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2 (1832) Zur Erkenntniss der Organisation in der Richtung des kleinsten Raumes / von C. G. Ehrenberg
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Ehrenberg: Beitrag zur Erkenn tniß großer Organisation

ich nur für Pflanzen erkennen, aber die Closterien haben deutlich thierische Bewegung unddeutliche, nie ruhende Organe; auch die übrigen genannten, weniger beweglichen Gattungenscheinen mir, ihrer äufseren Bildung, besonders aber ihrer, den Algen fremden, spontanenTheilbarkeit halber, die ich ganz neulich auch bei Euaslrum margariliferum entdeckte, all-zudeutlich thierisch. Mithin ist der Kieselerdegebalt des Panzers wohl kein Erkennungsmerk-nial der thierischen Formen, aber doch eine sehr überraschende, angenehme Entdeckung, dieHerr Kützing gewifs noch weiter verfolgen wird.

3. In einem Nachtrage zum Dict. dass, d'hisl. nat. zwischen den Erklärungen der Ku-jpfertafeln von 1831 erkennt Hr. Bory de St. Vincent, im Widerspruch mit der Entschei-dung der Pariser Akademie, eine Organisation der Infusorien nicht an, indem er sagt: Quantaux estomacs des Monades, je persiste ä les revoquer en doule, cn dcmeurant dans lapersuasion mont mis plus de trenle ans dobservalion, que les Gymnodes entre aulresparmi les animalcules se nourissenl par absorblion. Er fügt hinzu: Au reste, dans lesJigures de louvrage du savanl allemand que jai eu sous les yeux, je nai pas trouveune seule espece entre celles, qui y sollt gravees, quon ne rencontre aux environs deParis ; presque toutes meine avaient deja eie publiees precedemment, ce qui nempeckepoinl que lauleur ne soit digne d'eloges ä beaucoup d'egards. Ich bemerke hierzu nur,dafs ich zur Darstellung der Infusorienstructur in den früheren Beiträgen die gemeinsten, amleichtesten nachzuprüfenden Formen absichtlich auswählte, weil ich eben nicht blofs auf neueFormen, vielmehr besonders auf physiologisch Neues in jenen alten Formen aufmerksammachen wollte, wie sich das wohl leicht erkennen lassen sollte, da ich die bekannten Namendazu geschrieben (!)'.

4. Rücksichtlich der von Leo entworfenen, von Schultz vorgezogenen andern Anord-' nung der Infusorien in 5 Gruppen bemerke ich, dafs sie sich mit den von mir bereits vorge-tragenen Structurverhältnissen nicht vereinigen lassen. 1) Blasenlose Infusorien: Die Mo-naden sind keine blasenlosen Thiere, nehmen sogar Indigo in ihre Magen auf; bei den Vibrio- 'nen läfst sich, weil sie zu fein sind, durch Erfahrung nicht dafür, aber durch das Gesetz-derAnalogie dagegen entscheiden. 2) Blasenthiere: Folvox Globator und Amiba sind ganzheterogene Thiere. 3) Fortililia , von Fortex oder Forticella, ist, wenn es auch Forti-cilia heifsen sollte, kein grammatikalisch guter Name. 4) Phylopodes (animalia!): VieleBacillarien sind fufslos und die Füfse der Vorticellinen sind nachweislich ganz gleichartige Or-gane. Auch sind die hierher gezogenen Oscillatorien ohne thierische Charaktere, ohne. Kiesel-panzer wie Bacillarien und wachsen wie Pflanzen. Endlich 5) Gnalhosloma: Es giebt kie-ferlose Räderthiere, die nicht Gnathostoma heifsen können: Chaelonolus, Ichthydium, Enie-roplea. Übrigens würde ein neues System, da ein solches an sich nichts wichtiges ist unddergleichen viele sich leicht entwerfen lassen, ohne zum Grunde liegende neue physiologischeResultate, nur eine Last neuer Namen, kein wissenschaftlicher Vortheil sein. Liegt aber einerzu erwartenden doppelten Menge von Infusorien ein unzureichendes Mikroskop oder die Ideeder rudimentären Structur, mithin Unkenntnifs der wahren Structur zum Grunde, so wirdihre Mittheilung wissenschaftlich schädlich sein. Vergl. pag. 22.

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