Band 
Erster Theil.
Seite
649
JPEG-Download
 

Stringa.

String »(Franz), Maler von Modena ; stubirkenach Ludwig Lana. Er bekam die Aufsicht über dieherzogliche Gallerie, und ward durch fleißiges Be-trachten der dortigen treflichen Gemälde und Zeich-nungen ein sehr geschickter Künstler. Stringa ziertedie Kirchen, Palläste und herzoglichen Säle zuModena, Venedig und a. O. mit seiner Arbeit,malte mit fertiger und geistreicher Manier undguter Färbung Geschichte, Landschaften, Verzie-rungen und Architektur; verfertigte auch einigeKupferstiche. Er starb zu Modena 1709. 71. I. alt.L. Linti hat nach seiner Zeichnung ein Titulkupferzu des Herzog Franzen von Modena Leichenbegäng-niß gestochen. tTnav/eutt.

Strobel (Bartholoms) von Dreßlau gebür-tig , war kaiserl. Hofmaler und arbeitete um 1642.zu Elbing , in Diensten Uladislaus IV. Königs inPolen. Der Dichter Martin Opitz machte zu sei-nem Ruhm Verse, die einem Buche, welches Stro-bel von seiner Kunst geschrieben haben soll, vorge-setzt wurden. Descanips gedenkt seiner beyläufigin Egldl'us Schagens Lebensbeschreibung. —Man findet auch Bildniße, nach p. und WilhelmStrobel, von Joachim und Jacob Sandrart, B.Vogel, u. s. w. gestochen.

Stroelin (Rudolph), Stadtbaumeister zuRegenspurg, baute um i 65 o. die schöne H. Gcists-kirche daselbst. Marperger.

Strohmeyr (Mattheus Jacob), geschickterGoldarbeiter vonAugspurg, arbeitete eine geraumeZeit zu Berlin . Er verfertigte schöne fein getriebeneDegengefässe, Stockknöpfe, u. s. f. und starb 1766.47. I. alt. von Sretten Brief lX.

Stroiffi (Hermann), Maler von Padua ;lernte bey Bernhard Strozzi, und seine erste Arbeitgleicht seines Lehrmeisters so genau, daß die Lieb-haber und Verkäufer beständig mit einander streiten,welchem von beyden die feilen Gemälde zuzuschrei-ben seyen. Er veränderte zu Venedig diese Manier,und folgte mit mehrerm Vortheil des Titians.Man sieht hievon ein Beyspiel in einem Gemäldeder kleinen Spitalkirche dieser Stadt, weiches dievon vielen Engeln begleitete H. Jungfrau, und indem Vorgrund verschiedene Heilige abbildet. Dieobere Gruppe ist von besonderer Schönheit undeiner zierlichen Manier. Er blühet« um Mo.Lorcürni p. 520 .

Strongylion; antiker Bildhauer; verfer-tigte die Slatüe einer Amazonin, die wegen ihrerschönen Schenkel sehr berühmt und deswegen Eu-cnemon genannt wurde. Nero führte diese Statüeallenthalben mit sich. Er war auch in Thieren, vor-nemlich in Ochsen und Pferden vortreflich.

Seroza,Strozza oder Strozzi (Peter),Baumeister und Maler; hatte in der erstem Kunstwenige seines gleichen. Er blühete um den Anfangdes XVII. Jahrhunderts und war Professor zuPisa .

Strozzi (Bernhard), ward zu Genua Ca-puccino und zu Venedig prere Genoese genannt.Dieser Maler, von Genua gebürtig, lernte beyCesar Corte und bey Peter Sorri. Er begab sichin den Kapuzinerorden, den er aber auf erhaltenepäbstliche Erlaubniß wieder verließ, damit er seinerMutter desto besser beystehen könnte. Nach dersel-ben Absterben verlangte dieser Orden, daß er seinvoriges Gelübd erfüllen sollte, und kam er überdessen Verweigerung in ein langwieriges Gefäng-niß, aus welchem er in priesterlicher Kleidung nachVenedig zu entfliehen das Glük hatte; daselbst be-diente er die Herrschaft als Maler und Kriegsbau-meister. Dieser Künstler kann den beßten Malernseiner Zeit an die Seite gesetzt werden. Er hatteeine geschmacksvolle Manier und ahmre dasColoritdes M. A. Caravaggio nach; doch ist seine Zeich-nung nicht richtig genug. Die Ideen seiner Köpfefind zwar natürlich, aber zuweilen niedrig und un-edel; seine Färbung ist sehr natürlich und stark.Ein S. Laurentius, der die Kirchengüter unter die

Skubbs. 649

Armen austheilt, den Strozzi für die Kirche St.Nicolaus de Tolentino zu Venedig malte, ist vor-treflich, von sehr schönem Colorit, großer Manier,schöner Ausarbeitung, mit großem Geschmackegezeichnet und von großem Charackter. Er st. zuVenedig 1644. 63 . I. alt, und ward in der KircheSt. Fosca begraben. P. Monaco . A. I Premier,Ph. A. Kilian, I. C. Reinsperger, u. s. f. habennach ihm gestochen. Er selbst hat mit einer Manier,die Rembrands würdig ist, in Kupfer geetzt. äo-zsrarrr p. i55.

Srrozzi (Zenobius), aus einer adeliche«Familie ,412. zu Florenz geboren; lernte bey Jo-hann Angelico da Fiesole . Er verfertigte sehr vieleGemälde für die Kirchen und Privathäuser feinerGeburtsstadt, die zum Theil noch heut zu Tage ge-sehen werden. Lattmr I. 3 i 5 . u, 6 /mrta p. 36 .

Strudel (Peter) geb. zu Khloes in Tyrol um1660. lernte bey seinem Vater Barrholomö, einemBildhauer, und kam gar jung nach Venedig in I.Carl Loths Schule. Er war kaiserlicher Hofmaler,und von Leopold I. in den Freyherrnstand erhoben.Die herrschaftlichen Palläste und Kirchen zu Wien find mit seiner Arbeit geziert. Er malte mit einerglühenden Färbung, und man bewundert vornehm-lich die nackten Kindlein, von welchen sehr schöneBacchanalen in der churfürstl. Gallerie zu Düssel-dorf gesehen werden. Joseph I. ernannte ihn zumersten Director der 1706. neuerrichteten Mahler-academie zu Wien , wo er 1717. starb. — SeineBrüder, Paul und Dominions, machten sichdurch viele Statüen von Marmor und Erzt be-rühmt; die H. Dreyfaltigkeitösäule auf dem Marktezu Wien ist von ihrer Arbeit. Kaiser Joseph er-klärte sie samt allen ihren Nachkommen zu Reichs-freyherren. Die Beschreibung der Gallerie zu Düs-seldorf nennt perern den Wirrer Strubi, undPozzo, der diese Künstler S. 229. Srrudemheißt, berichtet: Sie seyen von deutschen Elternzu Verona geb. und um 1680. gen Wien gezogen.C. Mogalli hat nach perec gestochen. ^a§esor-»p. 168.

Srrurr (Joseph), ein Engländer, gab zweyinteressante Werke von den Alterthümern seinesVaterlandes. Er selbst etzte alle Tafeln, die sehrzahlreich sind.

Struyf lPeter), Bildhauer, von welchemman den St. Anna - Altar der Cathedralkirche zuAntwerpen , mit Figuren geziert, siehet.tio» cker , etc.

Srruyck ( ), niederländischer Jnsektenmaler.Man siehet von seiner Arbeit in berühmten Kunst-sammlungen.

Sruarr (P.Bernhard), geschickter Baumei-ster und Ordensmann bey den Schotten zu Regen-spurg, hielt sich einige Jahre zu Augspurg auf,untersuchte die dasigen Wassergebaude, und baute1739. den großen und schönen Schauspielsaal beyden Jesuiten , der von I. G. Dergmüllers Pinselgeziert ist. von Srerren Brief lX.

— — (Jacob), Maler, Baumeister und Kurpferetzer aus England, ahmte um 174?- i» seinenStichen getuschte Zeichnungen nach, und arbeiteteum diese Zeit zu Rom , wo er nach einer Zeichnungvon Raphael die Schlagring des Felsens etzte. Er gabmit LJrclaus Reverr, Baumeister, die Alrerthü,mer von Athen , die sie beyde gemessen und nachder Natur abgezeichnet hatten. Der erste Theil kam1762. zu London in größtem Formate aus Licht.Man kann nichts Schöneres in dieser Art sehen.

Srubbs (Georg), geschickter englischer Land-schafs- und Thiermaler, blühete um 1760. Der-selbe schrieb eine trefiicye Abhandlung von Zerglie-derung der Pferde, wovon die Stiche >0 wohl alsdie Zeichnungen von seiner eigenen Hand und sehrgeschätzt sind. Er hat auch andere Blatter geetzt —Sein Sohn Johann, G. Woolet, V Green,Clowes, Pether,» s f haben nach seinen Erfin-dungen in Kupfer gearbeitet. Lara».