Band 
Erster Theil.
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650
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650 Stuber.

Stuber (Niclans), Maler von München ,lernte, nebst seinen Brudern Joseph und Franz,bey ihrem Vater Gottfried, übertraf sie aber allein der Kunst sehr weit. Er hielt sich lange in Ita-lien auf; seine Zeichnung ist männlich und im Ge-schmacke der römischen Schule, die Färbung sehrangenehm, und die Composttionen wohl gewählt.In der Architektur war er besonder vortrefiich Alsum 1718. Comp, chursürstl. Hofmaler zu München ,starb, der sich vorzüglich mit Auszierung derSchaubühne berühmt gemacht hatte, ward Sru-bern diese Stelle aufgetragen. Der Churfürst an-vertraute ihm auch die Besorgung der Frescomale-reyen des Schloßes Schleißheim. Füßli III. 126.

Stubly (L-), englischer Bildnißmaler, lebteum 17Z0. Man hat Schwarzkunstblätter, dieJohn Faber nach seinen Werken geschabt hat.

Studer (Joh. Rudolph), Mahler von Win-terthur, wo er 1700. geb. ist, lernte bey einemFlachmaler; aber sein eigener Trieb und Fleiß er-setzten diesen Mangel des Unterrichts. Er malte inDel, Miniatur und Email mit vielem Beyfall.Gruder arbeitete zehn Jahre zu Basel , und giengvon da nach Paris , wo er nach I. F. de Troy undGrimoux studirte. Nach einem vierjährigen Auf-enthalt begab er sich nach Genf, Neuschatel, Bern .AIs er zwölf Jahre in dieser letzten Stadt zuge-bracht hatte, gieng er nach Holland und England,kam aber in Holland zurük, wo er sich 1769. nochaufgehalten haben soll. Sruder hatte alle Eigen-schaften eines guten Tildnißemalers; er zeichneterichtig, seine Farbe ist die Natur, und seine Stel-lungen sind schon und der Wahrheit gemäß I. I.Hayd hat nach ihm in Schwarzkunst gearbeitet.Füßli III. 147.

Studie oder Studio; Bentname desFranz van der Rappen, und hernach Hein-richs van Linrh.

Stuerhelt (F,), niederländischer Kupferste-cher im XVII. Jahrhundert; arbeitete in Holland und zu Hamburg . Unter seinen Blättern ist dasBildniß der Cardinals Mazarin zu bemerken.

Stumm (Johann), ein würklich stumm undtauber Maler zu Hamburg um 16^7. hatte in derAehnlichkeit seiner Bildnisse wenige seines Gleichen,aber seine Manier ist etwas unangenehm. Sand-rarl II. 77.

Stur (Juriaen) G. den Art. Theodor Lu-biniesky, seines Schülers.

Sturm (Anton) S. den Art. Roman Boos,seines Schülers.

— — (Leonhard Christoph) gelehrter Mathe-matiker und geschickter Baumeister, geb. zu Altdorf,einer Nürnbergischen hohen Schule 1669. Warderstlich Professor bey der Ritteracademie zu Wolfen-büttel, hernach anf der Universität zu Franksurt ander Oder, nachgehends Fürstlich MeklenburgischcrObcrbaudirektvr zu Schwerin . Sturm machtesich durch Herausgabe vieler zur Baukunst dienli-cher Schriften berühmt, unter welchen sich vor-nehmlich die Anweisung zu der bürgerlichen Bau-kunst befindet, welche zJiclaus Goldmann inHandschrift hinterlassen hatte, und zu Augspnrgin r6. Bänden gedruckt ist — serner die Abrisse zudem prächtigen Braunschweigischen LustschlosseSalzthalum, und eine neue Säulenordnung, die erseinem Vaterlande zu Ehren die Deutsche nannte,befinden. Diese Ordnung hat so gute Proportionenals die andern alle, und stehet viel prächtiger alsdie Ionische. Er st. zu Blankenburg als herzoglichBraunschwcigischer Baudirector 1719. S. den Art.p. Marquard. Doppelmayr S. 129.

Sru rmberg (I. C.) S. den Art. S- C.Stanley, seines Schülers.

Sturt (Jean), englischer Kupferstecher, geb.r 658 . st. um den Anfang des XVIII. Jahrhun-derts.

S u a v e.

Stuvens (ErnM, geb. zu Hamburg 1667.lernte bey Hin;, zu Amsterdam bey Johann Door-hout und bey Wilhelm van Aelst; allein von allendiesen Manieren gefiel ihm keine so wohl als desAbraham Migno», der ihn im Blumenmalen un-terwies, worinn er alle andern, seinen Lehrmeisterausgenommen, übertraf. Seine verabscheuens-würdige und höchstausschweifende Lebensart, auchweil er das gemeine Volk wider seine Obrigkeitaufwiegelte, bracht' ihn zweymal ins Gefängniß,und endlich ward er aus Amsterdam verbannt. Hier-auf begab er sich nach Rotterdam und verfertigtenoch sehr viele Gemälde, die in hohem Werthesind. Seine Blumen sind von guter Färbung, dünneund wohl geordnet. DercaMyx III. Z72.

Sua (Raphael) von Sagno in der LandvogteyMendrys gebürtig, lernte zu Bologna bey Ferdi-nand Galli-Bibiena , und arbeitete nachher mitdessen Sohne Joseph Bibiena in Gesellschaft zuWien u. s. w. Er war ein trefiichec Zeichner inder Architektur und Perspectiv. Nachdem er sichdurch seine Geschicklichkeit ein schönes Vermögenerworben, gieng er in sein Vaterland zurück undbeschäftigte sich meist mit Zeichnungen für großeHerren. Er st. 1766. 58 . I. alt. Füßli IV. 129.

Suaneburg (Wilhelm van), sehr geschick-ter Kupferstecher, arbeitete um 1600. zu Leydrnnach A. Bloemaert, M. I. Mirevelt, P. Moreel-sen, Rubens , u. s. f. Seine Blätter, die er mitdem Grabstichel versertigte, sind wegen ihrer zar-ten, reinlichen und schönen Schrafierungcn sehrreizend. Christ bemerkt S. 20Z. und 385 . sein Mo-nogramm , und Basan seine beßten Blätter. Gan-dellini macht aus diesem zween Kupferstecher, undnennt den andern Cornelius.

Suanefeld. S. Schrvanevelt.

Suardi (BartholomH genannt Bramamino,Maler und Baumeister zu Mailand . Derselbe warder erste, der den damaligen noch dunkeln Zeitender Zeichen- Mahlers und Baukunst ein Licht an-zündete. Er verfertigte unter Niclans V. verschie-dene Gemälde in den Zimmern des Daticans zuRom ; zeichnete die Alterthümer in der Lombardie,schrieb davon ein Buch, und ein anderes von denRegeln der Perspectiv. Man findet auch noch ver-schiedene Gebäude in Wesen, die nach seinen Ris-sen verfertigt sind. Bramantino blühete um i^l».Als Raphael um i 5 i j. aus Befehl Julius II. etli-che Zimmer des Vaticans malen sollte, wurden fastalle daselbst befindliche Gemälde ausgelöscht. Die-ses Schicksal betraf auch des Bramantino Arbeit;da aber unter derselben einige sehr schöne und wohlausgearbeitete Bildnisse berühmter Männer sich be-fanden , ließ sie Raphael vorher kopiren. Sein ErbeJulius Romanus machte hernach aus diesen Ko,pien dem bekannten Paul Jovius ein Geschenk,wodurch dieser seine Sammlung stattlich vermehrte.Der Baumeister Bramante studirte nach seinenZeichnungen. Einige Schriftsteller irren sich, dasie glauben, daß der Beyname Bramantino vonletztgedachtem Bramante entweder wegen Ver-wandtschaft, oder daß er des unsrigen Schülersollte gewesen seyn, herkomme; da doch des Bra-mante Familienname Lazzari, und derselbe vonUrbino gebürtig war, auch wenige Zeit vor desBramantino Absterben gebohrcn wurde. S. denArt. S. de Urfinigo.

Suardo (Joh. Baptist), verstand die Per-spectiv sehr gründlich, war ein geschickter Formund ein treflicher Srahlschneider. Diese letztere Kunstübte er in der Münze zu Mailand unter der Aus-sicht seines Schwiegervaters, Leo Leoni, dem erin der Stelle eines Münzmeisters folgte. Suardoblühete um l 58 v. /.onrKLLo p. 184.

Suarz. S. Schwarz.

Guave oder Suavius, Beyname vonLamberr Surerman Basan und Hnmdertmachen aus Lamberr Suavius einen Schüler