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2 (1832) Zur Erkenntniss der Organisation in der Richtung des kleinsten Raumes / von C. G. Ehrenberg
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E H R E N B E R G

der Räderorgane kann durch irrige Phantasieen nie mehr in Zweifel gezogenwerden, da sie sich einzeln sehen und zählen lassen. Wegen des gleichför-migen Eindrucks der Bewegung des ganzen Kreises bei starker Vergröfserungist nöthig, eine auf dem ganzen Kreise gleichmäfsig vertheilte bewegendeKraft für die einzelnen Wimpern anzunehmen und der unter denselben lie-gende durch gelbliche Färbung sichtbare Kranzmuskel giebt eine Basis fürdie; weitere Forschung. Betrachtet man Thierchen wenn sie die Bewegunganfangen, so sieht man immer deutlich ein Ausstrecken und Anziehen, einwahres Greifen der gekrümmten Wirbelcilien, das aber alsbald in das Wir-beln übergeht, welches eine andere Art von Bewegung ist als jenes Greifen.Das Greifen sieht man auch wenn man die Thierchen durch Streuen vonetwas Strychnin ins Wasser im Tetanus sterben läfst und die Thätigkeit derRäderorgane allmählig erlöscht. In diesem Falle hört vorher schon das eigent-lich radmachende Wirbeln auf. Ich habe mir nun die Erscheinung bisherauf folgende Weise zu erklären gesucht. Jede einzelne Wimper wird durchden unter ihr liegenden Muskel besonders bewegt und leicht können einzelneMuskelstreifen an viele vielleicht alle Wimpern derselben Reihe gleichzeitiggehen und dieselben in eine einseitige Bewegung setzen. Wirkt nun diesemMuskelstreifen ein anderer auf der anderen Seite der verdickten Basis derHärchen aut gleiche Weise entgegen, sind dieselben in etwas verschiedenerHöhe den Härchen angeheftet und wirken sie abwechselnd, so wird eine nachvier Richtungen schwankende Bewegung entstehen, welche die Spitze jedereinzelnen Wimper in eine Kreisbewegung versetzt und die Bewegung derganzen Wimper wird einen Kegel beschreiben, dessen Spitze an deren Basisist. Bei dieser Bewegung der einzelnen Wimpern sind sie, wenn man dieOrgane etwas oder ganz von der Seite betrachtet, bald dem Auge etwasnäher, bald etwas ferner und werden mithin bald etwas deutlicher, baldetwas undeutlicher an sich erkannt. Diese Abwechselung der Deutlichkeitdes Wahrnehmens der einzelnen Wimpern bei ihrer conischen Kreisbewegungerscheint mir als die Ursache des Radförmigen im Ganzen, denn jedenfallsmufs dadurch eine Täuschung, eine gewisse scheinbare Lebendigkeit in denganzen Kreis kommen. Diefs ist bei den einrädrigen und auch bei den zwei-rädrigen Räderthieren, von denen ich sogleich noch einiges mittheilen werde,zu erkennen, aber bei den vielrädrigen verhält es sich anders. Rücksichtlichder einrädrigen bemerke ich noch, dafs die beiden Gruppen mit ganzrandigen