ihrer ganzen Länge an, wodurch statt der Bogenform ein Polygon zu Standekam. Beispiele dieser Conslruclionsart sind sehr häufig, und ich will blofs einsneuerer Zeit anführen, was mir bemerkenswerth schien, da es die Eleganz derKreisbogenform mit der Unverschiebbarkeit des Dreiecks vereint. Es ist dies derDachstuhl eines Wagenschuppens von 18 m Weite in der Slrafsc Bouloy (Metz )vom Zimmermcisler, Lasnier fils, construirt und Taf. I. Fig. 6 dargestellt.
Ich komme jetzt zu einer anderen Bogcn-Construction, welche der vorzüglichsteGegenstand meiner Versuche ist, und die wegen des Beifalls, den sie gefunden hat,und der Vorlhcile, die man ihr zuschreiht, eine gründliche Untersuchung verlangt.
Sie wurde von Constructeuren erfunden, die eine geringere Kostspieligkeitdurch Verminderung der Arbeit erreichen wollten, und zwar dadurch, dafs sie dieGespärre noch mehr von einander entfernten und zugleich die Verminderung ihrerZahl durch Vcrgröfscrung ihrer Queerschnilte auszugleichen suchten. Statt der ausdreifachen Bohlen von Tannenholz bestehenden Gespärre, schlug Lacaze, Zim-inermeisler in Paris , Bogen aus Eichenholz vor, aus Stücken die dieselbe Dickewie jene drei Bohlen hatten , und die mittelst eines Hakenkamms mit einanderverbunden wurden. Er nahm die Entfernung der Gespärre nahe so wie sie Phi-libcrt de fOrme festgesetzt hatte, aber nach ihm vermehrte man ihren Abstandbedeutend, so dafs er z. B. im Ileilhause von Chambiere zu Metz , 1819 erbaut,3 m ,30. beträgt. Zu Rocheforl sind die Gespärre des Daches eines überdecktenLandungsplatzes in 3 m ,80 Entfernung gestellt, welche auch zugleich die der ge-mauerten Pfeiler, von denen sie getragen werden, ist.
Im Jahre 1825 schlug der Oberst Emy für grofse Gespärre ein neues Systemvon Bögen vor. Es bestand aus langen mul dünnen Holzschiencn, welche über ei-ner Lehre gekrümmt, die angenommene Gestalt mittelst Hülfe von durchgezoge-nen Schraubbolzen und darum gelegten eisernen Bändern, durch welche sie zu-sammen gehalten wurden, bcibehieltcn. Diese sinnreiche Erlindung wurde baldhei allen Gebäuden von grofser Spannweite, die in damaliger Zeit entstanden,angenommen und ausgeführl, und man brachte die Gespärre in den anfängli-chen Constructioncn 3 ,n ,30, dann 4 m und endlich in einer der neuesten G m ,50von einander entfernt, an.
Emy hat unzweifelhaft gewifs nicht die Absicht gehabt, der Construclion desPhiliberi de l’Orme nachahmen zu wollen; daher ist auch nicht ihm, aber wohldenen, die über die von Lacaze gezogenen Grenzen die Entfernung der Bogen-gespärre ausdehnten, der Vorwurf zu machen, die anfängliche Idee, ihres Erlin-ders gänzlich entstellt zu haben.
Dieser Vorwurf ist gegründet. In der Tliat konnten die in grofsen Abstän-den aufgestelllen Gespärre nicht so verbunden werden , dafs sie sich gegenseitigstützten, und man mufsle sie, um ihnen eine genügende Stabilität zu gehen, inein System cinralmien , welches ich gerades Gespärre nennen will, und welchesaus zwei geneigten Sparren und zwei vcrlicalen Ständern, die durch Tragbäuderund durch einen Spannriegel zusammengehalten werden, bestellt. Ueberdies wer-den Pfeilen und starke Spanen milbig, wenn die Gespärre in Abständen von