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2 (1832) Zur Erkenntniss der Organisation in der Richtung des kleinsten Raumes / von C. G. Ehrenberg
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Ehrenberg

veranlafst, unterschied man sehr streng die Wimperbewegung oder das Wir-beln der Infusorien von der Bewegung der Räderorgane oder dem Rotirenanderer, und diesen Unterschied der Bewegung hat man bis in die neuesteZeit festgehalten, indem man Infusoria vibratoria und rotatoria und meist nurin jenem Sinne sonderte, denn die Structur galt überall für rudimentarischund w r ar bestimmt aufgegeben. Meine umständlichen Beobachtungen derEinzelheiten jener und dieser Organe haben mich belehrt, dafs in beidenFormen von Wirbelorganen kein wesentlicher Unterschied statt findet. Nurdie Anordnung und bestimmte Örtlichkeit der Wimpern macht die Verschie-denheit. Ich habe schon in meinem früheren Vortrage vom vorigen «Tahredie besonderen Räderorgane, welche einen fast durchgehenden doch nichtganz allgemeinen Character der Phytozoenklasse der Räderthierchen bildennach ihrer Eigentümlichkeit, mehr aber nach ihrer Zahl als Eintheilungs-grund der ganzen Klasse benutzt. Jetzt will ich mich etwas umständlicherüber die Form und Structur dieser Organe erklären und obwohl ich dieWirbelorgane der Räderthiere, oder monogastrischen Infusorien, nicht fürwesentlich von denen der Magenthiere, oder polygastrischen Infusorien,verschieden halte, so bilden sie doch bei den ersteren eigenthümlicher zu-sammengesetzte Organe und zum Theil so besondere Körperglieder, dafs sieallerdings besonders berücksichtigt werden müssen.

Die in der Klasse der Räderthiere vorkommenden besonderen Räder-organe erscheinen hauptsächlich unter einer vierfachen Gestalt. Im einfach-sten Falle bilden dieselben einen einzelnen Kreis oder ein einzelnes Rad inder Nähe des Mundes. Der Mund liegt nie mitten in diesem Radkreise, son-dern immer seitlich, excentrisch, so dafs fast nie der Kreis ganz geschlossenist, sondern durch den Mund, unterbrochen wird. Hierdurch unterscheidensich alle zusammengesetzte Wirbelorgane oder die Räderorgane von dennicht seltenen Wimperkreisen bei den vielmagigen Infusorien als Begrenzungdes Mundes. Jedoch ist keineswegs diese Form eine feste Grenze für beideKlassen, denn die Vorticellen (Von. Convallaria ) haben ebenfalls einendurch den seitlichen Mund unterbrochenen Wimperkreis, sind aber als poly-gastrische Formen zu den Räderthierchen nicht zu zählen, und es giebtRäderthierchen, ich kenne aber nur mit Bestimmtheit das so sehr niedlicheKronenthierchen ( Stephanoceros Eichhornii) und die Floscularia, welche eingeschlossenes Räderorgan um den Mund besitzen. Die wirklichen einrädrigen