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Mahlerische Reise in die italienische Schweiz / mit geäzten Blättern von J. H. Meyer
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nach unserm Wunsche vorüber. Der Spruch machte dem Herzen des Herrn Intentenden undfeiner Unpartheylichkeit Ehre. Er war kurz dieser:Der unrechtmässig abgenommene Tabaksoll uns unentgeltlich zurükgegeben, und der Mauthbediente mit Verweisen abgefertigt werden, die ihn belehren, Fremde mit mehr Delicateffe zu behandeln.

FAHRT AUF DEM COMER-SEE .

Wir hatten in Co m o nun weiter nichts zu thun» als gleich nach Tische ein Schiff zu bestei-gen , und zu Waffer die Reise nach la Riva zu beginnen. Ein langer hagerer Italiäner war

unser Schiffpatron, dessen troziges Aussehn keinen gefälligen Menschen verkündigte.- Como

mit seinen Vorstädten und Landhäusern liegt beynahe in einem Haibzirkel am mittägigen Endedes Sees, der hier nicht sehr breit ist. Desto bester fallen dem Schiffenden die beyden Ufer ins,Auge. Die Berge, welche sich längs dem See hinziehen, sind meist noch von beträchtlicherHöhe; aber sie haben nicht mehr das rohe Aussehn der Schweizer -Ge bürge, die italiänischeNatur hat sie lieblicher bekleidet. Sie sind mit wallendem Grün von Gebüschen und Kastanien-?bäumen bewachsen; und dem Ufer des Sees nach siehet man schon Pflanzen, die ein warmesKlima verrathen. Die dach ende Pinnie, die blassgrünen Olivenbä'ume, der schöne Lorbeer, dieschwarze Zypresse, der Feigenbaum,, spiegeln sich in im Gewässer. In dies manigfaltige Grün

verstehen