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Drittes Buch.
beym und daß der Aberglauben eine ſo ſelta-me Manigfaltigkeit von Meinungen und Ge-wonheiten eingeführet/ daß ſie mmmermehrmit einander übereinſtimmen werden. EinHeyd würde nimmermehr in einen Haußeines andern Zuufft als die ſeinige/ kein Broteſſen/ noch Waſſer trincken/ es ware dann/ daßbb edler und fürnehmer ſeye/ und alſo dorffenlie alles in den Hauſern der Braminen, wel-
en Ge derem offen ſichen eſſn und erineken.In in bey Eine Zunfft iſt bey nahe bey dieſen Hey-
ih. Sehen den/ was vor alters ein Stamm bey den
Juden geweſen; und obwolen inan germei-
Fenng, dich darvor haltet/ daß zwey und ſieben-
am e bieſer Zunfften ſeyen/ habe ich doch vonden Gelehrteſten jhrer Prieſtern vernommen/
daß man ſolche in vier Haubl⸗Zunfften ver-
ſtzen konne/ von welchen alle die anderen jh-hen Urſprung bekommen.
deer 1 f 2 1e de Bac hewelches die Nachfolger der alten Brach-mannen oder Indianiſchen Weltweiſen/ wel-che ſich ſonderlich auf die Skern⸗Kunſt ver-ten. Man findet noch von jhren altenBucher/ in deren Leſung die Braminengemeiniglieh beſchafftiget ſeynd/ und ſie8 and in deren Warnemmung dergeſtaltenfag aun eleſen/ daß ſie nicht um eine Minuten inUbgecken Bemerckung der Sonnen und Monds⸗Fin-
Wie Kernſäſſen/ fehlen. Und damit dieſe Wiſſen-pPbhafft under ihnen erhalten werde/ habene eine Art hoher Schuhle in der StadtFdsnarez genant/ wo ſie fürnemlich ſich inStern⸗Kunſt üben/ und wo ſie auchrg t chrifftgelehrte haben/ ſo in dem Geſetzeede, duderweiſen/ welches ſie mit groſſer Schaͤrf-ddelachen beobachten. Dieſe Zunfft iſt die8 elſte under allen/ dann auß den Brami-5 5 iſt es/ daß man die Prieſter und Glau-ius Bediente nennet. Aber weilen ſie in
5 woe Anzahl/ und nicht alle auf jhrer
a en Schule ſtudieren konnen/ ſeynd ſieRaabe ungelehrt und folgbar ſehr aber-
kei biſch/ die ſo under ihnen vor die Geiſt-
i chſten gehalten wurden/ waren die groͤſſe-
d 5 Hexenmeister.
ode Die zwegte Zun iſt der Raſpoutes0 erbis; 95 0 ſo viel ſagen, alseyn der, und ſtreitbare Manner. Dieſefond die eintzigen Indianiſchen Heydenberiſeitz haben/ und ſich in den Waffen9 ih wn machen. Alle die Rajas von denen„ 80 underſchiedliche malen geredt habe/ ſeynd5 vil dieser Zunft. Sie ſeynd als eben ſofee dle Könige/ deren MißverſtaͤndnußAber m Groß⸗Mogol zinßbar gemachet;
ſeh weil der meiſte Theil in ſeinem Dienſtenet)(werden ſie über die maſſen wol beloh-dahlen on der kleinen Steur ſo ſie jhme be-dung durch die groſſe und ehrliche Beſol-Ja8 5 ſie von jhme bekommen. Dieſe Ra-end d ihre Underthanen die Ralpoutes,ls die veſteften Stützen des Groß⸗Mo-ies Reichs/ und es waren die RajasI. Theil.
3Jeſſeing und ſeſſomſeing ſo den Aureng-zeb auf den Thron geſetzek. Aber es iſt zubemercken/ daß dieſe zweyte Zunfft nicht inlauter Kriegsleuten beſtehet. Es ſeynd dieRaſpoutes allein ſo zu Kriege dienen/ und
alle Reuter ſeynd; aber was die Ketris
aubelanget/ haben ſie auß der Art jhrer
Vor⸗Eſtern geſchlagen/ und die Waffen
mit der Handelſchafft vertauſchet. g
Die dritte Zunfft iſt die der Banjanen,welche alle der Handelſchafft ergeben/ undderen eine Cherafs, das iſt/ Wechsler/ unddie anderen Underhaͤndler/ durch deren Mit-tel die Kaufleute kauffen und verkaufen.Die von dieſer Zunfft ſeynd dergeſtalten ſub-til und geſchickt in der Handlung/ daßwie ich ſchon anderswo geſagt habe/ ſie demaller ⸗abgeführteſten Juden/ nochſeehre vor-
ſchreiben konten. Sie gewoͤhnen bey guter
Seit jhre Kinder den Müſſiggang zu fliehen/und an ſtatt ihre Kinder auf der Gaſſen um-lauffende zu dulden/ und jhre Zeit mit ſpie-len zu verlieren/ wie wir gemeiniglich mit
Die dritte.
den unſern thun. Sie underweiſen dafür Wie ſie dar,
ſolche in der Rechen⸗Kunſt/ welche ſte voll-kommen beſitzen/ und bedienen ſich darzu leweder der Feder noch Rechenpfenningen/ ſon-dern des bloſſen Gedachtnuſſes/ daß auf ſol-che Weiſe ſie einem in einem Augenblick dieſchwerſte 1 ſtellen ſo ſeyn kan. Sieſeyn allezeit bey hren Vaktern/ welche ſie inder Handlung underrichten/ und welchenichts verrichten/ ſie weiſen es jhnen dannzugleich. Hier ſeynd die Buchſtaben/ wel-cher ſie ſich in jhren Büchern bedienen/ ſowol in den Landen des Groß⸗Mogols/ als
innen dieRechenkunſtren.
auch in andern Orten in Indien/ obwol
die Sprachen under ſchiedlich ſeynd. Wanneiner den Zorn wider ſie überhand nehmenlaſſet/ hoͤren ſie mit Gedult und ohne Wie-derrede zu/ gehen gantz kaltſinnig weg/ undfommen nicht vor vier oder fünff Tagen wie-der zu ſelbigem Menſchen/ bis ſie meynen
daß jhme der Zorn vergangen. Sie eſſen Ihre Epeiß.
nimmermehr nichts ſo ein einpfindliches Le-
ben hat/ und ſie ſturben lieber/ als nur dasgeringſte Thierlein zu todten/ gar nicht einUngeziefer noch ein Wurmlein/ und ſeynd
in dieſem Puncken ſehr eiferige Beobachter Send guteihres Geſetzes. Das iſt genug/ wann man Lieder ibres
ſaget/ daß ſie einander nicht ſchlagen/ und e
daß ſie nimmermehr zu Kriege gehen/ ſiekoͤnnen nichts in der Raſpoutes Hauſerneſſen/ dieweil ſie toͤdten und Fleiſch eſſen/gußgenommen von den Kühen/ von welchenſie nimmermehr genieſen..
geg.
Die vierdte Zunfft heiſſet harados oder Die vierdte.
der Soudras und gleich wie die Kalpoutesſeynd ſie in den Kriegen beſchafftiget; abermit dieſem Underſcheid/ daß die Nalpouteszu Pferd/ und die Charados zu Fuſſe die-nen. Die einen und die andern/ ſuchen denRuhm in den Waffen zu ſterben/ und einSoldat/ er ſeye ein Reuter oder Fußknecht/
5 O 0 wird