Band 
Erster Theil.
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704
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704 Viani;

ren gemalt hatte, überfiel ihn ein tödtliches Fieber,welches ihn am Ende dieses Jahrs wegraffte. Jo-seph Guidalottl FranceschlNl, ein edler Bolog-neser, beschrieb sein Leben, welches er 1716. dru-cken ließ. I. 353 .

vtanl (Johann), Maler von Bologna , lerntebey FlaminiusTorre. Er arbeitete in verschiedenenöffentlichen Gebäuden dieser Stadt, mit einem an-genehmen und treflichen Colorit, zierlichen Wen-dungen der Köpfe nach des Guido Reni Manier,und mit richtigen Umrissen, wodurch er den Ruhmeines geschickten Künstlers erlangte. Er etzte auchzu seinem Zeitvertriebe einige Blätter nach den Car-racci u s. f. Dieser Maler st. 1700. 63 . I. alt. —viant zog einige geschickte Schüler, unter welchenauch zwey seiner Söhne waren: DomlnicusMaria, welcher im vorhergehenden Artikel ange-führt ist, und Philipp: Dieser legte sich auf dieArchitecturmalerey, arbeitete aber wenig und meistin seines Bruders Werke. Er st. 1720. 54 - I. alt.T-cin-m pritrice III. i 5 g. — Ein anderer Johannviani baute um 1760. die prächtige Kirche Ma-donna di St. Luca, in den Gegenden von Bologna .Volkmann l. 401.

vice (der Ritter). S. Avice.

vicec 0 mire (Franz), Miniaturmaler zu Mai-land , machte sich um das Ende des X V. Jahrhun-derts durch eine geschickte Nachahmung gegrabnerEdelsteine in gefärbtem Glase berühmt, wovon erfür den Wiedererfinder in den neuern Zeiten gehal-ten wird. Der Herzog von Orleans, Regent vonFrankreich , brachte um den Anfang des XVIII.Jahrhunderts diese Kunst durch Beyhilfe des trefli-chen Chymisten Hombergs zu ihrer größten Voll-kommenheit. M-r-'rette I. g 3 .

vicenre (Bartholomö), Maler von Sarra-gossa, lernte bey Johann Carenno, und studirtesehr emsig nach den Werken berühmter Meister imEscurial. Er arbeitete für öffentliche und Privat-gebäude, und zeigte in seinen Werken eine großeGeschicklichkeit. In einem Saale der Universitätzu Sarragossa malte er die Geschichte der Erlösungdes Apostels Petrus aus dem Gefängnisse, woriner den Geschmack des Bassano, den er vielfältigcopirt hatte, so wohl nachahmte, daß das Bildvon Vielen für dieses Künstlers Arbeit angesehenwird. Er malte auch mit großer Fertigkeit auf fri-schen Kalk, und seine Landschaften sind in TitiansManier, vicenre starb um 1700. 70. I. alt.214.

— — (Michel), spanischer Künstler, von wel-chem man in dem Kloster della Merced zu Toledo ,und vorzüglich am Eingang, einige recht gute Ge-mälde, die mit seinem Namen bezeichnet sind, sie-het. p. A. de la puenre I. 102.

vicenrini (Anton). S. visentini.

vicenrino (Andreas, Anton und Valerius).S. vincenrino.

— — (Baptist), Maler, etzte mit Baptist d'Angeli, genannt Torbido, 5 o. schöne Landschaf-ten. vasari führt diesen Künstler in des MarcAntonio Raymondi Lebensbeschreibung an.

— — (Franz), malte in der Kirche St. Matte»la Bacchetta zu Mailand den Beruf dieses Apostels.Man findet auch in der dasigen Kirche St. Mariabelle Grazie verschiedene Gemälde von seiner Hand.Lomazzo rühmt S. 4 / 4 - die Geschicklichkeit diesesKünstlers in der Luftperspective. Lat-meia.

— — (Johann), Bildhauer und Baumeister,

war vornehmlich in Laubwerk und Thieren berühmt.Er arbeitete Vieles in seinem Vaterlands, wo ernoch i 56 o. in hohem Alter lebte. III. 837.

— — (Joh. Niclaus). S. Roßili'ani.

— — (Valerius). S. vincenrino.

vicenza (Giovannino da), BuchdruckerundFormschneider. Man hat von ihm neben Anderm

Vico.

den Streit zwischen Ulysses und Ajax nach P. Cal-dara im Helldunkel geschnitten. La-rfleWm.

vichem oder vi schein (Christoph), Form-schneider, von welchem man einige Bildnisse hat.Er lebte um i 53 c». — S. vichem, vermuthlichChristophs Sohn, trieb die Kunst in Hol; zu schnei-den unendlich weiter als sein Vater. Man siehetBildnisse von seiner Arbeit die vortrcflich geschnit-ten sind, und einige andere Werke von 1670. Erhat auch 116. sehr schöne Figuren zu einem deut-schen T. Livius und einem Florus, die 1671. zuEtraßburg gedruckt sind, verfertigt. Die 92. Bild-nisse berühmter Männer von N. Reusner, welcheTobias Stimmer lrefljch gezeichnet, sind von S.vichem und seinem Sohne < 5 - S-vichem in größ-ter Vollkommenheit in Holz geschnitten. Dieserletztere war einer der geschicktesten Formschneider,die jemals gewesen sind; seine Schnitte sind über-aus schön, und in freyer Führung des Grabeisenskömmt ihm keiner gleich. Er blühete um den An-fang des XVII. Jahrhunderts, und arbeitete vielnach Golzius, Matham und andern; Vieles istauch von seiner eignen Erfindung. Man siehet vonihm drey Bibeln, wovon eine in Quarto; dann dieFabeln Esopi; vier historische Unterweisungen (Ca-techismi); verschiedene lebensgroße Köpfe, vonausnehmender Schönheit (Haare und Bart find un-gemein künstlich gearbeitet, die Schrafierungen sehrstark und von einer ungemeinen Herzhaftigkeit, Allesbis fünf und sechs Male, ohne Verwirrung oderAerschneidung, durch einander gekreuzt). DieserKünstler soll über hundert Jahre gelebt haben. Manzerzankt sich heftig über den eigentlichen Familien-namen dieser Künstler, weil er sich mehrenkheilsbloß auf ihre Monogrammata gründet. S. denArt. Sichem. /^axr//o-r.

vicinelli (Eduard), Maler zu Rom , lerntebey I. Maria Morandi, und machte seinem Lehr-meister Ehre, indem er für einen der beßten Malerseiner Zeit gehalten wurde, wie man solches an denvielen Altarblättern in den Kirchen zu Rom , undin vielen andern Städten sehen kann. Er lebte um1720. I. V. Jacoboni, H. Roßi u. s. w. habennach ihm gestochen. /h-Lco/i II. i 35 .

vicino, Maler zu Pisa, lernte bey GaddoGaddi . Er vollendete in der dasigen Domkircheeinige Figuren von Mustvarbeit, die Jacob daTurrtra unausgearbeitet hinterlassen halte. Nachder Anzeige einer in dieser Kirche befindlichen latei-nischen Inschrift verfertigte er auch 1821. derglei-chen Werke aus eigner Erfindung. La/amr-cci.

— — (Joh. Angelus und Joh. Michel), lern-ten bey ihrem Vater Job. Baptist. Der erste maltemit großem Ruhme Landschaften, Scestücke, Feld-schlachten, auch große und kleine Figuren in seinerGeburtsstadt Genua . Job-Michel arbeitete auchin allen oberzählten Artikeln mit einer geschwindenaber mittelmäßigen Manier. Daneben führte ereine niederträchtige Lebensart, welches man an sei-ner unordentlichen und eckelhaften Kleidung bemer-ken konnte. Er starb in früher Jugend. Beydelebten um 1675. ä'oxr'mri p. 177.

vic 0, vicus od. vigb 1 (Eneas ), berühm-ter Antiquar, Kupferstecher und Formschneider vonParma, lernte bey Julius Pipi. Er arbeitete nachseinen eignen eignen Zeichnungen, dann nach Rosso,Michel Angelo, Titian , B. Bandinelli, I. Clovio,Raphael, Polydor u. s f. Auch verfertigte er ei-nige Bildnisse, als: Kaiser Carl V. Heinrich III.in Frankreich, Johann und Cosinus von Medicis ,und AIphons ll. Herzogs von Ferrara, bey welchemEneas seine übrige Lebenszeit zubrachte, und die-ses Fürsten Stammtafel verfertigte. Was aberdas Meiste zu seinem Ruhm beytrug, sind die Me-daillenbücher, die er mit seinen eignen Stieben gab.Man zählt auch unter seine Werke 34 > Blätter vonantiken geschniltnen Steinen, eine Sammlung vonantiken Vasen, und 12. Blätter von römischen Trium-phen. Ein Verzeichniß seiner Schriften findet manbey Teißier S. 426. Der Abt von Marolles be-