Buch 
Mahlerische Reise in die italienische Schweiz / mit geäzten Blättern von J. H. Meyer
Entstehung
Seite
59
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der empfindende Mensch über den grossen traurigen Grabhügel hin ! Unterm Wald von Kastanienliegen zertrümmert im Dunkel des Erdschuttes niedrige Hütten und prachtvolle Paläste mit ihrenBewohnern; die Gegend, wo vormals Industrie, Freuden des Lebens, Glanz und Reichthumblüheten, schuf ein Bergfall zur wilden Einöde um, und keine Spur der glüklichen Vorzeit istmehr da, ein schönes Landhaus ausgenommen, das unweit P rofto auf der Anhöhe liegt. Indiesem Palaste, der von Flurs vormaligem Wohlstände noch einigen Begriff geben kann, fandenwir einen Abkömmling aus dem Haufe von JAertemate, der mit der gefälligsten Güte unsunterhielt. Unter seiner Erklärung besahen wir einen Plan von dem vormaligen Flurs.Furchtbare Verheerungen verursachen oft, entweder reihende Bäche oder Steinlauen in diesenBerggegenden. Noch wenige Jahre sind es, seitdem das obere Projto von einer solchen Steinflutüberschwemmt wurde. Von diesem Dorfe ist keine Spur mehr, als der Thurm einer Kirche, dereinsam aus der Steinwüste sich emporhebt. Zwischen diesen beyden Denkmälern der Verwüstungist ein schöner Wassersall all Aqua fraggia, der von hohen Felsen herabdonnert, sich am Fussein Staub auflöst, und in Verbindung mit einem Hain von Kastanienbäumen sehr malerisch ist.Mehrere dergleichen Naturscenen finden sich um Cleven herum, die wir unter dem Begleite desliebenswürdigen von Salis besuchten.