, um inEngland nach denselben seinen treflichen Stichelzu übe». Strange erfand eine neue Manier,mit vier einzigen Farben Zeichnungen zu verferti-gen, welche die Originale vollkommen nachahmen:Er wählte meist Gegenstände, die er bey den Ma-lern der Grazien: Correggio, Raphacl, Titian ,Guido, Maratti, u. s. f. fand. HannibalsCarac-cio Arbeit ist für seinen fließenden Grabstichel schonzu wild. Strange ist wirklich einer der großher-