65
in der Richtung des kleinsten Raumes.
Am 21. Juni 1832 bei Berlin im Flufswasser zwischen Lemna in 4 Exemplarenentdeckt.
Die nächstverwandte Form ist Hydatina gibba; diese hat aber einen kürzeren Zan-genfufs und eine längere Zange an demselben, wodurch die Rückenwölbung in der Anal-gegend wie ein Höcker erscheint. Der Körper ist mehr als doppelt so lang als dick,walzenförmig, vorn gerad abgestutzt, von der Seite gesehen am After etwas dicker, vomRücken gesehen in der Mitte etwas dicker. Der Körper geht nicht, wie bei Hydatinasenta, allmälig in den Zängenfufs über, sondern letzterer ist scharf abgesetzt. Das vor-dere Räderorgan ist wenig ausgezeichnet, zeigt deutlich 6 Muskelparthieen. Die sehrkleine Endzange am Zangenfufse hält man leicht für eine einfache Spitze.
Im Innern habe ich Augenspuren umsonst aufgesucht. Der kuglige Schlundkopfzeigte beim Druck 2 einzahnige Kiefer, jedoch sah ich immer daneben noch einige Streif-chen, vielleicht also mehrzahnig ( Gymnogomphia). Ein kurzer verengerter Schlund, 2kuglige grofse Darmdrüsen, ein dicker Darm in 2 Abtheilungen ( Gaslerodela ), ein überder Schwanzbasis Excremente auswerfender After waren der sichtbare Ernährungsorga-nismus. Überdiefs war deutlich ein grofser, bis zu den Darmdrüsen hinaufreichenderEierstock mit einem ausgebildeten Ei und mit verengertem Oviduct in der Nähe desAfters zu erkennen. In der Analgegend war eine contractile, rundliche, bald ausge-dehnte, glatte, bald faltige zusammengezogene Blase sichtbar und in dieselbe sah ich denrechten, längs der ganzen Seite bis zum Schlundkopfe reichenden, schwach keulenför-migen Hoden sich münden. Endlich waren noch 2 deutliche Zangenmuskeln im Zan-genfufse kenntlich und bei der Rückenansicht sah ich etwas undeutlich jederseits einenLängsmuskel, vom Räderorgane,' sich erweiternd, zum hintern Drittheil des Körperran-des gehen. Körperlänge Jg"', Ei Ag'". Ganzer Entwicklungskreis mithin ^ - 1J".
17. LEPADELLA salpina N. sp. Salpenthier-Schüppchen.
L. testa dorso carinata, triquetra, margine antico truncata, denticulata.
Am 28. März 1832 fand ich zuerst einige Exemplare zwischen Conferven des Thier-gartens bei Berlin , andere fand ich am 21. Juni.
Wollte man den niedergedrückten Panzer der beiden bisher bekannten Lepadellenmit als wichtiges Gattungsmerkmal ansehen, so würde man diese Form mit dreieckigemPanzer absondern müssen; allein der Mangel des Auges verbindet beide Bildungen mehrals die Panzerform sie trennen möchte. Der Panzer ist ganz der einer Salpina, sowie der der übrigen Lepadellen dem Panzer der Squamellen ganz gleicht. In meinerersten systematischen Übersicht von 1830 verzeichnete ich eine Lepadella triptera /in der zweiten habe ich diese Form, weil ich später 2 Stirnaugen bei ihr entdeckte,als Meiopidia triptera aufgeführt. So findet sich denn eine ähnliche Panzerverschieden-heit bei den Metopidien. Jetzt Iiefse sich der Name Lepadella triptera wieder aufneh-men; ich ziehe aber vor, ihn fallen zu lassen. — Der Panzer dieser Form ist nicht ganzglatt, sondern auf der Oberfläche durch feine Grübchen uneben. Auf der Bauchseiteist die Schaale flach, oben leicht gewölbt, vorn abgestutzt, mit etwas abgerundeten und
I