entgegen. Auffallend ist hier die Abwechslung der Gegend. Nicht mehr sind es die sanstbeklei-
deten Berge, oder die von Nachtigallen belebten Haine am Ufer- es ist der nahe Anblik der
Schneegebürge von Bündten. In die Bergthäler von F r ercetij a _und Co%der%a, hiengen dunkleNebel herab, die sich auf dem Schwarzgrau der Tannenwälder lagerten. Aus den neblichtenDünsten ragten kalte beeiste Felsgipfel empor. Einsiim steht in sumpfigter Ebene das DörfchenHovate. Das Gränzzeichen von Bündten und Italien ist links, in Felsen gehauen, dem Schif-fenden sichtbar. Bey einer morschen zerfallnen Kapelle nimmt der See eine kleine Wendung,und bey la Riva fasst er die durch das Thal von Chiavenna flieffende JMeira in sich auf.Das Haus, welches hier steht, hat die Zeit aus einem Vertheidigungsschlosse in eine Weinschenkeverwandelt, in welcher zugleich von den Reisenden und Gütern der Zoll abgelegt wird. Nichtlange blieben wir hier im stinkenden Gelage von allerley Gesindel; wir verabschiedeten dieSchiffleute der Gondola, und entflohen der Nacht durch ein langes melancholisches Thal nachChiavenna, das wir in der Dunkelheit erreichten.
Wir hatten des folgenden Tages in dem Haufe des Herrn Herkules von Salis Sogliojenes Vergnügen des Geistes und des Herzens, das nur die Freundschaft und der Umgang miteinem Weisen gewähren kann. Wie süss entflohen uns die wenigen Stunden des Umgangs mitdieser Familie! In Gesellschaft des ältesten Sohns des Hauses von Salis besuchten wir jeneGegend, wo Flurs tief unterm Bergschutte liegt. Nicht ohne melancholischen Tiefsinn wandert