Band 
Erster Theil.
Seite
655
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Tagliacarne.

d, Corso, Mr. Biagio, Mr. s)az;s, Mr. Co-stanzo, und einer seiner Söhne. I. 107.

Tagliacarne (Jacob), Edelsteinschneidervon Genua , blühete um i 5 oo. Er verfertigte aller-hand Figuren und Bildnisse in Edelsteine, mit sol-chem Fleiß und Meisterhaftigkeit, daß CamiUusLeonardo in seiner Abhandlung von dergleichenGesteinen (Buch III.) rühmliche Meldung von ihmthut. Diese Arbeit ist sehr schwer, und muß so zusagen blindlings verrichtet werden, indem mannicht anders, als durch öftere Abdrucke in Wachsdie Wirkung seiner Arbeit entdecken, und diese demKünstler zu Vervollkommnung seines Werks einiger-Maaßen Licht geben kann. Xazicani p. 20.

Tagliacozza (Johann da), Beynams vonV. L»pi.

Tagli'anl (Dominicus). S. den Art. D-Tagliavini.

Tagliapierra (Ambrosius), Bildhauer undBaumeister von Modena . Von seiner Arbeit ist dieVerzierung der öffentlichen Uhren dieser Stadt,woran er alle Figuren und Zierrachen aus Probier-stein verfertigte. Er lebte um r 54 o. p.62.

— — (Duca), berühmter Bildhauer in Laub-

werk zu Bologna , bediente mit Hercules da Fer-rara, einem Maler, viele Fürsteu. Sie blühetenum ibso. II. 42?.

— — (Jacob und Paul), Vater und Sohn,waren in der Bau- und Bildhauerkunst berühmt.Alle Basreliefs des Pallastes Rangone in der gros-sen Straße zu Modena , ihrer Geburtsstadt, wur-den durch diese geschickten Männer verfertigt. Siestanden auch bey ihrem Landesherr», Hercules II.in großen Gnaden: Er besuchte öfters ihre Werk-stätte^ und brachte viele Zeit mit Besichtigung ihrerArbeit, die häufig außer Landes gesandt wurde, zu.Sie lebten um die Mitte des XVI. Jahrhunderts.

p. 6l.

Tagliavini (Dominicus), malte 1722. dasTheater des Festes genannt Porchetta zu Bologna ,welches von Francia in Kupfer gestochen wurde. —Dominicus Tagliani malte 1729. das gleicheTheater, und dasselbe that 1788. Blasius Con-stantinl. pitti/cs III. 22).

Tailler ( ), Professor der Philosophie zuNimmegen, wird für den Erfinder der mit verschie-denen Farben abgedruckten Kupferstiche gehalten.Er stand zu Anfang des XVIII. Jahrhunderts alsKriegsbaumeister in Diensten Friedrich I- in Preus-sen. S. den Art. Jacob Christoph le Blond./fsb!/e»'»ramr III. 327.

Talami (Horaz), Maler von Reggio , lerntebey Peter Desani. Derselbe reiste zweymal nachRom , um sich in der Zeichnung festzusetzen, undkam mit einer fertigen Manier in Zusammensetzunghistorischer Gegenstände, in der Perspectiv und inVerzierungen in Del und Fresco, nach Haus;arbeitete auch zu Reggio , und in vielen andernStädten. Da er aber mit strenger Arbeit sich allzu-siark angriff, schwächte er dergestalt sein Gesicht,daß er 1699. seine Pinsel niederlegen mußte. Er st.darauf 1706. 81. I. alt. Suar-reutr.

Tatda. S. Tadda.

Talent, (F. Jacob), genannt Nivozzans,Dominicanermönch und berühmter Baumeister, ar-beitete zu Florenz , wo er, nebst vielen Privathäu-sern, einen großen Theil von der Kirche St. Marianovella mit Fr. Johann da Campi erbaute. Er si.1Z62. ch'ottair 1 . 3 rg.

TaImann ( ), ein Engländer, hatte einenedeln und gereinigten Geschmack in der Baukunst.Er verfertigte 1671. die Zeichnung zu dem PallasteThvrby in der Grafschaft Nottingham , dem Her-zog von Kingston zuständig, und baute 1681. fürden Herzog von Devonshire den Pallast Chaisworth,in der Grafschaft Derby. Der Pallast Dyrham,welchen Talmann in der Grafschaft Glocestec er-

Tandardini. 695

baute, wird für fein Meisterstück gehalten.

Mi p. Z97.

Talpin»; Beyname von E. Salmeggia.

Tambour; Bentname von I. van der Does.

Tamburins (Joh. Maria), von Bologna ,lernte bey Peter Faccini und bey Guido Reni , dessenFreundschaft er durch sein aufrichtiges Betragenerwarb. Derselbe ahmte auch immer in seinenWerken in Del und Fresco den Geschmack diesesgeliebten Meisters nach. Tamburins war in derPerspectiv erfahren, und zeichnete auf 20. Blätterdie Künste und Handwerke seiner Geburtsstadt, dievon Franz Curti in Kupfer geetzt sind. Er blüheteum i 65 o. und starb in sehr hohem Alter.

I. 568 .

Tamm (Franz Wernher), genannt Dapper,ein Name dcnpascoli in Daprair, so wie seinenFamiliennamen in varnerram verwandelte. Die-ser Künstler ward i 658 . zu Hamburg geboren, undlernte bey Theodor van Sosten und bey JohannPfeiffer. Er kam nach Rom und studirte nach dengrößten Meistern. Seine Absicht war auf das Ge-schichtsmalen gerichtet; allein er verließ diesesschwere und weitläufige Studium, und begab sichauf das Früchte- Blumen- und Thiermalen. An-fangs studirte er nach Mario Nuzzi , nachher abernach der Natur selbst, und ward sehr berühmt.Dann wurde er nach Wien berufen, wo er für denkaiserl. Hof mit großem Beyfall arbeitete und vielevon seinen Bildern nach Paris, London und in an-dere vornehme Städte versandte. Er starb zu Wien 1724. Seine Pinselstriche sind keck und geistreich;sie drücken zuweilen die Gegenstände durch eine tref-liche Zeichnung aus, obwohl sie nur als von ohnge-fähr hingeworfen zu seyn scheinen. Tamm malteauf verschiedene Manieren; in der letzten folgte ermeist der niederländischen, indem er seine Werkesehr fleißig ausarbeitete. — Seine Söhne, Casparund Franz, lernten ihres Vaters Kunst. Einervon ihnen machte sein Glück mit der Tanzkunst.AaAecior» p. 202.

Tamodia. S. Gamodia.

Tamyris; antiker Edelsteinschneider , istdurch einen in Earniol geschnittenen Sphinx bekannt.ÄoLc/r 69.

Tana (Hiacynth). S. Georg Biscia.

— — ( ), Maler und Tonkünstler zu Tu-

rin , malte einige historische Tafeln in der Sakristcyder dasigen Kirche Consolata. I.

Tanara (Joh. Baptist). S. Tassara.

Tan-cher-qua; chinesischer Maler. S. denArt. E. Burch.

Tandler ( ), war zu Ausgang des XVI.

Jahrh, ein berühmter Baumeister zu Dresden .

Tanie (Peter), Kupferstecher zu Amsterdam ,verfertigte Bildnisse, Titulblätter, Vignelttn u. s.w.»ach verschiedenen Meistern Man hat, neben An-derin, von ihm die berühmten Fensiergemälde derSt. Johannskirche zu Gouda auf fünf großen Blät-tern. Er arbeitete auch für die Dresdner - Galerieund st. 1760. Sa§mr.

Tanner. S. Denner.

Tannerri. S. Zanerri.

Tannevor ( ), königl. Baumeister und

Mitglied der Academie von der erste» Classe, blü-hete um 1720. zu Paris . Derselbe brachte die Kunstin Austheilung der Zimmer auf einen sehr hohenGrad, und man stehet von diesem geschickten Manneine Menge mit vielem Geschmack und allen ersinn-lichen Kommlichkeiten angeordnete Gebäude. Erbemühete sich auch, die zum Bauen erforderlicheMaterialien und andere kleine Umstände genau zuuntersuchen, und dadurch die Arbeit der Unterneh-mer gehörig zu beobachten. ^r-c/rrteo

tn,e A-MrfEe III. 5 .

Tanrardini (Carl Anton), Bildhauer von