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2 (1832) Zur Erkenntniss der Organisation in der Richtung des kleinsten Raumes / von C. G. Ehrenberg
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Ehrenberg

theilten Beobachtungen hinlänglich hervor, dafs wenn sich auch Infusorienmit Händen und Füfsen fänden, dieselben doch nur Infusorien bleibenmüfsten.

HI. Aufsere Anhänge und besondere äufsere Organe der

Infusorien.

Die Gesammtzahl der besonderen bei Infusorien vorkommenden äufse-ren Organe läfst sich auf 11 festsetzen. O. F. Müller unterschied nachpag. 248 seiner Systematik nur 4 solcher Organe als Bewegungsorgane, essind seine cirri, pili } cilia und cornicula } deren Unterscheidungsmei-kmale eraber selbst nur sehr unsicher erkannt und angegeben hat. Zur genauerenErkenntnifs dieser Thiere ist man genöthigt folgende zu unterscheiden: Rä-derorgane, veränderliche Fortsätze, Borsten, Wimpern, Haken, Griffel,Hörnchen, Saugwarzen, Barten, Sporn, Rüssel. Yon Kopf, Hals undSchwanz oder Fufs als äufseren Gliedern ist schon unter den allgemeinenKörpertheilen ausführlich Erwähnung geschehen.

d) Von den einfachen Bewegungsorganen der infusionsthicre.

1. Veränderliche Fortsätze, Processus variabiles.

Diese einfachsten Bewegungsorgane kommen bei keinem Räderlhierevor, sie gehören ganz allein den polygastrischen Infusorien an. Veränder-liche Fortsätze sind das Product der Fähigkeit gewisser Infusorienformen,ihren Körper an allen beliebigen Punkten oder an einigen willkührlich ab-wechselnd in Lappen und lange Röhren anszudehnen. Diefs ist die berühmtgewordene Erscheinung des proteischen Formenwechsels der Infusorien,welche vor mir noch niemand erklärt hat. Die Anzahl der mit dieser son-derbaren Fähigkeit begabten Thiere ist ziemlich grofs. Die drei Familien derAmoebaeen, Arcellinen und Bacillarien sind in diesem Falle. DieGattung Amoeba (Proteus nach Müller) zeigt den Character am auffallend-sten. Bei einer sehr grofsen bei Berlin einheimischen Form dieser Gattung,welche noch nicht beschrieben ist, sah ich die Thätigkeit des Thieres bei derErscheinung sehr deutlich. Die Amoeba läfst eine kleine Körperstelle will-kührlich erschlaffen und drängt mit der (Muskel) Kraft des übrigen Körpers