34
Weiche
Bagdad.
Olymp.
Pflanzentheile: 9.
1
2
3
Pilus laevis simplex . .
+
2 2 basi conslrict.
+
2 # basi irtflalus .
2 Ornühorhamphus .
-f*
+
+
t spiriger .
+
Pollen Pini majus laeve. ■
+
2 ; s granulat.
+
* z minus ....
.
+
Seminul. (Pilicis) triquel.
■
+
1 1 8
Polythalamien : 3.
Rolalia —?.
Bagdad.
i
+
+
+
2
+
+
Olymp.
3
Texlilaria globulosa . . .Polglhalamii fragmenlum
UnorganischeFormen :
3
2
Crystallprism., schön grün2 farblos . .
65
+
1
•
+
1
16
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52
DAS VORWELTLICHE KLEINSTE LEBEN IN KLEIN-ASIEN.
Mit lebhafter Vorliebe und Gespanntheit habe ich mich bemüht, Materialien des vorweltlichen kleinsten Lebens aus Kleinasien zu erlangen und zu analysiren. Ein höchst merkwürdiges Interesse knüpft sich an dergleichen, ganz abgesehen von dem rein wissen-schaftlichen der geologischen Forschung. Im Jahre 532 n. Chr. hatte Kaiser Justinian den hei der Empörung des Ilypatius im Januarzerstörten Haupttempel zu Constantinopel schleunigst mit der Absicht wieder aufzubauen beschlossen, dass der neue Tempel an Prachtden des Salomo übertreffen sollte. Er liess den Baumeistern freien Willen, den grossartigsten Bauplan und die zweckmässigsten, demPrachtbau angemessenen, Materialien zu wählen. Antiiemios von Tralles und Isidodos von Milet , zwei Baumeister, beide von der Bhodusbenachbarten Küste Kleinasiens stammend, erhielten den Auftrag, den Plan zu entwerfen und auszuführen. Schon lange vorher wardurch Posidonius und Strabo bekannt, dass es bei Pitane in Kleinasien eine zu leichten gebrannten Bausteinen formbare weisse Erdegebe. Vitruvius Pollio , der Baumeister des Kaiser’s Augustus in Born, hatte solche Bausteine als die besten gerühmt und empfohlen,und jene bimsteinartige, formbare Erde hatte Plinius das nützlichste Baumaterial genannt. In Bücksicht auf diese, wie es scheint, inKleinasien sehr bekannte Erde, entwarfen jene Baumeister den Plan zu einem bisher nie gesehenen Kunstwerk. Durch leichte Steinewollten sie den Tempel mit einer dem Himmel ähnlichen Wölbung schliessen. Der Kaiser billigte nicht nur diesen Plan, sondernschickte sogar seinen eigenen Kammerherrn Troilus mit anderen angesehenen Beamten nach Bhodus, um daselbst die eigenthümliclienBausteine genau nach Vorschrift fertigen zu lassen. Jeder dieser Steine wurde mit einem Siegel bezeichnet. Fünf derselben wogen nursoviel, als ein gewöhnlicher Mauerstein. Der Bau der mit einem Eisengeripp durchzogenen Kuppel gelang, und Kaiser Justinian , alser den Tempel fertig sah, rief aus: „Salomo , so hist Du besiegt durch mich!“ Noch heut, nach 1300 Jahren, steht das,in der Baukunst die Epoche der Kuppelbildung aus Bausteinen beginnende, alte Monument als Sophienmoschee auf seinem Grunde, undseine Kuppel ist einer der kühnsten Erfolge der Baukunst geblieben.
Nicht unplastischer Meerschaum, den man jetzt auch längst aus Iconium (Konieh) in der Mitte Kleinasiens , fern von denKüsten, kennt, konnte das Material zu diesen Steinen und zu der kühnen Idee der Kuppel geben, noch weniger konnte Bimsteingemeint sein. Die ausdrücklich weisse, wahrscheinlich durch geringen Thongehalt etwas plastische, von aller Kalkmischung freie Erdekonnte nur eine Infusorienerde sein. Da die Insel Bhodus als Bereitungsort für die Steine gewählt wurde, so konnte schwerlich diefür den Bau benutzte Erde aus dem fernen Pitane am Caycus in Aeolis dorthin geschafft worden sein, vielmehr mochten die Baumeisterin Carien oder in Bhodus selbst ein anderes Lager solcher Erde kennen, dessen Zweckmässigkeit schon hinlänglich geprüft war.
Vielleicht ist das alte, so einflussreiche, merkwürdige Lager eines plastischen Kieselguhrs oder Infusorientripels damals durchhistorisch wiederholte Anwendung desselben zum Bau der durch Erdbeben später mehrmals beschädigten Kuppel der Sophienkirche örtlichganz erschöpft worden, vielleicht ist es auch blos von Sachkundigen noch nicht hinreichend erforscht. Aus Herrn v. Tsciiiciiatschef’s Mate-rialien in Hunderten von Proben habe ich dahin gehörige Stücke nicht aufgefunden, und die aus Rhodus erlangte Probe einer derartigenleichten, weissen Gebirgsart ist ebenfalls viel zu kalkhaltig, als dass ihr Infusoriengehalt in Anschlag kommen könnte. Jedenfalls abersind die verzeichnten Infusorienformen wohl gewiss dieselben, welche in dem erschöpften oder verlorenen reinen, plastischen Lager dieIdee zur Kuppel erweckten, die dem frühesten Prachttempel des christlichen Religionskultus für alle Zeiten den Stempel der Eigen-tümlichkeit gab.
Es ist die Aufgabe der wissenschaftlich gesinnten Männer, aus Constantinopel, Rhodus oder vom dortigen Küstenlande, dieallen Bausteine der Sophienkuppel, mit dem alten Stempel versehen, gleichviel in welchen Trümmern, mit ernster Mühe aufzusuchen.Die specielleren Nachrichten gab ich in einigen Vorträgen in der Berliner Akademie der Wissenschaften. Monatsberichte 1842 p. 132und 1843 p. 63.
L.
GYPSLAGER ALS INFUSORIEN - MERGEL ZWISCHEN KEPENE UND HAMSI IIADJ IM ALTEN PHRYGIEN .
Das wichtigste Ergehniss aus den von dem eifrigen Reisenden Herrn von TscinciiATScnEF aus Kleinasien mitgebrachten Mate-rialien ist der überaus starke Kieselinfusorien-Gehalt eines weissen, kreideartigen, crystallisirten Gvpses, welcher offenbar dort eineGebirgsmasse bildet. Es ist leider nur die auf der Etikette angezeigte Oertlichkeit der Gebirgsart bekannt. Das geognostische Verhalten,die Ausdehnung und Mächtigkeit derselben sind dabei nicht angezeigt. Hoffentlich wird das später zu veröffentlichende Reisejournal desReisenden die weiteren wünschenswerthen Nachrichten gewähren. Die dem Berliner mineralogischen Cabinet übergebene, von mir geprüfte,Probe ist ein faustgrosses Stück weissen Gypses, welcher aus linsenförmigen, dicht durch einander gewirkten, 1—-3 Linien grossenCrystallen besteht, die ein noch weisseres, kreideartiges und lockeres Cäment umgiebt. Durch Salzsäure, welche die Gypscrystalle nicht