Band 
Erster Theil.
Seite
666
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666 Thylacus.

Thylacus. S. den Art. Onaerhus.

Th^m (Moses ). S. I. Hauer.

Tbymilus, antiker Bildhauer, verfertigte dieCtatüen eines dem Bacchus beystehenden Cupido.

I. . I.

Thys (Gisbert), geb. zu Antwerpen um 1625.,lernte bey Haddeman (vielleicht Hannemann). Ermalte Bildnisse, wovon man einige neben Vandyksstellen dürste. Tbys verfertigte auch mit vielemVerstände und Leichtigkeit Landschaften mit Figurenund Thieren in Poelemburgs Geschmacke. Unge-achtet seiner Kunst, lebte und starb er sehr arm.

II. 267.

— — (Peter). S. Tyssens.

Tisrini (Alexander), geb. zu Bologna 1577.lernte die Zeichenkunst bey Lavinia Fontana und dieMalerey bey ihrem Vater, besuchte auch nach des-sen Tode die Schule des Bartholomö Cesi. We-gen eines Raufhandels mußte er nach Florenz ent-fliehen , wo er sieben Jahre bey Dominicas Paßigsnano zubrachte, und in dieser Zeit seine Mitschüler,ja sogar seinen Meister übertraf. Er ward daraufin sein Vaterland zurückberufen und wegen seinesstarken Colorits, seltsamen Verkürzungen und trefrsicher Führung des Pinsels von jedermann bewun-dert. Daher er für Kirchen, Palläste und Privat-tzehäude viele Arbeit verfertigte, die man in denStädten Pavia, Cremona, Parma, Reggio , Mo-den« , Mantua und Bologna zu sehen bekömmt.Man zählt mehr als 200. öffentliche Gemälde, ohnedie, welche er für Partikularen verfertigt, und ei-nige Werke auf frischen Kalk. Das Gemäld, wel-ches er für die erste Kapelle der Kirche Mcdicantidi dentro zu Bologna verfertigte, stellt den H. Jo-seph vor, wie er von einem Engel zu den Füßen derH. Maria geführt wird, um daselbst wegen des aufsie gefaßten Verdachts, ihre Schwangerschaft be-treffend , Abbitte zu thun. Dieses ist ein sehr schö-nes Bild, von schönem und kräftigen Colorit, undsehr gutem Effect, wohl gezeichnet, mit einer festenund ausführlichen Manier behandelt. Der Kopfder H. Maria, ist sehr schön gefärbt; er scheint aberetwas zu alt und von einem etwas unfreundlichenund unangenehmen Chrakter. Tiarin, st. 1668.und ward in der Kirche St. Proculo begraben.Man findet unter den Stichen der Dresdner-Ga-lerie (I- Nr. 25.) ein Blatt nach diesem Meister.D.Crivellari, J.M.Metclli, J.Traballesi n. s.w.haben auch nach ihm gestochen. S. den Art. P.Armani, II. 181.

Tibaldese (Franz), ein florenlischer Maler,arbeitete zu Rom , wo man in der Kirche St. Ata-nasio de i Greci zwey Frescogemalde von ihm fin-det. Dti.

Tibaldi (Maria Felicia), berühmte Miniatur-malerin zu Rom , heyrathete den geschickten fran,zösischen Maler Peter Snbleyras und lebte um 1740.Man siehet von ihrer Arbeit ein großes Bild in ei-nem Zimmer des Capitols aufbehalten, welchesdas Gastmahl bey Simon dem Aussätzigen vorstellt.Dieses Gemäld ist merkwürdig wegen der richtigenZeichnung und des starken Ausdruckes; es ist, an-statt der gewöhnlichen Puncten, mit Schrafirungenausgearbeitet. /krc/mrst VI. 29.

— — Veyname von Dsminicus und pelle-grin pellegrinl.

Tlbaur oder Tibour. S- Thibour.

Tibbemann (P.), Landschaftsmaler undSchüler von -Mittet, verfertigte schöne Werke, diein den Kabinetten der Liebhaber anbetroffen werden.Er wird in den hZachricht. v. Bimst!. II. 66. an-geführt.

Tibison, verderbter Name von Dubuisson.

Ticciari (Hieronynius), berühmter Bildhauer,Baumeister und Dichter.zu Florenz , durchsah undergänzte, auf Einrathen des Probst Anton FranzGwri die von Ascan Eondivl verfertigte und i 55 Z.

Tierendorf.

zu Rom gedruckte Lebensbeschreibung des M. A.Bonaroti. Ticciatti's Ausgabe ist mit vielen An-merkungen von Marterte u. a. versehen und 1746.zu Florenz in Folio gedruckt. Er schrieb auch dieGeschichte der Malerakademie zu Florenz und dasLeben einiger florenkinischer Künstler, die aber nochnicht durch den Druck bekannt sind. Dann siehetman von ihm sehr schöne Bildhauerarbeit in denKirchen und Pallästen seiner Geburtsstadt. Diesergelehrte Mann war Professor der dasigen Academieund st. 1724. Bey Röhler (XIII. 297.) siehet manden Stich von einem Medaillon, welchen Ticciariauf den großherzol. Bibliothecar Anton Maglia-becchi verfertigt hat. Ooustwi krek. p. 16.

- Tician. S. T. vecelli.

Tr'deman (Philipp), Maler von Hamburg ,lernte bey Raes, und zu Amsterdam bey GerardLairesse . Daselbst verheyrakhete er sich und erhieltdas Bürgerrecht. Er malte sehr viele Deckenstückeund Geschichten, und erlangte hierdurch großenRuhm. Als ein geistreicher Künstler componirte erseine Fabeln und Allegorien mit vieler Klugheit. Erst. zu Amsterdam i7«5. 48 . I. alt. P. van Gunsthat nach ihm die Bildnisse König Wilhelm III. undseiner Gemahlin gestochen. DercampL III. Z69.

Tidi (Santo). S. Trti.

Tlebel ( 1 , malte um r 770. zu Dresden

Landschaften und Thiere in Wasserfarben.

Tielen. S. Thielen.

Tieling (Ludwig), Niederländer, malte umi 65 o. mit höchstem Fleiße Landschaften mit Figurenund Thieren. 6r<nrre»rtr.

Tienen (V. van), verfertigte einige mittel-mäßige Blatter nach Rubens u. s. f. L-rrn«.

Tiepolo (Joh. Baptist), von einer guten Fa-milie zu Venedig geboren, lernte bey GregoriusLazarini. Er zeigte von seinem Sechszehnten aneinen geistreichen Talent in der Zeichnung und inhistorischen Erfindungen, die er mit glücklicher undleichter Manier ausführte. Von dieser Zeit anmangelte es ihm nicht an Gelegenheit, seine Ge-schicklichkeit bekannt zu machen. Er ward nachMailand und i. a. Städte berufen. So viel er sichvon der Manier seines Lehrmeisters entfernte, umso viel näherte er sich dem Geschmacke des PaulVeroncse, in welchem er eine unbeschreibliche MengeGemälde zu Auszierung der Kirchen und Pallästeverfertigte. Einige Zeit arbeitete er in Deutschland ,wo er in dem bischöflichen Pallaste zu Würzburg den Saal, die Treppe und zwey Altarblätter malte.Seine Frescogemalde sind sehr schön. Tiepolo ward von Tarl III. nach Madrid berufen, wo er1770. 77 - I- alt starb. Er malte in Spanien dieAlkarblätker der Kirche zu Aranjuez ; dann die De-ckenstücke des großen Saals in dem neuen königl.Schlosse zu Madrid und in dem Saal der Leibwache.Dann hat er 56 . Blätter im Geschmacke des I. B.Castiglione und S. Rosa mit einer geistreichen, fei-nen und leichten Nadel geetzt. Man hat ihm einkleines Gedicht über die Malercy zugeeignet. —Dieser Künstler hinterließ zween Söhne, I. Do-iniiil'cus und Loren;. Der erste malle um 1745.die Figuren an der Decke der Kirche St St. Fau-stinus und Jovita zu Brescia , wozu HieronymusMengozzi-Colonna die Architektur und Verzierungenmalte. Er! begleitete seinen Vater in Spanien .Ueber eine Flucht, die er gemalt und geetzt, findetman ein kleines Gedicht. Loren; etzte nach seinesVaters Zeichnungen Dieses thaten auch L. Zucchi,F. Berardi» I. Giampiccoli, P. Monaco, Sca-taglia, A. Cardon, I. Cantini u. s. f.

X->. 5 .

Tierendorf (Jeremias van), geschickter nie-derländischer Maler, blüheke um 1626. Man sie-het von ihm einige gute historische Gemälde in denKirchen zu Apres. Sie sind mit vielem Genie an-geordnet, in einer großen Manier gezeichnet, undhaben schöne Köpfe.