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groͤſten Staͤtten in Europa, welche vielmehr eine auß dreyen Staͤtten zuſaſſien ge-ſetzte Statt kan genent werden/ in welcher vor diſem die Koͤnige in Polen Hof ge-galten. Folgends fand ich mich zu Warſchau eyn/ welche auf der lincken ſeiten derWeichßel gelegen/ alda beſahe ich den uͤberauß ſchoͤnen Hof des Kayſers Sigis-munds. Von Warſchau gieng ich wider zuruck auf Breßlau/ und nahm meienWeg in nieder Schleſien/ einen vornehmen Kaͤyſerlichen Officirer meinen ſehr gu-ten Bekanten heimzuſuchen. Aber zwo meil wegs von Glogau begegnete mir derHerꝛ Butler ein Schottlaͤnder/ Obriſter uber ein Kayſerlich Regiment zu Pferd/welcher nachgehends den Walleſtein auß befehl umgebracht derſelbe hielt michdurch ſein inſtaͤndiges anhalten von meinem Vorhaben ab. Er fuͤhrte ſeine Frauint ſich/ die der Frantzoͤſiſchen Nation ſchr geneigt war/ und nachdem ſie mich bey-de freundlichſt gebetten/ mich eine zeit lang bey jbnen aufzuhalten/ auch mir deß-wegen etliche verehrungen gethan/ konte ich ihren vielfaͤltigen Gunſtbezeugungen
nicht laͤnger widerſtehen. Der Koͤnig in Schweden ruckte eben dazumahlen mit
ſeinen Voͤlckeren in Pom̃ern: das Kaͤyſerliche Kriegsheer aber gieng auf Stetinzu/ ſich den Seh weden ſo es einnehmen wolten/ zu witerſetzen; da wir aher noch4 meil wegs davon waren/ vernaͤhmen wir/ daß die Statt ſchon albereit von jh-nen eroberet. Dieſe unverhofte Zeitung verurſachte in dem Kaͤyſerlichen Heer/welches den Turelte-Conte zum General hatte/ keine geringe Vnordnung Eswar eoο Mann ſtarck/ aber nach dem neun biß zehen tauſend daſſelbe verlaſ-ſen/ wurden die uͤbrigen gezwungen zu Franckfurt an der Oder/ und um dieſelbi-ge Gegend jhren hinderhalt zu ſuchen. 3 5Damahlen erfuhr ich/ daß der Kaͤyſer ſich nach Regenſpurg Ver fuͤgte/ ſeinen
Sohn Ferdinand den Dritten alda zum Roͤmiſchen Koͤnig kroͤnen zu laſſenn
Vnd weil ich jhm ſchon albereit die Vngariſche und Boͤhmiſche Kron aufſetzen ſe-hen/ war ich willens mich bey diſer dritten Kroͤnung/ welche den vorigen an Herꝛ-lichkeit weit uberlegen ſeyn ſolle/ gleichfahls einzuffnden Nach dem ich nun vonmeinem Ooriſten Abſcheld genomen/ reißte ich eilends nach Regenſpurg; Esgleng alles dabey gar praͤchtig her: Viel vornehme Herꝛen lieſſen jhre Dapferkeitum Lurntren ehen. Gerad gegen dem Renn platz uͤber hatte man zwo Schau-buͤhnen aufgerlht/ deren die Auſehenlichere vor den Kayſer/ die Kayſerin und dasanweſende Frauenzimer war/ die ändere aber gleichte einem praͤchtigen Kauffla-den/ ſo von vielen Koſthahren Edelgeſteinen glaͤntzet; ſiben biß acht Ritter trat-ten zuſamen/ und vereinigten ſich nach dem Ringel zurennen/ zuvor aber zeigtenſie mit ener Serten den Preiß/ um welchen es gehen ſolte: deren etliche auff zehentauſend Thaler und druͤber kamen: Derjenige ſo das Gluͤck hatte denſelben zugewinnen/ gieng frey auß/ die übrigen aber ſo mit jhme gereut/ muſten den Kauf-mann deß wegen zu frieden ſtellen. Der Vberwinder empfieng jhn von der Handdes Fürſten von Eckemberg/ geheimen Kaͤyſerlichen Staats ⸗Nahts/ und nachdem er denſelben auf der Spitzen ſeiner Lautzen der Kaͤyſerin anerbotten/ ſie ihnaber hoͤflich abgeſchlagen/ ſtund es dein Ritter frey/ denſelben der jenigen/ ſo erunter dem Frauen zim̃er vor die wuͤrdigſte hielte/ zu uͤberꝛeichen.
Es fanden ſich eben um dieſe zeit viel Jubilirer von allen Orten zu Regen-ſpurg eyn: unter welchen einer bey ſeiner Ankunft ſo elendiglich umbs Leben ge-komen/ daß der gantze Hof Staat daruͤber zu mitleiden bewegt worden. Einervon den reichſten Kauffieuthen in Europa, zu Franckfurt wohnhaft/ hatte ſeineneintzigen Sohn naher Regenſpurg zu der Kroͤnung verſchickt/ daſelbſten allerhandEdelgeſtein zuverkaͤuffen: und wellen er foͤrchtete/ er moͤchte unter wegs gepluͤn-dert werden/ uͤber machte er dieſelbige ſicherlich an einen Juden alda/ mit welchemer in Handlung begriffen/ mit befehl ſolche ſeinem Sohn einzuhaͤndigen. Diſerjunge Menſch verfügte ſich bey ſeiner Ankunft alſobald zum Juden/ welcher jhnberichtete/ daß er von ſeinem Vatter ein Kiſtlein mit Edelgeſtein erhalten/ ſo 5nach belieben bey jhm abholen koͤnte: Bat jhn zugleich 1
ö 4 uͤhr-